VerbÀnde, Kurswechsel

18 VerbÀnde fordern Kurswechsel in der Haushaltspolitik

11.04.2024 - 11:09:05

AnlĂ€sslich der Aufstellung des Bundeshaushalts 2025 appelliert ein BĂŒndnis aus 18 VerbĂ€nden an die Bundesregierung und Opposition, einen Kurswechsel in der Haushaltspolitik vorzunehmen.

Die BĂŒndnispartner fordern ein Ende der Sparpolitik, eine Reform der Schuldenbremse und ein im Grundgesetz verankertes "Sondervermögen" fĂŒr Klimaschutz, Transformation und soziale Daseinsvorsorge. Zu den Unterzeichnern gehören die Klima-Allianz Deutschland, der DGB, Fridays for Future und der AWO Bundesverband. "Mit großer Sorge blicken wir auf die aktuellen Debatten zur Aufstellung des Bundeshaushalts 2025. Die sich abzeichnenden KĂŒrzungen sind eine Gefahr fĂŒr die wirtschaftliche, ökologische und soziale StabilitĂ€t unseres Landes und zukĂŒnftigen Wohlstand", heißt es im Appell. "Mit den angekĂŒndigten KĂŒrzungen im Bundeshaushalt bedroht die Ampelkoalition die Umsetzung notwendiger Klimaschutzmaßnahmen wie den Ausbau des Schienennetzes, die WĂ€rmewende und die Dekarbonisierung der Industrie", sagte Stefanie Langkamp, GeschĂ€ftsleiterin Politik der Klima-Allianz Deutschland.

"Angesichts der Klimakrise darf die Schuldenbremse nicht zum Selbstzweck werden. Gerade jetzt brauchen wir einen handlungsfĂ€higen Staat, der Klimaschutz durch planbare Investitionen sozial gerecht umsetzen kann." In der derzeitigen wirtschaftlichen SchwĂ€chephase seien die Sparpolitik und "das sture Festhalten an der Schuldenbremse das falsche Rezept", sagte Stefan Körzell, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Die angekĂŒndigten KĂŒrzungen bremsten die Wertschöpfung, gefĂ€hrdeten zukunftsfĂ€hige ArbeitsplĂ€tze und trieben die gesellschaftliche Spaltung voran. Die Schuldenbremse mĂŒsse "weitreichend reformiert werden, damit Investitionen in moderne Infrastrukturen, Bildung und in eine klimaneutrale und zukunftsfĂ€hige Wirtschaft mit guten, tarifgebundenen ArbeitsplĂ€tzen möglich sind". Carla Reemtsma von Fridays for Future sagte: "Nach dem heißesten Jahr in der Geschichte der Menschheit mĂŒssen wir konsequent in die Transformation investieren, anstatt ideologische Sparpolitik zu betreiben. Was nĂŒtzt es kommenden Generationen, wenn sie schuldenfrei sind, wĂ€hrend der Planet unbewohnbar wird?" Investitionen in den Klimaschutz seien "keine Schulden, sondern unsere Lebensversicherung". "Die Sparpolitik der Bundesregierung fĂŒhrt in eine Sackgasse", sagte AWO-PrĂ€sident Michael Groß. Bereits jetzt wĂŒssten viele Menschen aufgrund von steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen sowie hohen Mieten nicht mehr, wie sie ĂŒber die Runden kommen sollten. "Die Sparpolitik beschrĂ€nkt die HandlungsfĂ€higkeit unseres demokratischen Gemeinwesens in einer Zeit, in der es von rechts massiv unter Druck ist." Die Schuldenbremse sei eine "Demokratiebremse", so Groß.

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