kritische Infrastruktur, Cem Özdemir

Özdemir dringt nach Angriffen auf Umspannwerke auf schnelleren Schutz

Veröffentlicht am: 06.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir fordert nach Angriffen auf Umspannwerke und einem vereitelten Drohnenangriff am Flughafen Leipzig/Halle deutlich schnellere Sicherheitsmaßnahmen. Er dringt auf einen besseren Schutz kritischer Infrastruktur durch engere Zusammenarbeit der Länder und konkrete bauliche und technische Vorkehrungen.

Özdemir will Tempo beim Schutz von Infrastruktur
Cem Özdemir (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) fordert angesichts jüngster Angriffe auf mehrere Umspannwerke in Deutschland und eines knapp gescheiterten Drohnenangriffs am Flughafen Leipzig/Halle mehr Tempo beim Schutz sicherheitsrelevanter Infrastruktur. Die Sicherheitserfordernisse hätten sich dramatisch verändert, sagte Özdemir den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Özdemir warnt vor Verwundbarkeit

Özdemir betonte, Deutschland sei verletzlich, unabhängig davon, ob Angriffe von Linksradikalen oder von „Putins Wegwerfagenten“ ausgingen. Gegner wüssten um empfindliche Stellen und versuchten, diese zu treffen, um Verunsicherung zu schüren. Es sei wichtig, sich nicht verunsichern zu lassen, zugleich müsse die sicherheitsrelevante Infrastruktur besser geschützt werden.

Konkrete Schutzmaßnahmen gefordert

Der Grünen-Politiker nannte unter anderem Videoüberwachung und Zäune als mögliche Maßnahmen, die nun mit Hochdruck umgesetzt werden müssten. Der Schutz kritischer Anlagen solle dabei deutlich verstärkt werden, um Angriffe zu erschweren und Folgen wie Versorgungsunterbrechungen zu begrenzen.

Vergleich mit Vorfall in Reutlingen

Özdemir verwies auf einen ähnlichen Fall in Reutlingen wie die jüngsten Vorfälle in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Man sei dort zwar einigermaßen glimpflich davongekommen, dennoch seien die Länder gut beraten, das Thema hoch zu priorisieren und möglichst eng zusammenzuarbeiten, sagte er.

Folgen des Brandes im Umspannwerk

Nach einem Brand in einem Umspannwerk in Reutlingen Anfang Juni fiel in 7.600 Haushalten zeitweise der Strom aus. Der Vorfall führte vor Ort zu spürbaren Einschränkungen und gilt inzwischen als Beispiel dafür, wie schnell Störungen an Energieanlagen in der Fläche Wirkung entfalten können.

Die Aussagen von Cem Özdemir fügen sich in eine Entwicklung, in der Angriffe und Störfälle an Energieanlagen und anderen kritischen Infrastrukturen zunehmend als sicherheitspolitische Herausforderung betrachtet werden. Der Brand im Reutlinger Umspannwerk mit mehreren tausend betroffenen Haushalten zeigt, wie verwundbar Stromnetze selbst bei einem regional begrenzten Vorfall sind.

Neue Bedrohungslage für kritische Infrastruktur

Wenn der Grünen-Politiker von dramatisch veränderten Sicherheitserfordernissen spricht, verweist er auf eine Lage, in der klassische Kriminalität, politisch motivierte Angriffe und mögliche fremdstaatliche Einflüsse ineinander greifen. Umspannwerke, Flughäfen oder Kommunikationsknoten gelten als „kritische Infrastruktur“, weil Störungen dort schnell viele Menschen betreffen und Vertrauen in staatliche Schutzfähigkeit beschädigen können.

Konsequenzen für Bund, Länder und Betreiber

Özdemirs Forderung nach „Tempo“ beim Schutz zielt auf schnellere Entscheidungen und Investitionen: bessere physische Sicherung von Anlagen, mehr Überwachungstechnik und engere Abstimmung zwischen Ländern, Bund und privaten Betreibern. Dass er ausdrücklich eine enge Zusammenarbeit der Länder anspricht, unterstreicht, dass Sicherheitsmaßnahmen über einzelne Bundesländer hinaus koordiniert werden müssen, um Angriffe nicht von einem Netzteil auf das andere ausweichen zu lassen.

Bedeutung für Bürgerinnen und Bürger

Für die Bevölkerung geht es dabei nicht nur um abstrakte Gefahrenlagen, sondern um sehr konkrete Folgen: Stromausfall, eingeschränkter Flugverkehr oder gestörte Telekommunikation können Alltag und Wirtschaft unmittelbar beeinträchtigen. Die politische Debatte wird sich daher verstärkt darum drehen, wie viel Aufwand und Eingriff – etwa durch Videoüberwachung – notwendig und vertretbar ist, um solche Risiken zu begrenzen und gleichzeitig Freiheitsrechte zu wahren.

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