Gefahr, BĂŒndnis

'Gefahr wird grĂ¶ĂŸer' - BĂŒndnis fordert Ausbau von Hitzeschutz

05.06.2024 - 16:02:26

AnlÀsslich des bundesweiten Hitzeaktionstags rufen Vertreter aus dem Gesundheitswesen dazu auf, Hitzeschutz in Deutschland konsequenter umzusetzen.

"Die Gefahr wird schnell grĂ¶ĂŸer und wir sind insgesamt immer noch zu schlecht aufgestellt", sagte der Vorsitzende der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit, Martin Herrmann, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Berliner Unfallkrankenhaus. Bis vor zwei, drei Jahren hĂ€tte Hitzeschutz in Deutschland mit wenigen Ausnahmen noch praktisch keine Rolle gespielt. Nun mĂŒsse aufgeholt werden.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte: "Jedes Jahr sterben Menschen an Hitzewellen. Das Problem wird an Bedeutung gewinnen." Es sei wichtig, die Gefahren ernst zu nehmen. Nach SchÀtzungen des Robert Koch-Instituts starben 2023 etwa 3200 Menschen an Hitze.

Am Mittwoch fand der zweite bundesweite Hitzeaktionstag statt, der eine Initiative von BundesĂ€rztekammer, Deutscher Allianz Klimawandel und Gesundheit, Awo-Bundesverband, Deutscher Krankenhausgesellschaft, Deutschem Pflegerat, GKV-Spitzenverband sowie HausĂ€rztinnen- und HausĂ€rzteverband ist. Ziel ist es, Bewusstsein fĂŒr die Gefahren von Hitze zu schaffen und Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu stĂ€rken. Dem BĂŒndnis zufolge haben sich mehr als 50 Institutionen und VerbĂ€nde angeschlossen.

Das BĂŒndnis erwarte von allen BundeslĂ€ndern, gesundheitsbezogene HitzeschutzplĂ€ne zu entwickeln, die bis in die Kommunen wirkten, sagte Herrmann. Denn vor allem dort gebe es noch Nachholbedarf. "Es kann nicht sein, dass es in den nĂ€chsten Jahren noch KrankenhĂ€user, Pflegeeinrichtungen oder Arbeitgeber gibt, die sich mit Hitzeschutz nicht beschĂ€ftigt haben", sagte Herrmann.

In einem gemeinsamen Forderungskatalog verlangen die BĂŒndnisteilnehmer daher einen gesetzlichen Rahmen fĂŒr gesundheitlichen Hitzeschutz, in dem dieser als Pflichtaufgabe verankert und von Bundes- und Landesebene ausreichend finanziell unterstĂŒtzt wird. Die Gefahren von Hitze seien so groß, dass es nicht reiche, auf Freiwilligkeit zu setzen, sagte Herrmann.

@ dpa.de