BehördengÀnge: 53 Prozent empfinden Verwaltung komplizierter
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 06:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSUnterschiede nach Alter und Bildung
- 53 Prozent der Befragten erleben Vorschriften und BehördengÀnge als komplizierter.
- Bei den ĂŒber 60-JĂ€hrigen sehen nur sechs Prozent eine Vereinfachung.
- Die Forsa-Umfrage basiert auf 1.009 Befragten und lief vom 21. bis 26. Oktober 2026.
Forsa-Umfrage zeigt wachsenden Verwaltungsaufwand
FĂŒr 53 Prozent der Deutschen sind BehördengĂ€nge und bĂŒrokratische VorgĂ€nge in den vergangenen Jahren komplizierter geworden. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Nachrichtensenders ntv hervor, fĂŒr die 1.009 Menschen befragt wurden.
Nur wenige sehen eine Vereinfachung
13 Prozent der Befragten haben den Eindruck, dass Vorschriften, Formulare, Genehmigungen oder der Umgang mit Ămtern einfacher geworden sind. 29 Prozent nahmen keine VerĂ€nderung wahr.
Ăltere beklagen hĂ€ufiger zunehmende BĂŒrokratie
Bei den 18- bis 29-JĂ€hrigen empfinden 41 Prozent die Verwaltung als komplizierter. In der Altersgruppe von 45 bis 59 Jahren liegt der Anteil bei 60 Prozent, bei den ĂŒber 60-JĂ€hrigen bei 58 Prozent.
Unter den Ă€lteren Befragten sehen lediglich sechs Prozent eine Vereinfachung bĂŒrokratischer VorgĂ€nge. Damit fĂ€llt dieser Wert deutlich niedriger aus als in den jĂŒngeren Altersgruppen.
Bildungsabschluss beeinflusst Wahrnehmung
Bei Menschen mit Hauptschulabschluss empfinden 62 Prozent Vorschriften und VerwaltungsvorgÀnge als komplizierter. Unter Befragten mit mittlerem Schulabschluss sind es 58 Prozent.
Bei Menschen mit Abitur oder Studium liegt der Anteil bei 46 Prozent. In dieser Gruppe nehmen zugleich 19 Prozent eine Vereinfachung wahr.
Erhebung Ende Oktober
Die Befragung wurde vom 21. bis 26. Oktober 2026 durchgefĂŒhrt. Forsa erhob die EinschĂ€tzungen nach eigenen Erfahrungen der Teilnehmer mit Behörden und bĂŒrokratischen Verfahren.
Die Forsa-Zahlen beschreiben vor allem die Alltagserfahrung mit Verwaltung: Formulare, Nachweise, Genehmigungen und ZustĂ€ndigkeiten werden von vielen BĂŒrgern nicht als einfacher, sondern als aufwendiger wahrgenommen. Dass Ă€ltere Befragte besonders hĂ€ufig eine Verschlechterung sehen, kann mit hĂ€ufigerem Kontakt zu Behörden, etwa bei Rente, Pflege, Gesundheit oder Wohnen, zusammenhĂ€ngen. Die Umfrage weist diesen Zusammenhang jedoch nicht aus.
Der Bildungsunterschied verweist auf eine praktische ZugangshĂŒrde. Wer digitale AntrĂ€ge, Fachsprache oder umfangreiche Nachweispflichten schwerer bewĂ€ltigt, ist stĂ€rker auf Beratung, Angehörige oder persönliche Termine angewiesen. Vereinfachte Verfahren mĂŒssen deshalb nicht nur online verfĂŒgbar, sondern auch verstĂ€ndlich, barrierearm und analog erreichbar sein.
BĂŒrokratieabbau bleibt Umsetzungsaufgabe
Aktuelle Debatten zeigen, dass BĂŒrokratie sowohl Privathaushalte als auch Unternehmen belastet. VerbĂ€nde warnten zuletzt vor zusĂ€tzlichen jĂ€hrlichen BĂŒrokratiekosten im mittleren zweistelligen Millionenbereich im Zusammenhang mit einer geplanten Plastiksteuer. Das verstĂ€rkt den politischen Druck, Regeln zu bĂŒndeln, Daten nur einmal abzufragen und ZustĂ€ndigkeiten klarer zu machen.
FĂŒr BĂŒrger zĂ€hlt am Ende weniger die Zahl politischer AnkĂŒndigungen als der konkrete Ablauf: ein verstĂ€ndliches Formular, eine erreichbare Behörde und eine verlĂ€ssliche Entscheidung. Die Forsa-Daten legen nahe, dass Verbesserungen bislang nicht flĂ€chendeckend im Alltag ankommen.
