WDH / ROUNDUP: Oder-Pegel steigt - Armstufe 3 am Dienstag erwartet
22.09.2024 - 17:04:31(Aufbau verÀndert)
FRANKFURT (Oder) (dpa-AFX) - Entlang der Oder in Brandenburg bereiten sich die Menschen wegen des erwarteten Hochwassers auf Ăberschwemmungen vor. In Frankfurt (Oder) hĂ€tten die verstĂ€rkten Vorbereitungen am nördlichen Teil der Oder-Promenade begonnen, sagte ein Sprecher der Stadt. Zu Beginn der neuen Woche wird mit einer VerschĂ€rfung der Lage an dem Grenzfluss gerechnet. KrisenstĂ€be beobachten die Entwicklung der Flut.
Der Pegelstand in Frankfurt (Oder) lag am Sonntagnachmittag bei 4,30 Metern. Es gilt Alarmstufe 1. Im Normalzustand sind es etwa 2,10 Meter.
DeichlÀufer gesucht
Der Landrat des Kreises Oder-Spree, Frank Steffen (SPD), plant, sich am Montag bei einer Tour entlang der Oder selber ein Bild von der Lage zu machen. Das sagte die Sprecherin der Kreisverwaltung der dpa am Sonntag. Am Montagnachmittag trete dann der "Stab Hochwasser" in FĂŒrstenwalde zusammen. Zudem ist ein BĂŒrgertelefon geschaltet. Es wĂŒrden auch noch DeichlĂ€ufer gesucht, sagte die Sprecherin.
Alarmstufe 4 am Mittwoch - Vorhersagen unsicher
Laut Pegelportal des brandenburgischen Landesamtes fĂŒr Umwelt soll fĂŒr Frankfurt (Oder) am Dienstag die Alarmstufe 3 erreicht werden, am Mittwochabend dann die höchste Stufe 4. Die Prognose ist aber mit Unsicherheiten behaftet. Richtwert fĂŒr das Ausrufen der Alarmstufe 4 ist ein Pegelstand in Frankfurt (Oder) von 6 Metern.
StadtbrĂŒcke in Frankfurt unter Beobachtung
Die StadtbrĂŒcke zwischen Frankfurt (Oder) und dem benachbarten S?ubice steht seit Sonntag unter besonderer Beobachtung. Es sei vereinbart worden, dass die Entscheidung ĂŒber EinschrĂ€nkungen der Einfahrt nach S?ubice von der Verkehrslage abhĂ€nge, teilte die polnische Stadt mit.
UrsprĂŒnglich hatte S?ubice angekĂŒndigt, am Sonntag ab 7.00 Uhr den Transitverkehr auf der BrĂŒcke einstellen zu wollen. Anwohner sollten von den EinschrĂ€nkungen ausgenommen werden. Am Sonntagnachmittag war die BrĂŒcke nach Angaben der Polizei noch fĂŒr alle Verkehrsteilnehmer passierbar. Viele Menschen nutzten am Sonntag das schöne Wetter fĂŒr einen Spaziergang an dem angeschwollenen Grenzfluss - auch entlang der StadtbrĂŒcke.
MinisterprÀsident warnt vor Hochwasser wie 2010
"Es liegt eine Spannung in der Luft, weil der Wasserspiegel der Oder in den nĂ€chsten Tagen deutlich ansteigen wird. Es wird wahrscheinlich das schwerste Hochwasser seit 2010", sagte Brandenburgs MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke am Samstag bei einem Besuch in Frankfurt (Oder). Damals hatten starke RegenfĂ€lle unter anderem zu Ăberflutungen entlang der Oder gefĂŒhrt.
Woidke schwor die Menschen in der Region auf die drohende Gefahr ein. Es sei nötig, mit allen zur VerfĂŒgung stehenden KrĂ€ften die Menschen und ihr Hab und Gut zu schĂŒtzen, so der Regierungschef. "Zusammenhalt, gegenseitige UnterstĂŒtzung und SolidaritĂ€t wird uns auch durch diese schwierigen Tage bringen." Brandenburg habe eine lange Erfahrung mit Hochwasser-EinsĂ€tzen. Zudem sei fast eine Milliarde Euro in den vergangenen Jahrzehnten in den Deichbau investiert worden.

