Audi-Werk in Georgia, Gernot Döllner bei Trump

Audi baut Werk in Georgia fĂŒr 4 Milliarden Dollar

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 17:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Audi plant in Georgia eine Fertigung fĂŒr 200.000 SUV pro Jahr und will dort rund 4.500 ArbeitsplĂ€tze schaffen. Der Auftritt von Vorstandschef Gernot Döllner bei Donald Trump löst in Deutschland politische Kritik aus.

Audi-Projekt in Georgia und seine Folgen

  • Der Volkswagen-Aufsichtsrat muss den Bau des Audi-Werks noch genehmigen.
  • Der Baubeginn in Georgia ist fĂŒr 2027 vorgesehen.
  • Die SUV-Produktion soll Anfang der 2030er Jahre anlaufen.
  • Der Audi-Chef war Teil einer Wahlkampfveranstaltung. - Bild: Mike Stewart/AP/dpa
  • Es soll das erste Audi-Werk in den USA entstehen. - Bild: Mike Stewart/AP/dpa
Der Audi-Chef war Teil einer Wahlkampfveranstaltung. - Bild: Mike Stewart/AP/dpa Es soll das erste Audi-Werk in den USA entstehen. - Bild: Mike Stewart/AP/dpa

Audi plant erstes US-Werk in Georgia

Audi will fĂŒr vier Milliarden Dollar ein neues Werk im US-Bundesstaat Georgia bauen und dort erstmals eigene Fahrzeuge in den USA produzieren. Vorstandschef Gernot Döllner trat dazu bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-PrĂ€sident Donald Trump in Perry auf und dankte ihm fĂŒr seine UnterstĂŒtzung.

200.000 SUV und 4.500 ArbeitsplÀtze

Die Volkswagen-Tochter plant eine jĂ€hrliche Produktion von 200.000 SportgelĂ€ndewagen und rund 4.500 ArbeitsplĂ€tze in Georgia. Der Baubeginn ist fĂŒr 2027 vorgesehen, die Produktion von Premium-SUVs soll Anfang der 2030er Jahre starten.

Das Werk soll auf die Anforderungen nordamerikanischer Kunden ausgerichtet werden. Audi begrĂŒndet die lokale Fertigung mit der Bedeutung des US-Marktes sowie mit geringeren Zoll-, WĂ€hrungs- und Lieferkettenrisiken.

Kritik am Auftritt bei Trump

Aus der SPD kam Kritik an Döllners Teilnahme an der Wahlkampfveranstaltung. Die SPD-Verkehrsexpertin Isabel Cademartori bezeichnete den Auftritt als Wahlkampfhilfe fĂŒr einen Autokraten, der einen Handelskrieg gegen Deutschland fĂŒhre.

In seinen Leitlinien zur politischen Interessenvertretung verpflichtet sich Audi zur NeutralitÀt im Umgang mit Parteien und Interessengruppen. Danach sollen in den drei Monaten vor Wahlen keine öffentlich wirksamen Termine mit zur Wahl stehenden Politikern oder Parteien und keine entsprechenden Sponsorings stattfinden.

Entscheidung ĂŒber US-Werk steht noch aus

Der Bau muss noch vom Volkswagen-Aufsichtsrat gebilligt werden. Audi-Aufsichtsratschef Manfred Döss unterstĂŒtzte jedoch bereits die Investitionslinie des Vorstands.

Die PlĂ€ne fallen in die Absatzkrise des Volkswagen-Konzerns und die Debatte ĂŒber Stellenabbau und mögliche Werksschließungen in Deutschland. Audi produziert in Deutschland in Ingolstadt und Neckarsulm.

BeschÀftigte verlangen Perspektiven

MinisterprĂ€sident Olaf Lies, der Niedersachsen im VW-Aufsichtsrat vertritt, nannte die USA einen wichtigen Markt und erklĂ€rte, mehr Produktion dort mĂŒsse auch den deutschen Werken und BeschĂ€ftigten zugutekommen.

Die IG Metall unterstĂŒtzte die Erschließung des US-Marktes grundsĂ€tzlich, forderte aber verbindliche Perspektiven fĂŒr die BeschĂ€ftigten an allen Standorten. Der VW-Konzernbetriebsrat verwies zugleich auf offene Fragen in den internen Gremien.

Das geplante Audi-Werk steht fĂŒr den Versuch des Volkswagen-Konzerns, seine PrĂ€senz auf dem nordamerikanischen Automarkt deutlich auszubauen. Mit einer jĂ€hrlichen KapazitĂ€t von 200.000 SUV und rund 4.500 vorgesehenen ArbeitsplĂ€tzen wĂ€re die Fabrik ein wichtiger Produktionsstandort fĂŒr die Marke.

Die Investition fĂ€llt in eine Phase, in der Volkswagen und Audi ihre Kosten senken, die Auslastung ihrer Werke sichern und zugleich neue AbsatzmĂ€rkte erschließen mĂŒssen. Eine Fertigung vor Ort kann Transportwege verkĂŒrzen und Risiken durch Zölle, Wechselkurse und unterbrochene Lieferketten begrenzen. FĂŒr Audi ist Nordamerika neben Europa und China ein zentraler Wachstumsmarkt.

Standorte in Deutschland im Fokus

FĂŒr die BeschĂ€ftigten in Ingolstadt und Neckarsulm ist entscheidend, ob die zusĂ€tzliche US-Produktion den weltweiten Produktionsverbund stĂ€rkt oder langfristig Aufgaben aus Deutschland verlagert. Die Investition schafft zunĂ€chst KapazitĂ€ten in den USA, ersetzt aber keine Vereinbarungen ĂŒber die Zukunft der deutschen Standorte.

Politisch aufgeladen wird das Vorhaben durch die PrĂ€sentation bei einer Wahlkampfveranstaltung Donald Trumps. Audi muss deshalb wirtschaftliche Interessen und die eigenen Leitlinien fĂŒr politische NeutralitĂ€t miteinander vereinbaren. Der Baubeginn ist fĂŒr 2027 geplant, die Produktion soll Anfang der 2030er Jahre starten; endgĂŒltig muss noch der Volkswagen-Aufsichtsrat zustimmen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

SWR Aktuell: „Audi baut eigenes Werk in den USA“ (25.10.2026)

Der Beitrag hebt die GrĂ¶ĂŸenordnung des Vorhabens und die möglichen Folgen fĂŒr den Standort Neckarsulm hervor. Er bestĂ€tigt die geplante KapazitĂ€t und die rund 4.500 ArbeitsplĂ€tze und setzt damit einen stĂ€rkeren regionalen Schwerpunkt.

taz: „Audi-Chef Döllner zu Besuch bei Trump: IngolstĂ€dter Autobauer plant neues SUV-Werk in den USA“ (25.10.2026)

Der Artikel rĂŒckt neben den WerksplĂ€nen den Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei Trump in den Mittelpunkt. Er bestĂ€tigt die angekĂŒndigten ArbeitsplĂ€tze und den Produktionsstart Anfang der 2030er Jahre, wĂ€hrend die politische NĂ€he zum US-PrĂ€sidenten stĂ€rker thematisiert wird.

Übereinstimmend wird das Werk als erster eigener Audi-Produktionsstandort in den USA und als große Investition beschrieben. Unterschiede ergeben sich vor allem beim Schwerpunkt: WĂ€hrend der SWR die regionalen Folgen betrachtet, konzentriert sich die taz stĂ€rker auf den politischen Kontext des Auftritts.

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