Wachsender, Druck

Wachsender Druck auf Scholz aus den eigenen Reihen

21.11.2023 - 13:45:19

Angesichts der tiefgreifenden Folgen durch die verfassungswidrige Umwidmung von Corona-Geldern in Klimaschutz- und Transformationsausgaben wÀchst in der SPD der Druck auf Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), sich umfassend zu erklÀren.

"Er muss sagen, das war eine FehleinschĂ€tzung", sagte der Bundestagsabgeordnete Axel SchĂ€fer der "SĂŒddeutschen Zeitung" (Mittwochausgaben). So eine FehleinschĂ€tzung könne in der Politik passieren, so SchĂ€fer.

"Ich hoffe, dass er eine Rede an die Nation hĂ€lt, in der er deutlich macht, dass unser Land vor den grĂ¶ĂŸten Herausforderungen steht, die je eine Regierung in der Geschichte der Bundesrepublik zu bewĂ€ltigen hatte", sagte SchĂ€fer. Die bisher geplanten Haushaltsberatungen kommende Woche im Bundestag seien dazu ein guter Anlass. Die Idee der Umwidmung von 60 Milliarden Euro an nicht verbrauchten Corona-Hilfen in einen Klima- und Transformationsfonds (KTF) geht primĂ€r auf den frĂŒheren Finanzminister Olaf Scholz in den Koalitionsverhandlungen 2021 zurĂŒck. Es gab frĂŒhzeitig Warnungen hierzu, das Verfassungsgericht hat das nun vergangene Woche gekippt, in Folge des Urteils stehen auch andere Nebenhaushalte wie der Wirtschaftsstabilisierungsfonds mit der Strom- und Gaspreisbremse zur Disposition. Das Finanzministerium hat zudem die VerpflichtungsermĂ€chtigungen aus dem Haushalt 2023 gesperrt. Dabei geht es vor allem um Finanzzusagen fĂŒr die Folgejahre. Erste SPD-Abgeordnete zeigten sich skeptisch, ob die Ampelkoalition aus SPD, GrĂŒnen und FDP diesen Konflikt ĂŒberstehen werde - da nun die FDP vor allem bei den Sozialausgaben ansetzen, die Schuldenbremse aber nicht aussetzen will. "Die wittern die Chance, die Axt an den Sozialstaat zu legen", heiße es in SPD-Kreisen, so die "SĂŒddeutsche Zeitung". Die Sozialausgaben haben inzwischen einen Anteil von rund 40 Prozent am Haushalt. Womöglich kann die Regierung fĂŒr das laufende Jahr nach ExperteneinschĂ€tzungen die Schuldenbremse nicht einhalten und muss eine Notlage nachtrĂ€glich erklĂ€ren. Der Grund: Die Regierung hat im laufenden Jahr Mittel aus dem Klima- und Transformationsfonds und aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds verwendet, die dafĂŒr genutzten Kredite aber nicht in ebendiesem Jahr auf die Schuldenbremse angerechnet - sondern alles bereits im Jahr 2022 verbucht, als die Schuldenbremse wegen der Wirtschafts- und Energiekrise ausgesetzt war. Diese Buchungstechnik hat das Verfassungsgericht nun aber verworfen. Wenn die Kredite jetzt aber im Jahr 2023 verbucht werden mĂŒssen, lĂ€ge die Kreditaufnahme weit oberhalb der zulĂ€ssigen Grenze. Um diesen Verstoß zu heilen, dĂŒrfte der Regierung wenig anderes ĂŒbrig bleiben, als nachtrĂ€glich eine Notlage fĂŒr das laufende Jahr zu erklĂ€ren.

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