Söder droht Ausstieg Bayerns aus LÀnderfinanzausgleich an
29.07.2025 - 13:56:20"Wir bleiben dabei: Wir klagen weiter", sagte Söder nach einer Kabinettssitzung in MĂŒnchen. "Und wenn es keine Einigung mit LĂ€ndern gibt, wird dieser Finanzausgleich - leider erst zum Ende des Jahrzehnts - aber wird der definitiv gekĂŒndigt. Das machen wir nicht mehr mit".
Zahlungen auf Rekordniveau
Die Zahlungen Bayerns in den LĂ€ndertopf hĂ€tten Rekordniveau erreicht. Sechs Milliarden Euro im halben Jahr mĂŒsse der Freistaat berappen. "Das haben wir noch nie gehabt", sagte Söder. Er sprach von "unverschĂ€mten Höchstlagen". Bayern hatte bereits im vergangenen Jahr eine Klage beim Bundesverfassungsgericht angestrengt.
Nach offiziellen Zahlen hat Bayern in den ersten sechs Monaten bereits 6,672 Milliarden Euro ĂŒberwiesen, gefolgt von Baden-WĂŒrttemberg mit 2,155 Milliarden Euro und Hessen mit 2,039 Milliarden Euro. Als viertes Geberland taucht mit 312 Millionen Euro die Hansestadt Hamburg in der Statistik auf. Bayern liegt nach Regierungsangaben um zwei Milliarden Euro ĂŒber dem Vorjahreswert zum vergleichbaren Zeitpunkt.
Berlin nimmt am meisten
Spitzenreiter bei den NehmerlĂ€ndern ist Berlin mit 2,028 Milliarden Euro, gefolgt von Sachsen mit 1,919 Milliarden Euro und ThĂŒringen mit 1,161 Milliarden Euro. Der Finanzausgleich hat insgesamt ein Volumen von mehr als elf Milliarden Euro. Vier GeberlĂ€ndern stehen derzeit zwölf NehmerlĂ€nder gegenĂŒber.
Bereits vor einigen Tagen hatte Bayerns Finanzminister Albert FĂŒracker (CSU) auf grundlegende Ănderungen bei dem Verteilsystem gedrĂ€ngt. "Auch wenn auf Basis von zwei Quartalen keine Hochrechnung fĂŒr ganz 2025 seriös möglich ist: Die aktuelle Entwicklung ist wirklich höchst besorgniserregend. Es kann so nicht weitergehen", sagte der Finanzminister.

