Politisch motivierte KriminalitÀt steigt um 40 Prozent
20.05.2025 - 11:46:36In Deutschland sind im vergangenen Jahr mehr als 84.000 politisch motivierte Straftaten verĂŒbt worden, so viele wie in keinem anderen Jahr seit EinfĂŒhrung der bundesweiten Statistik 2001. Im Vergleich zu 2023 stieg die Zahl der polizeibekannten Delikte mit politischem Motiv um rund 40 Prozent. Das Bundeskriminalamt sieht unter anderem Wahlen und den Nahost-Konflikt als Ursachen fĂŒr die Zunahme politisch motivierter Straftaten.Â
Neben der Europawahl im Juni gab es 2024 Landtagswahlen in Sachsen, ThĂŒringen und Brandenburg sowie die Teilwiederholung der Bundestagswahl in Berlin. Zudem warf die vorgezogene Bundestagswahl ihre Schatten voraus.Â
Am stĂ€rksten war der Anstieg 2024 bei den Straftaten, die mutmaĂlich rechts motiviert waren. Ihre Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr laut Polizeistatistik von 28.945 Straftaten auf 42.788 Delikte.
Auch unter den 4.107 Gewalttaten mit politischem Motiv im vergangenen Jahr ist der Anteil jener, die laut Polizei einen rechten Hintergrund haben, mit rund 36 Prozent besonders hoch. 975 Gewalttaten - knapp 24 Prozent - entfielen auf den Bereich «auslÀndische Ideologie». 762 Gewalttaten - knapp 19 Prozent - rechnete die Polizei dem linken Spektrum zu.
Zunahme auch bei «HasskriminalitÀt»
Wenn die UmstÀnde der Tat oder die Einstellung des TÀters Anhaltspunkte liefern, dass er aufgrund von Vorurteilen - etwa bezogen auf ethnische Herkunft, Religionszugehörigkeit oder Geschlecht - gehandelt hat, spricht die Polizei von sogenannter HasskriminalitÀt. In 19.481 FÀllen sahen die Polizeibeamten «Fremdenfeindlichkeit» als Motiv.
Straftaten im Kontext des Krieges in Nahost
In 6.236 FĂ€llen wurde in der Eingangsstatistik der Polizei ein mutmaĂlich antisemitisches Motiv aktenkundig. Von den insgesamt 7.328 politisch motivierten Straftaten, die die Polizei den Unterthemenfelder «Israel» und «PalĂ€stina» zugeordnet hat, sah sie in 2.832 FĂ€llen eine antisemitische Tatmotivation. Ein groĂer Teil der 793 politisch motivierten Gewaltstraftaten, die im Kontext des Nahost-Konflikts polizeibekannt wurden, stand in Zusammenhang mit Demonstrationen und Protestaktionen. Das lĂ€sst sich an der Art der Delikte erkennen lĂ€sst - darunter 111 FĂ€lle von Landfriedensbruch und 385 Widerstandsdelikte.







