BKA, Internetkriminalität

BKA: Hinweise auf strafbare Inhalte sinken auf 4.962

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Beim BKA sind im ersten Halbjahr deutlich weniger Hinweise auf strafbare Inhalte im Internet eingegangen. Ein wesentlicher Grund liegt in der Neuausrichtung der hessischen Meldestelle.

Hessische Meldestelle prägt Halbjahresvergleich

  • Das BKA registrierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 4.962 Meldungen.
  • Im ersten Halbjahr 2025 waren es noch 11.427 Hinweise auf strafbare Inhalte.
  • Knapp 6.500 Meldungen kamen damals über Hessens Anlauf- und Beratungsstelle.
Polizei (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

BKA registriert weniger Hinweise aus dem Netz

Die beim Bundeskriminalamt angesiedelte Zentrale Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet hat im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 4.962 Meldungen erhalten. Im Vorjahreszeitraum waren es 11.427 Hinweise.

Rückgang folgt auf jahrelange Anstiege

Die Zahlen fallen damit erstmals nach mehreren Jahren des Anstiegs wieder deutlich. Die Meldungen kamen von Behörden, zivilgesellschaftlichen Meldestellen und weiteren Kooperationspartnern.

Die Bundesregierung legte die Angaben in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Frage der AfD vor. Die Zentrale Meldestelle ist beim Bundeskriminalamt angesiedelt und bündelt Hinweise auf mögliche strafbare Inhalte im Internet.

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Hessen ändert seine Meldestruktur

Der Rückgang hängt auch mit einer politischen Kurskorrektur in Hessen zusammen. Aus der bundesweit offenen Meldestelle „Hessen gegen Hetze“ wurde eine auf hessische Betroffene konzentrierte Beratungsstelle.

Hessen hatte zuvor maßgeblich zum Anstieg der Fallzahlen beigetragen. Knapp 6.500 der 11.427 Hinweise im ersten Halbjahr 2025 gingen über die hessische Anlauf- und Beratungsstelle bei Hass und Hetze im Netz ein.

Statistik hängt von Meldewegen ab

Die Entwicklung der ZMI-Zahlen bildet daher nicht allein die Zahl strafbarer Inhalte im Internet ab. Sie zeigt auch, wie viele Hinweise Partner sammeln und an die zentrale Stelle weiterleiten.

Mit der Neuausrichtung in Hessen verändert sich der Kreis der erfassten Meldungen. Der aktuelle Rückgang muss deshalb im Zusammenhang mit dieser organisatorischen Veränderung betrachtet werden.

Der Rückgang der Meldungen bei der Zentralen Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet fällt deutlich aus: Im ersten Halbjahr 2026 gingen beim Bundeskriminalamt 4.962 Hinweise ein, nach 11.427 im Vorjahreszeitraum. Das entspricht rechnerisch einem Minus von rund 57 Prozent.

Die Entwicklung lässt sich jedoch nicht unmittelbar als Rückgang strafbarer Inhalte im Netz lesen. Die Statistik erfasst zunächst Meldungen von Behörden, zivilgesellschaftlichen Stellen und weiteren Partnern. Ihre Zahl hängt deshalb auch davon ab, welche Organisationen Hinweise sammeln, nach welchen Kriterien sie weiterleiten und wie Zuständigkeiten organisiert sind.

Hessen verändert die Statistik

Besonders stark wirkt sich die Neuordnung der hessischen Meldestelle aus. Aus „Hessen gegen Hetze“ wurde eine Beratungsstelle, die sich auf Betroffene in Hessen konzentriert. Im ersten Halbjahr 2025 hatte die hessische Stelle noch knapp 6.500 der bundesweit 11.427 Hinweise beigetragen. Allein diese Verschiebung erklärt daher einen erheblichen Teil des aktuellen Rückgangs.

Für die Bewertung der Zahlen ist deshalb entscheidend, Meldestatistik und tatsächliche Kriminalitätsentwicklung getrennt zu betrachten. Die ZMI bleibt ein wichtiger Zugang für Hinweise auf mögliche Straftaten, doch Veränderungen bei Meldewegen können die Jahresvergleiche erheblich beeinflussen.

Politischer Streit über Meldestellen

Die Zahlen dürften zugleich die Debatte über staatliche und zivilgesellschaftliche Meldestrukturen beeinflussen. Weniger eingehende Hinweise können eine veränderte Erfassung bedeuten, aber auch eine geringere Sichtbarkeit von Fällen. Für Betroffene und Ermittler bleibt maßgeblich, ob strafbare Inhalte weiterhin schnell gemeldet, rechtlich bewertet und verfolgt werden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

BR: „Wenigere Hinweise auf mutmaßlich strafbare Inhalte im Netz“ (19.10.2026)

Der Beitrag bestätigt den deutlichen Rückgang und nennt knapp 5.000 Hinweise bei der zentralen Meldestelle. Im Mittelpunkt steht die Größenordnung der Entwicklung; die strukturelle Rolle der hessischen Meldestelle wird dort im verfügbaren Beitrag nicht vertieft.

Übergreifend bestätigt sich damit der Rückgang der registrierten Hinweise. Offen bleibt, wie stark die veränderte hessische Zuständigkeit den Vergleich prägt und welche Aussagekraft die Zahlen für die tatsächliche Verbreitung strafbarer Inhalte haben.

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