Terroristische Vereinigung, IS

AnschlÀge geplant? - Islamistische Terrorzelle ausgehoben

06.07.2023 - 09:01:21

Anschlagsziele in Deutschland ausgekundschaftet, mögliche Tatorte erkundet - eine mutmaßliche Terrorzelle ist aufgeflogen. Innenministerin Faeser: «Bedeutender Schlag gegen islamistischen Terrorismus».

  • Die Festgenommenen sollen das Ziel gehabt haben, «in Deutschland öffentlichkeitswirksame AnschlĂ€ge im Sinne des IS zu verĂŒben». - Foto: Bernd Thissen/dpa

    Bernd Thissen/dpa

  • Ein VerdĂ€chtiger wird von Polizisten zur VorfĂŒhrung vor dem Haftrichter gebracht. - Foto: Waldemar Gess/EinsatzReport24/dpa

    Waldemar Gess/EinsatzReport24/dpa

Die Festgenommenen sollen das Ziel gehabt haben, «in Deutschland öffentlichkeitswirksame AnschlĂ€ge im Sinne des IS zu verĂŒben». - Foto: Bernd Thissen/dpaEin VerdĂ€chtiger wird von Polizisten zur VorfĂŒhrung vor dem Haftrichter gebracht. - Foto: Waldemar Gess/EinsatzReport24/dpa

Die Bundesanwaltschaft hat in Nordrhein-Westfalen eine mutmaßliche islamistische Terrorzelle aufgedeckt und sieben VerdĂ€chtige festnehmen lassen.

Den vor allem aus Tadschikistan stammenden MĂ€nnern wird vorgeworfen, in Deutschland eine terroristische Vereinigung gegrĂŒndet und AnschlĂ€ge geplant zu haben, wie die oberste deutsche Anklagebehörde am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte. Außerdem sollen sie die Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) unterstĂŒtzt haben.

Ein weiterer Mann aus Tadschikistan und dessen kirgisische Frau wurden den Angaben zufolge von niederlÀndischen Behörden festgesetzt. Das Paar steht nach Worten der niederlÀndischen Polizei ebenfalls im Verdacht, terroristische Straftaten vorbereitet zu haben.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser spricht von einem «bedeutenden Schlag gegen den islamistischen Terrorismus». Man setze die harte Gangart gegen Islamisten fort, sagte die SPD-Politikerin laut einer Mitteilung. Die Bedrohung bleibe akut. «Deutschland steht weiterhin im unmittelbaren Zielspektrum islamistischer Terrororganisationen und von islamistisch motivierten EinzeltÀtern», sagte Faeser.

Kontakt mit Mitgliedern des eines regionalen IS-Ablegers

Bei den in Deutschland festgenommenen MĂ€nnern handelt es sich um fĂŒnf Beschuldigte aus Tadschikistan sowie zwei weitere aus Kirgistan und Turkmenistan. Sie hĂ€tten eine radikal-islamische Einstellung. Kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine seien sie gemeinsam nach Deutschland eingereist und hĂ€tten sich zu einer terroristischen Vereinigung zusammengeschlossen. Ziel sei gewesen, «in Deutschland öffentlichkeitswirksame AnschlĂ€ge im Sinne des IS zu verĂŒben», so die Bundesanwaltschaft weiter.

Der Vereinigung habe auch der in den Niederlanden festgenommene Tadschike gehört. Die Gruppe habe in Kontakt gestanden mit Mitgliedern des regionalen IS-Ablegers «Islamischer Staat Provinz Khorasan» (ISPK). Mögliche Ziele von AnschlĂ€gen in Deutschland seien bereits ins Visier genommen und mögliche Tatorte ausgekundschaftet worden. Zudem hĂ€tten die Beschuldigten versucht, sich Waffen zu beschaffen. Einen konkreten Anschlagsplan habe es aber noch nicht gegeben. Sechs der in Deutschland gefassten VerdĂ€chtigen hĂ€tten seit April 2022 Geld fĂŒr den IS gesammelt und in Ausland transferiert.

Die sieben in Nordrhein-Westfalen gefassten Beschuldigten waren an verschiedenen Orten festgenommen worden. Zu weiteren Details wollte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft keine Angaben machen. Die MĂ€nner sollten noch im Laufe des Tages sowie an diesem Freitag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe vorgefĂŒhrt werden. Das Paar aus den Niederlanden sollte an diesem Freitag vor den Untersuchungsrichter in Rotterdam kommen.

@ dpa.de