Bahnstrecke Berlin–Stettin, Angermünde–Passow

Bahnstrecke Berlin–Stettin erst 2028 fertig

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 12:07 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Deutsche Bahn verschiebt die geplante Fertigstellung des deutschen Abschnitts erneut. Ursache sind fehlende Kapazitäten bei der Leit- und Sicherungstechnik; der Schienenersatzverkehr vor der polnischen Grenze bleibt damit zunächst bestehen.

Bau der Bahn-Strecke Berlin-Stettin verzögert sich noch ein Jahr
Ausbaustrecke AngermĂĽnde - Stettin (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Bau der neuen Bahnstrecke zwischen Berlin und Stettin verzögert sich um ein weiteres Jahr. Die Deutsche Bahn teilte am Freitag mit, dass die Fertigstellung des deutschen Abschnitts zwischen Angermünde und der deutsch-polnischen Grenze nun für Dezember 2028 vorgesehen ist.

Ursprünglich sollte die Ausbaustrecke bereits im Dezember 2027 fertiggestellt werden. Als Grund nannte die Bahn Kapazitätsengpässe am Markt für Leistungen der Leit- und Sicherungstechnik.

Technik verhindert Abschluss im Jahr 2027

„Trotz des großen Engagements aller Beteiligten können die erforderlichen Arbeiten im Jahr 2027 nicht mehr umgesetzt werden“, hieß es von der Bahn. Der erste Abschnitt zwischen Angermünde und Passow ist nach Angaben des Unternehmens bis auf Restarbeiten weitgehend fertiggestellt.

Im zweiten Abschnitt zwischen Passow und der deutsch-polnischen Grenze sollen bis Ende 2027 rund 95 Prozent der Arbeiten abgeschlossen sein. Dazu zählen unter anderem Gleisanlagen, Bahnsteige sowie Maste und die Oberleitung.

Strecke war bereits mehrfach verschoben worden

Der Ausbau der Verbindung hat sich bereits mehrfach verzögert. Ursprünglich war eine Realisierung bis 2020 vorgesehen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war auf Teilen der Strecke ein Gleis abgebaut worden. Zudem war ein großer Teil der Verbindung nicht elektrifiziert. Im letzten Abschnitt vor der Grenze sind die Gleise derzeit vollständig entfernt; dort verkehren Busse im Schienenersatzverkehr.

Die Verbindung Berlin–Stettin ist ein grenzüberschreitendes Infrastrukturprojekt mit Bedeutung für den Personen- und Güterverkehr zwischen Deutschland und Polen. Der deutsche Abschnitt zwischen Angermünde und der polnischen Grenze soll elektrifiziert und umfassend modernisiert werden. Dazu gehören neue beziehungsweise modernisierte Gleise, Bahnsteige, Oberleitungen sowie Leit- und Sicherungstechnik.

Die erneute Verschiebung auf Dezember 2028 verlängert eine Planungsgeschichte, die bereits von mehreren Terminänderungen geprägt ist. Ursprünglich war die Fertigstellung des Ausbaus bis 2020 vorgesehen. Historische Einschnitte wie der Abbau eines Gleises nach dem Zweiten Weltkrieg und die fehlende Elektrifizierung haben dazu beigetragen, dass die Strecke über lange Zeit nicht durchgehend leistungsfähig war.

Folgen fĂĽr Pendler und grenzĂĽberschreitenden Verkehr

Für Reisende bleibt die wichtige Verbindung im letzten Abschnitt vor der Grenze zunächst unterbrochen; dort wird Schienenersatzverkehr eingesetzt. Der Baufortschritt im Abschnitt Passow–Grenze soll zwar bis Ende 2027 bei rund 95 Prozent liegen, die fehlende Leit- und Sicherungstechnik verhindert jedoch die vollständige Inbetriebnahme.

Für die Bahn bedeutet der Engpass, dass ein weitgehend fertiggestellter Streckenabschnitt nicht unmittelbar genutzt werden kann. Entscheidend wird deshalb sein, ob die verbleibenden technischen Arbeiten planmäßig gebündelt und abgeschlossen werden können. Mit der Verschiebung verschiebt sich zugleich der Zeitpunkt, zu dem die modernisierte Verbindung ihre volle Wirkung für den regionalen und internationalen Verkehr entfalten kann.

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