Söder kritisiert GebĂŒhren-Beschwerde von ARD und ZDF
19.11.2024 - 17:06:34 | dpa.de"Den Rundfunkanstalten wĂŒrde mehr ZurĂŒckhaltung in eigener Sache guttun", sagte Söder. "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist eine tragende SĂ€ule unserer Demokratie, aber er darf die Akzeptanz und den RĂŒckhalt in der Bevölkerung nicht verspielen. In Zeiten knapper Kassen ist eine erzwungene GebĂŒhrenerhöhung das falsche Signal."
Söder: Klage lĂ€sst GespĂŒr fĂŒr allgemeine Lage vermissen
Alle mĂŒssten maĂhalten - auch die Rundfunkanstalten, sagte Söder. "RundfunkbeitrĂ€ge von mehr als neun Milliarden Euro pro Jahr sind mehr als auskömmlich." Vor einer Erhöhung der BeitrĂ€ge seien erst entschlossene Reformen und SparbemĂŒhungen nötig. "Wir haben im LĂ€nderkreis dazu strukturelle Reformen beschlossen, die erst wirken sollten. Eine GebĂŒhrenerhöhung ĂŒber eine Klage ist das falsche Signal und kostet weiteres Vertrauen. Es geht um ein GespĂŒr fĂŒr die allgemeine Lage. Die Klage lĂ€sst dieses GespĂŒr leider vermissen", kritisiert der CSU-Chef.
ARD und ZDF ziehen fĂŒr eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags auf 18,94 Euro vor das Bundesverfassungsgericht. Die Verfassungsbeschwerde richtet sich dagegen, dass die BundeslĂ€nder bislang keinen entsprechenden Beschluss gefasst haben und damit eine fristgerechte Anhebung zum 1. Januar 2025 nicht mehr möglich ist, wie die öffentlich-rechtlichen Sender mitteilten.
Erneute Beratungen der LĂ€nderchefs im Dezember
Die LÀnderchefs wollen bei ihrem MinisterprÀsidententreffen Mitte Dezember erneut beraten. ARD und ZDF erhöhen mit der Verfassungsbeschwerde nun den Druck. Das Deutschlandradio ist nicht an der Beschwerde beteiligt.
Aktuell betrĂ€gt der Rundfunkbeitrag monatlich 18,36 Euro. Insgesamt kommen so rund neun Milliarden Euro fĂŒr den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zusammen. Die Erhöhung um 58 Cent hatten Finanzexperten - die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) - fĂŒr die nĂ€chste Beitragsperiode von 2025 bis 2028 empfohlen.
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