Ukrainekrieg: SPD bringt direkte GesprÀche mit Kreml ins Spiel
28.01.2026 - 00:01:00Man mĂŒsse neue Wege gehen. "Dazu gehört auch die KlĂ€rung der Frage, auf welcher Ebene und durch wen der diplomatische Kontakt zu Russland gesucht werden soll", sagte er. Merz mĂŒsse insgesamt mehr Mut aufbringen. "Ich erwarte von der Bundesregierung, dass wir uns gemeinsam mit europĂ€ischen Staaten und BĂŒndnispartnern Gedanken machen, wie eine Strategie aussehen kann, bei der wir wieder einen festen Platz am Verhandlungstisch erhalten."
Ahmetovic kritisierte, dass man bisher so stark auf die US-Verhandler setze, zumal in einer Phase, in der die US-Regierung Europa wie in der Grönland-Frage so brĂŒskiere. "Dass wir die VerhandlungsfĂŒhrung zwei US-Immobilienunternehmern, Steve Witkoff und Jared Kushner, ĂŒberlassen, erfĂŒllt mich mit erheblicher Skepsis".
Zuletzt hatten bereits der französische StaatsprĂ€sident Emmanuel Macron und Italiens MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni gesagt, dass man vielleicht mit Wladimir Putin das GesprĂ€ch suchen mĂŒsste, weil die bisherigen AnsĂ€tze irgendwie nicht weiterfĂŒhrten. "Ich glaube, es ist der Moment gekommen, in dem auch Europa mit Russland sprechen sollte", sagte Meloni vor zwei Wochen in Rom.
Auch der langjĂ€hrige SPD-Fraktionschef Rolf MĂŒtzenich fordert den Versuch direkter GesprĂ€che. "Dass die US-Verhandler europĂ€ische Interessen beachten, muss man spĂ€testens nach den Erfahrungen der letzten Monate bezweifeln", sagte er. Manche DemĂŒtigungen durch Trump und seine Regierung hĂ€tte man besser aushalten können, "wenn wir frĂŒhzeitig die EigenstĂ€ndigkeit Europas in den Mittelpunkt unserer Ăberlegungen gestellt hĂ€tten".
Merz hat als Kanzler bisher kein Telefonat mit dem russischen PrĂ€sidenten gefĂŒhrt. Auf die Frage, ob Merz, wie einige in der Koalition kolportieren, sich schon um ein Telefonat bemĂŒht habe, aber auf Abwehr beim Kreml gestoĂen sei, erklĂ€rte das Bundespresseamt, die Bundesregierung Ă€uĂere sich grundsĂ€tzlich nicht zu vertraulichen GesprĂ€chen im Rahmen von internationalen Beziehungen. Damit sei keine Aussage getroffen, "ob der Sachverhalt zutreffend ist oder nicht". Verwiesen wird zudem auf Aussagen des stellvertretenden Regierungssprechers aus dem Dezember, der auf die Frage, ob es Absichten des Kanzlers fĂŒr ein solches Telefonat mit Putin gebe, antwortete, dazu gebe es nichts mitzuteilen.


