Bevölkerungsschutz, ASB

ASB fordert mehr SchutzrÀume und Gleichstellung der Helfer

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 01:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Der Arbeiter-Samariter-Bund sieht Deutschland fĂŒr Krisen und Katastrophen nicht ausreichend vorbereitet. Verbandschef Knut Fleckenstein fordert neben besserer Ausstattung eine rechtliche Absicherung ehrenamtlicher Helfer.

ASB fordert bessere Einsatzbedingungen

  • ASB-Bundesvorsitzender Knut Fleckenstein kritisiert die geringe Zahl mobiler Betreuungsmodule in Deutschland.
  • Bundesweit gibt es ein Modul des ASB und eines des Deutschen Roten Kreuzes.
  • Fleckenstein fordert eine Gleichstellung ehrenamtlicher Rettungsdiensthelfer mit Feuerwehr und THW.
  • Der ASB soll im Krisenfall die Versorgung der Zivilbevölkerung unterstĂŒtzen.
SanitÀter (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

ASB fordert mehr SchutzrÀume und Helfergleichstellung

Der Arbeiter-Samariter-Bund hĂ€lt Deutschland fĂŒr Krisen und Katastrophen nicht ausreichend gewappnet. ASB-Bundesvorsitzender Knut Fleckenstein verlangt deshalb mehr Schutzmöglichkeiten und bessere Bedingungen fĂŒr ehrenamtliche Helfer.

Nur zwei mobile Betreuungsmodule

Bundesweit gebe es lediglich zwei mobile Betreuungsmodule, sagte Fleckenstein den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Eines stamme vom ASB, das andere vom Deutschen Roten Kreuz.

Zwei solcher SchutzrĂ€ume reichten bei Weitem nicht aus, erklĂ€rte der ASB-Chef. Zudem seien die Fahrzeuge ĂŒberaltert.

Forderung nach rechtlicher Absicherung

Mit mehr Geld allein seien nicht alle Probleme gelöst, mahnte Fleckenstein. Er fordert eine Helfergleichstellung der ehrenamtlichen KrÀfte in den Rettungsdiensten mit den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks.

Im Katastrophenfall dĂŒrfe es nicht davon abhĂ€ngen, ob Helfer zunĂ€chst mit ihren Arbeitgebern ĂŒber Urlaub oder eine Freistellung verhandeln mĂŒssten. Eine verbindliche Regelung solle sicherstellen, dass sie zum Einsatz ausrĂŒcken können.

ASB sieht keine Anzeichen fĂŒr Nato-Angriff

Anzeichen fĂŒr eine militĂ€rische Eskalation mit Russland sieht Fleckenstein nicht. Hybride Angriffe und Versuche Russlands, die EuropĂ€ische Union zu schĂ€digen, seien zwar offensichtlich; zugleich sehe er ĂŒberhaupt keine Anzeichen fĂŒr einen russischen Überfall auf ein Nato-Land.

Versorgung der Zivilbevölkerung im Krisenfall

Mit Blick auf den Operationsplan Deutschland sagte Fleckenstein, der ASB wĂŒrde im Krisenfall die Versorgung der Zivilbevölkerung sichern. „Es geht nicht darum, den ASB zu militarisieren“, sagte der ASB-Chef.

Die Forderung des ASB fĂ€llt in eine Phase, in der der Bevölkerungsschutz in Deutschland stĂ€rker mit militĂ€rischer und ziviler Vorsorge verknĂŒpft wird. Der Operationsplan Deutschland beschreibt dabei die Zusammenarbeit staatlicher Stellen, der Bundeswehr und ziviler Akteure fĂŒr den Fall grĂ¶ĂŸerer Krisen. FĂŒr Hilfsorganisationen bedeutet das vor allem, medizinische Versorgung, Betreuung, Transport und Logistik auch unter erschwerten Bedingungen aufrechtzuerhalten.

SchutzrÀume und zivile Vorsorge

Mobile Betreuungsmodule können kurzfristig Unterbringung und Versorgung ermöglichen, ersetzen aber keine flĂ€chendeckende Infrastruktur. Neben Schutzmöglichkeiten zĂ€hlen dazu belastbare Kommunikationswege, Notstrom, Trinkwasserversorgung, medizinische KapazitĂ€ten und klare ZustĂ€ndigkeiten zwischen Bund, LĂ€ndern, Kommunen und Hilfsorganisationen. Überalterte Fahrzeuge verschĂ€rfen die Frage, ob vorhandene Konzepte im Ernstfall schnell genug umgesetzt werden können.

Die vom ASB verlangte Helfergleichstellung betrifft den praktischen Einsatz ehrenamtlicher KrĂ€fte. Freistellungsregeln entscheiden darĂŒber, ob Rettungsdienste bei Großschadenslagen ausreichend Personal mobilisieren können. Eine bundeseinheitliche Regelung könnte Arbeitgeber und Helfer entlasten, mĂŒsste aber Finanzierung, Nachweisverfahren und die Abgrenzung zu Feuerwehr und THW klĂ€ren.

Operationsplan setzt auf zivile FĂ€higkeiten

Fleckensteins Aussage zur fehlenden unmittelbaren Gefahr eines russischen Angriffs auf ein Nato-Land trennt militĂ€rische Bedrohungsszenarien von den bereits sichtbaren hybriden Risiken. FĂŒr BĂŒrger bleibt die Konsequenz unabhĂ€ngig davon praktisch: Krisenvorsorge hĂ€ngt nicht allein von zusĂ€tzlichen Mitteln ab, sondern auch von einsatzfĂ€higen Strukturen und verfĂŒgbaren Helfern.

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