Letzte Generation, Flugzeug

BesprĂŒhter Privatjet: Ermittlungen gegen KlimaschĂŒtzer

07.06.2023 - 11:33:09

Auf Sylt fÀrbte die Gruppe einen Privatjet orange. Nun werden der Letzten Generation mehrere Straftaten vorgeworfen.

Nach dem BesprĂŒhen eines Privatjets auf Sylt durch Klimaschutz-Demonstranten der Initiative Letzte Generation ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts mehrerer Straftaten. Es gehe um Hausfriedensbruch, SachbeschĂ€digung und Nötigung, sagte der Flensburger Oberstaatsanwalt Bernd Winterfeldt. Wie hoch der Schaden sei, werde noch ermittelt.

Gestern hatten fĂŒnf Demonstranten im Alter von 21 bis 60 Jahren den Zaun des Flughafens auf der Nordseeinsel Sylt durchschnitten, waren auf das GelĂ€nde gelangt und hatten ein Flugzeug fast komplett mit oranger Farbe besprĂŒht. Die Demonstranten hatten auch die Triebwerksabdeckungen des Jets entfernt und Farbe in die Turbinen gesprĂŒht. Vier Personen klebten sich auf den TragflĂ€chen fest, eine Person auf dem Asphalt vor der Maschine.

Die fĂŒnf Beteiligten wurden nach Angaben der Polizei von TragflĂ€chen und Boden gelöst und von RettungskrĂ€ften untersucht. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. Der Flugbetrieb war nicht beeintrĂ€chtigt. Der Einsatz dauerte mehr als vier Stunden.

Bereits am Sonntag hatte die Initiative gezielte Protestaktionen gegen reiche Menschen fĂŒr diese Woche angekĂŒndigt. Die Klimakatastrophe werde «in erster Linie von den Reichen» gemacht, darauf wolle man die Aufmerksamkeit lenken, teilte die Gruppe mit.

Der Sprecher der Letzten Generation, Theodor Schnarr, kritisierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) fĂŒr Verzögerungen beim Klimaschutz. MillionĂ€re und MilliardĂ€re tragen nach Überzeugung der Demonstranten unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig viel zum Klimawandel bei. Die Besitzer von Privatjets, Limousinen und Superjachten wĂŒrden diese nicht freiwillig stehen lassen. Um diese Emissionen zu senken, brauche es Gesetze.

@ dpa.de