AsylerstantrÀge: Deutschland meldet 3.345 im September
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSIn Deutschland sind bis zum 25. September 3.345 AsylerstantrÀge registriert worden. Das ist nach Angaben des Bundesinnenministeriums der niedrigste Septemberstand seit 2012.
Deutlicher RĂŒckgang binnen eines Jahres
Im September 2025 waren noch 9.126 ErstantrÀge verzeichnet worden. Damit sank die Zahl im Jahresvergleich um rund 55 Prozent.
GegenĂŒber September 2024, als 18.113 ErstantrĂ€ge registriert wurden, betrĂ€gt der RĂŒckgang rund 80 Prozent.
Dobrindt verweist auf verschÀrfte Politik
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) fĂŒhrt die Entwicklung auf die verschĂ€rfte Migrationspolitik der Bundesregierung zurĂŒck. âDer niedrigste Stand der Asylzahlen seit 14 Jahren ist das Ergebnis unserer Migrationswende: mit Kontrolle, Kurs und klarer Kante drĂ€ngen wir die Zuwanderung massiv zurĂŒck - und entlasten unsere Kommunen spĂŒrbar. Beim Migrationsgipfel in MĂŒnchen beraten wir mit den EU-Migrations- und Innenministern, wie wir diesen Kurs auf europĂ€ischer Ebene konsequent fortsetzenâ, sagte Dobrindt.
Beratungen mit europÀischen Ministern
Bei dem Treffen in MĂŒnchen beraten europĂ€ische Innen- und Migrationsminister ĂŒber die weitere Umsetzung der gemeinsamen Migrationspolitik. Im Mittelpunkt stehen der Schutz der EU-AuĂengrenzen und eine konsequentere Steuerung von RĂŒckfĂŒhrungen.
Die Septemberzahl fĂ€llt in eine Phase, in der Deutschland und die EU ihre Asyl- und RĂŒckfĂŒhrungspolitik neu ordnen. Seit dem 12. Juni 2026 gelten die neuen Regeln des Gemeinsamen EuropĂ€ischen Asylsystems. Sie sollen Registrierungen und PrĂŒfverfahren stĂ€rker vereinheitlichen; zugleich werden sogenannte NeuzugĂ€nge zusĂ€tzlich erfasst, wenn Menschen bereits in einem anderen EU-Staat einen Asylantrag gestellt haben.
RĂŒckgang und politische Deutung
FĂŒr die ersten acht Monate des Jahres 2026 wurden 47.296 ErstantrĂ€ge registriert. Darunter waren 8.346 AntrĂ€ge von in Deutschland geborenen Kindern unter einem Jahr. Diese Besonderheit ist fĂŒr die Interpretation der Gesamtzahl relevant, weil sie nicht unmittelbar mit neu eingereisten Schutzsuchenden gleichzusetzen ist.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt ordnet den RĂŒckgang als Folge der verschĂ€rften Migrationspolitik ein. In der fachpolitischen Debatte werden daneben Entwicklungen in den Herkunfts- und Transitstaaten sowie verĂ€nderte europĂ€ische Verfahren als Einflussfaktoren genannt. Die Monatszahl ist deshalb ein wichtiger kurzfristiger Indikator, erlaubt allein aber noch keine belastbare Bewertung der Ursachen.
EuropÀische Folgen
Beim MĂŒnchner Treffen europĂ€ischer Innenminister standen die Umsetzung des Migrationspakts, der Schutz der EU-AuĂengrenzen und schnellere RĂŒckfĂŒhrungen im Mittelpunkt. Diskutiert wird auch eine stĂ€rkere Beteiligung der EU-Grenzschutzagentur Frontex an RĂŒckfĂŒhrungen. FĂŒr Deutschland könnte ein anhaltend niedriger Zugang die Kommunen bei Unterbringung und Versorgung entlasten, wĂ€hrend die Bearbeitung bereits anhĂ€ngiger Verfahren und die Integration weiterhin zentrale Aufgaben bleiben.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
BR24: âWorum geht es beim "Munich Migration Meeting"?â (26.09.2026)
Der Beitrag ordnet die aktuellen GesprĂ€che in die europĂ€ischen VerschĂ€rfungen und die neuen GEAS-Regeln ein. Er stellt dem politischen Verweis auf eine âMigrationswendeâ die EinschĂ€tzung eines Migrationsforschers gegenĂŒber, wonach globale Entwicklungen in den HerkunftslĂ€ndern ebenfalls eine wesentliche Rolle spielen.
Deutschlandfunk: âMĂŒnchen GesprĂ€che von EU-Innenministern ĂŒber Migrationâ (26.09.2026)
Der Deutschlandfunk konzentriert sich auf das Treffen in MĂŒnchen und die geplante europĂ€ische Zusammenarbeit bei RĂŒckfĂŒhrungen. BestĂ€tigt wird Dobrindts migrationspolitischer Kurs; als konkreter zusĂ€tzlicher Schwerpunkt wird eine mögliche Ausweitung der Frontex-Aufgaben genannt.
Beide BeitrĂ€ge verbinden den RĂŒckgang der Asylzahlen mit der laufenden europĂ€ischen Neuordnung, setzen aber unterschiedliche Akzente: BR24 beleuchtet stĂ€rker ZĂ€hlweise, Ursachen und rechtspolitische Kontroversen, wĂ€hrend der Deutschlandfunk den institutionellen Kurs bei AuĂengrenzen und RĂŒckfĂŒhrungen hervorhebt.
