Bayern, Lauterbach

Bayern wirft Lauterbach TÀuschung bei KassenbeitrÀgen vor

21.10.2024 - 06:21:49

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach wirft Bundesminister Karl Lauterbach im Streit um den Anstieg der KrankenkassenbeitrĂ€ge eine TĂ€uschung der Öffentlichkeit vor.

Der SPD-Politiker mache falsche Angaben, wenn er fĂŒr 2026 höhere BeitrĂ€ge ausschließe und den angekĂŒndigten Sprung der ZusatzbeitrĂ€ge auf Kosten der Krankenhausreform zurĂŒckfĂŒhre, sagte die CSU-Politikerin der "Augsburger Allgemeinen".

"Lauterbach tĂ€uscht die Öffentlichkeit", sagte Gerlach. "Denn ab dem Jahr 2026 kommen mit dem von ihm geplanten Transformationsfonds zusĂ€tzliche Kosten in Milliardenhöhe auf die Krankenkassen zu."

Insgesamt mĂŒssten die Kassen von 2026 an bis 2035 laut dem von der Ampel-Koalition beschlossenen Gesetz zur Krankenhausreform bis zu 25 Milliarden an Kosten fĂŒr den Umbau der Kliniklandschaft bezahlen. Diese erst ĂŒbernĂ€chstes Jahr anfallenden Kosten seien in die jĂŒngste Prognose des SchĂ€tzerkreises fĂŒr die Anhebung der ZusatzbeitrĂ€ge nicht eingepreist. "Die jetzt fĂŒr 2025 prognostizierten Erhöhungen sind die Folge der bisherigen Politik der Bundesregierung und nicht der geplanten Krankenhausreform", kritisierte Gerlach.

Historischer Anstieg des Zusatzbeitrags

Lauterbach (SPD) hat die von Experten vorhergesagte Erhöhung der BeitrĂ€ge historisch genannt. Fachleute des SchĂ€tzerkreises hatten fĂŒr 2025 eine rechnerisch nötige Erhöhung des Zusatzbeitrags um 0,8 Punkte auf 2,5 Prozent vom beitragspflichtigen Einkommen ermittelt. Bei dem Wert handelt es sich um eine theoretische GrĂ¶ĂŸe. Wie sehr der Beitragssatz steigt, entscheidet jede Krankenkasse fĂŒr sich. Der gesamte Beitrag, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen, umfasst daneben den allgemeinen Satz von 14,6 Prozent des Bruttolohns.

Lauterbach erwartet nach der prognostizierten Erhöhung der KrankenkassenbeitrĂ€ge keine weiteren Steigerungen fĂŒr 2026, wie er der "Bild am Sonntag" sagte. "Mit den Reformen, die wir jetzt schon gemacht haben, die jetzt anfangen zu wirken, und den Reformen, die wir gerade machen, kommt tatsĂ€chlich auch dieser Beitragssatzanstieg zu einem Stopp." Ohne Krankenhausreform wĂ€re der Beitragssatz nicht so stark gestiegen, wie es nun erwartet werde.

@ dpa.de