Ausfalltage, Alkoholkonsums

Ausfalltage wegen Alkoholkonsums in Westfalen-Lippe weiter gestiegen - MÀnner hÀufiger von Alkoholproblemen betroffen

07.02.2024 - 10:45:49

Dortmund - In Westfalen-Lippe sind die Ausfallzeiten aufgrund von Alkoholproblemen im vergangenen Jahr weiter deutlich angestiegen. Das belegt eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest. Danach gingen der Wirtschaft in Westfalen-Lippe im vergangenen Jahr 137.727 Arbeitstage bei AOK-Versicherten verloren. Das sind 19,1 Prozent mehr als noch in 2022 mit 115.665 Ausfalltagen. Um den negativen Auswirkungen des exzessiven Alkoholkonsums vorzubeugen, empfiehlt die AOK NordWest zu Beginn der Fastenzeit von Aschermittwoch (14. Februar) bis Ostern auszuprobieren, wie Alkoholverzicht persönlich wirkt. "Alkohol ist fĂŒr viele Teil des tĂ€glichen Lebens - ein Glas Wein beim Essen, ein Feierabendbier mit Freunden. RegelmĂ€ĂŸiger Alkoholkonsum hat aber erheblichen Einfluss auf die Gesundheit. Eine Weile auf Alkohol zu verzichten, tut daher Körper und Seele gut und kann zu einem langfristigen verĂ€nderten Umgang mit Alkohol beitragen", sagt der AOK-Vorstandsvorsitzende Tom Ackermann.

Der Körper profitiert vom Alkoholverzicht

So profitiert das Herz-Kreislauf-System schon von einer kurzzeitigen Abstinenz, ebenso der Magen und die Leber. Der Alkoholverzicht wirkt sich außerdem positiv auf Schlaf, Blutdruck, KonzentrationsfĂ€higkeit und Körpergewicht aus. Außerdem wird das Krebsrisiko gemindert und das Immunsystem gestĂ€rkt. "Wenn es Menschen mit der Tendenz zum 'Rauschtrinken' oder 'Kontrollverlust-Verhalten' gelingt, mit einer mehrwöchigen Abstinenz den 'Beweis' zu liefern, dass sie auch ohne Alkohol ihren Alltag bewĂ€ltigen können, ist das schon als Erfolg zu werten", so Ackermann.

MÀnner hÀufiger im Rausch als Frauen

Insgesamt wurde in Westfalen-Lippe im Jahr 2022 bei 53.997 AOK-Versicherten ein Alkoholproblem diagnostiziert, drei Viertel der Betroffenen waren MÀnner. Dies zeigt sich auch bei den Klinikeinweisungen. Im vergangenen Jahr mussten AOK-Versicherte in 7.812 FÀllen wegen problematischen Alkoholkonsums stationÀr in Kliniken in Westfalen-Lippe behandelt werden. Auch hier lag der Anteil der MÀnner bei fast 80 Prozent.

Auch eine Erhebung des Robert-Koch-Instituts (RKI) bestĂ€tigt diese Zahlen. Danach sind 30,6 Prozent der Erwachsenen in NRW Rauschtrinker. Sie gaben an, in den letzten zwölf Monaten an mindestens einem Tag pro Monat sechs oder mehr alkoholische GetrĂ€nke zu sich genommen zu haben. Auch hier liegen die MĂ€nner mit 41,3 Prozent deutlich ĂŒber dem Anteil der Frauen mit 20,8 Prozent. Weitere 12,7 Prozent teilten mit, regelmĂ€ĂŸig riskant viel Alkohol zu trinken. Menschen, die regelmĂ€ĂŸig Alkohol trinken, fallen meist zunĂ€chst nicht negativ auf. Bis es zu Ă€rztlichen Behandlungen kommt, vergehen meist Jahre.

Eigene Trinkgewohnheiten hinterfragen

Alkohol gehört hĂ€ufig fĂŒr viele einfach zum Alltag dazu. Kurzfristig kann Alkohol entspannen. Jedoch hat regelmĂ€ĂŸiger Alkoholkonsum erheblichen Einfluss auf die Gesundheit und kann zu AlkoholabhĂ€ngigkeit fĂŒhren. "Oft wird einfach unbedacht zu promillehaltigen GetrĂ€nken gegriffen. Deshalb ist es wichtig, ab und zu die eigenen Trinkgewohnheiten zu hinterfragen", so Ackermann. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) gibt als Richtwert fĂŒr eine maximal tolerierbare Alkoholzufuhr bei gesunden MĂ€nnern 20 Gramm Alkohol pro Tag an, das sind 0,5 Liter Bier oder zwei GlĂ€ser Wein. Die Tagesdosis an reinem Alkohol bei gesunden Frauen liegt bei der HĂ€lfte. Neueste Empfehlungen der Deutschen Hauptstelle fĂŒr Suchtfragen (DHS) zum Umgang mit Alkohol weisen darauf hin, dass Alkoholkonsum grundsĂ€tzlich reduziert werden sollte und es fĂŒr die körperliche Gesundheit am besten sei, ĂŒberhaupt keinen Alkohol zu trinken.

Folgen des Alkoholkonsums

Alkohol ist ein Zellgift, das grundsĂ€tzlich alle Organe schĂ€digen kann. Bei Frauen können die Folgen des Alkoholkonsums stĂ€rker sein als bei MĂ€nnern. Denn Frauen bauen Alkohol langsamer ab. Hierzu wird in der Leber das Enzym Alkoholdehydrogenase benötigt, das bei Frauen in geringerer Menge vorliegt. Daher kann es bei ihnen schon bei geringeren Alkoholmengen, die regelmĂ€ĂŸig konsumiert werden, schneller zu alkoholbedingten SchĂ€den kommen. Bis zum Alter von 25 Jahren reift unser Gehirn. Daher hat die ZufĂŒhrung des Zellgifts Alkohol gerade auf die Bildung und VerknĂŒpfung von Nervenzellen bis zu diesem Alter extreme Folgen. Konzentrations- und GedĂ€chtnisstörungen und BeeintrĂ€chtigungen im Sozialverhalten können den Alltag erheblich erschweren. Gerade wenn die Weichen fĂŒr die berufliche Zukunft gestellt werden.

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