Kirchenbindung und die ReligiositĂ€t gehen zurĂŒck
14.11.2023 - 15:38:47Die Kirchenbindung und die ReligiositĂ€t gehen einer Erhebung zufolge in Deutschland deutlich zurĂŒck. Zu diesem Ergebnis kommt die sechste Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Vorgestellt wurde sie auf der Synodentagung der EKD in Ulm. «Das VerhÀltnis zur Kirche ist immer individueller bestimmt», sagte Volker Jung, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der EKD-KMU bei der Vorstellung.
43 Prozent der Menschen in Deutschland konfessionslos
Der Untersuchung zufolge wĂ€chst die Gruppe der Konfessionslosen. Zum Zeitpunkt der Studie waren demnach 43 Prozent der Menschen in Deutschland konfessionslos. Evangelisch waren 23 Prozent, katholisch 25 Prozent. Anderen Religionsgemeinschaften gehörten laut Untersuchung 9 Prozent an. Schreibe man die Entwicklung fort, wĂŒrden Konfessionslose voraussichtlich 2027 die 50-Prozent-Marke ĂŒberschreiten.
Trotzdem sei es nicht das Ziel, mehr zu werden, sagte anschlieĂend die RatsprĂ€sidentin Annette Kurschus. Kirche mĂŒsse Hoffnung und Kraft ausstrahlen, dann wĂŒrden sich auch wieder mehr Menschen angezogen fĂŒhlen.
Kirchen sollen sich grundlegend verÀndern
Sowohl Kirchenbindung als auch ReligiositĂ€t gehen laut der Studie zurĂŒck. AuĂerdem gleichen sich die Profile von Mitgliedern verschiedener Konfessionen an. Sie erwarten demnach, dass ihre Kirche sich grundlegend verĂ€ndert. Demnach finden das 80 Prozent der evangelischen und 96 Prozent der katholischen Kirchenmitglieder. Neben religiöser Kommunikation erwarten sie auch, dass ihre Kirche sich zu gesellschaftspolitischen Situationen Ă€uĂert.
Die Koordination der Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung lag beim Kirchenamt der EKD. Befragt wurden demnach mehr als 5000 Menschen zwischen Oktober und Dezember 2022. Bereits seit 1972 werden Daten rund um das Thema Kirchenmitgliedschaft erhoben. Neu ist in der aktuellen Untersuchung, dass unter den Befragten nicht nur evangelische Kirchenmitglieder und Konfessionslose, sondern auch katholische und Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften waren.
Die EKD vertritt als Dachorganisation von 20 Landeskirchen 19,2 Millionen evangelische Christinnen und Christen in Deutschland. Auf der Tagesordnung fĂŒr Dienstag stand auch ein Bericht des Beteiligungsforums Sexualisierte Gewalt.


