Spione, BND

Spione werben fĂŒr sich: Der BND sucht Nachwuchs auf Gamescom

22.08.2024 - 04:45:36

Behörden sind schon lange auf Messen prĂ€sent - ob Bundeswehr, Polizei oder FinanzĂ€mter, sie alle suchen Nachwuchs. Inzwischen ist dort auch ein Dienst prĂ€sent, der sonst die Öffentlichkeit scheut.

  • Mitarbeiter des BND stehen am Gamescom-Messestand ihrer Behörde. Die Bundesbehörde zĂ€hlt circa 6.500 BeschĂ€ftigte. - Foto: Oliver Berg/dpa

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  • Eine Cosplayerin mit dem kryptischen Namen AJ unterstĂŒtzt den BND. - Foto: Oliver Berg/dpa

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  • «Wir suchen Terroristen», wirbt der BND. - Foto: Oliver Berg/dpa

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Mitarbeiter des BND stehen am Gamescom-Messestand ihrer Behörde. Die Bundesbehörde zĂ€hlt circa 6.500 BeschĂ€ftigte. - Foto: Oliver Berg/dpaEine Cosplayerin mit dem kryptischen Namen AJ unterstĂŒtzt den BND. - Foto: Oliver Berg/dpa«Wir suchen Terroristen», wirbt der BND. - Foto: Oliver Berg/dpa

Deutschlands Auslandsgeheimdienst BND wirbt bei der Computerspiele-Messe Gamescom mit einem großen Stand um Personal. «Es gibt eine Schnittmenge zwischen den Besucherinnen und Besuchern der Gamescom und den Personen, die wir gern als Nachwuchs in unseren eigenen Reihen hĂ€tten», sagt Pressesprecherin Julia Linner der dpa. Man suche hĂ€nderingend nach neuen KrĂ€ften. «Der FachkrĂ€ftemangel macht auch vor dem BND nicht halt.»

Die Geheimdienst-Mitarbeiter tragen auf der Gamescom im Gegensatz zu den meisten anderen Messebesuchern keine Namensschilder. Die Bundesbehörde zĂ€hlt circa 6.500 BeschĂ€ftigte - von ihnen sind 4.000 in Berlin, 1.000 in Pullach bei MĂŒnchen und 1.500 im Ausland oder anderswo in Deutschland. Beim Gamescom-Stand seien BND-Kollegen vor Ort, die «sehr praxisnah aus dem Arbeitsalltag berichten», wie es Behördensprecherin Linner formuliert. 

IT-Experten sind gefragt

Interessierte können an Computern spielerisch Aufgaben lösen - so mĂŒssen sie etwa DatensĂ€tze finden, die auf einen fiktiven Terroranschlag hinweisen. Diese Aufgabe macht deutlich, worum es dem BND vor allem geht: um Computerexperten, die sich auskennen im World Wide Web und in der Programmierwelt. 

Nach Darstellung von Pressesprecherin Linner bietet sich der BND fĂŒr Gamer durchaus an, da es in der Spielewelt und in der Behörde gewisse Ähnlichkeiten gebe. «Unsere Mitarbeitenden sind computer- und technikaffin, sie begeben sich auf Missionen, schlĂŒpfen in Rollen und nehmen verschiedene IdentitĂ€ten an, um Informationen zu gewinnen – Ă€hnlich wie Charaktere in Videospielen.» 

BND zwischen Bundeswehr und RĂŒstungskonzern

Aber ist es nicht ein Widerspruch, dass Spione öffentlich auftreten und sichtbar fĂŒr alle fĂŒr sich werben? «Das ist eine Maßnahme, die man mittlerweile ergreifen muss», sagt Linner. 

Der BND-Stand ist bei der Gamescom etwas abseits des ĂŒblichen Trubels in einer Halle, in der sich auch andere Arbeitgeber dem Messepublikum prĂ€sentieren. Direkt neben dem BND ist die Bundeswehr positioniert, gegenĂŒber der RĂŒstungskonzern Rheinmetall und eine Vertretung des Bundestags. Sie alle wollen das Interesse der Vorbeigehenden gewinnen. 

Small Talk ist nicht unbedingt nötig

Der BND legt sich dabei besonders ins Zeug und schickt bei dem Kölner Event eine Cosplayerin ins Rennen, um die Gunst des Messepublikums zu gewinnen: Eine Frau ist als eine Art WĂŒstenkriegerin verkleidet - mit einem Schild auf dem RĂŒcken, das den Schutz der Demokratie symbolisieren soll. Sie verteilt Visitenkarten, auf denen sie sich als «Operateurin AJ» vorstellt. Was AJ heißt, bleibt geheim.

Der Karte zufolge hat AJ ihre StĂ€rke in der Kategorie Tarnung, hier hat sie drei von drei Punkten. In der Kategorie AnfĂŒhrerin sind es zwei von drei Punkten und im Small Talk ist es nur einer von drei. Plaudertaschen sind beim BND nicht gefragt.

Der BND war bereits 2023 auf der Gamescom, damals aber nur mit einem kleinen Stand. Auf Karriere- und IT-Messen ist der Geheimdienst schon lÀnger prÀsent.

@ dpa.de