Nach Jahren wieder Castor-Transport in Deutschland erwartet
20.11.2024 - 07:49:28Nach ihren Erkenntnissen war der Zug mit vier Castor-BehĂ€ltern am Dienstagnachmittag in Frankreich losgefahren. Von offizieller Stelle gibt es aus SicherheitsgrĂŒnden nach wie vor weder eine BestĂ€tigung fĂŒr die Abfahrt noch Informationen ĂŒber Streckenverlauf und Zeitplan.
Protest formiert sich
Die Gegner haben zu einer Mahnwache am Bahnhof Philippsburg aufgerufen. Diese soll am Mittwoch um 9.00 Uhr neben dem BahnhofsgebĂ€ude starten und bis 22.00 Uhr gehen. "So lange der Zug fĂ€hrt", hieĂ es dazu in einer AnkĂŒndigung. Donnerstag ist der Start schon fĂŒr 7.00 Uhr angesetzt.
Hochradioaktiver AtommĂŒll sei ein gefĂ€hrliches Erbe fĂŒr zukĂŒnftige Generationen, schreibt "Anti-Atom SĂŒdwest". Die Kritiker monieren vor allem, dass es nach wie vor kein Endlager gibt. Solange die Langzeitlagerung nicht geklĂ€rt ist, sollte es aus ihrer Sicht "keine AtommĂŒllverschiebungen von A nach B" geben.
Zwischenlagerung fĂŒr viele Jahre
Bei dem Transport geht es um AbfĂ€lle, die nach der Wiederaufarbeitung von Brennelementen aus deutschen Atomkraftwerken ĂŒbrig geblieben sind. Seit 2007 lagern auf dem GelĂ€nde des inzwischen stillgelegten Kernkraftwerkes Philippsburg in einem Zwischenlager radioaktive AbfĂ€lle. 102 PlĂ€tze sind schon belegt. Bis auf die vier nun geplanten BehĂ€lter sollen keine weiteren folgen.
Der Betrieb des Brennelemente-Zwischenlagers in Philippsburg ist aktuell bis zum Jahr 2047 genehmigt. Von einer VerlÀngerung wird mangels eines Endlagers ausgegangen.
Es gibt noch AtomabfÀlle in England. Die sollen auf die staatlichen Zwischenlager in Biblis (Hessen), Brokdorf (Schleswig-Holstein) und Isar (Bayern) verteilt werden.
Letzter Castor-Transport vor vier Jahren
Der letzte Castor-Transport, der aus dem Ausland nach Deutschland stattfand, umfasste nach Angaben der BGZ Gesellschaft fĂŒr Zwischenlagerung mbH sechs BehĂ€lter des Typs HAW28M und fĂŒhrte im November 2020 von der britischen Wiederaufarbeitung in Sellafield nach Biblis. "FĂŒr Deutschland war dies der erste groĂe RĂŒcktransport von AtommĂŒll in Castor-BehĂ€ltern seit 2011", erlĂ€uterte eine Sprecherin. "Er verlief reibungslos und ohne Störungen."
Beim Castor-BehĂ€lter des Typs HAW28M (HAW High Active Waste) handelt es sich um den baugleichen BehĂ€lter, der nun auch in das Brennelemente-Zwischenlager Philippsburg eingelagert werden soll. Es geht dabei um eine massive Konstruktion aus Gusseisen und Edelstahl, die beladen 115 Tonnen schwer ist. Die AuĂenwĂ€nde haben eine StĂ€rke von rund 40 Zentimetern. Ein Deckelsystem aus massiven Stahldeckeln als Schutz erfĂŒllt den Angaben zufolge höchste Sicherheitsstandards, so dass der radioaktive Inhalt dauerhaft sicher umschlossen sein soll.
In die BehĂ€lter passen je 28 sogenannte Kokillen, zylindrische BehĂ€lter aus Edelstahl. Die radioaktiven AbfĂ€lle wurden bei etwa 1.100 Grad mit Silikatglas verschmolzen und hier hineingefĂŒllt. Sie können je rund 400 Kilogramm Glasmasse aufnehmen.

