EiskunstlÀufer, Absturzopfern

EiskunstlÀufer unter Absturzopfern: «Schreckliche Tragödie»

30.01.2025 - 17:35:35

Beim Flugzeugabsturz von Washington sterben auch EiskunstlÀufer, Betreuer und Familienangehörige. Ein Vereinschef gibt ein emotionales Statement ab. Auch zwei Ex-Weltmeister sind unter den Opfern.

  • RettungskrĂ€fte suchen im Potomac River nach Überlebenden und Opfern des Flugzeugabsturzes. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

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  • Am Morgen nach dem Absturz suchen Helfer nach Überlebenden und Toten in Washington. - Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa

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  • Jewgenija Schischkowa und Wadim Naumow sind unter den Opfern des Absturzes. - Foto: Shizuo Kambayashi/AP/dpa

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RettungskrĂ€fte suchen im Potomac River nach Überlebenden und Opfern des Flugzeugabsturzes. - Foto: Alex Brandon/AP/dpaAm Morgen nach dem Absturz suchen Helfer nach Überlebenden und Toten in Washington. - Foto: Carolyn Kaster/AP/dpaJewgenija Schischkowa und Wadim Naumow sind unter den Opfern des Absturzes. - Foto: Shizuo Kambayashi/AP/dpa

Bei Instagram stellt Spencer Lane noch ein Foto aus dem Flugzeug online, bevor die Maschine von Wichita nach Washington abfliegt. Auf dem Airport der US-Hauptstadt kommen der Eiskunstlauf-Teenager, andere Nachwuchssportler, Eltern und Trainern aber nicht an. Nach einer Kollision mit einem MilitĂ€rhubschrauber stĂŒrzt die Maschine in Washington in den Fluss Potomac. Keiner der insgesamt 67 Insassen des Flugzeugs und des Helikopters ĂŒberleben, so die niederschmetternde EinschĂ€tzung der Feuerwehr.

Ersten Erkenntnissen zufolge sterben 14 Menschen aus der Eiskunstlauf-Gruppe, die gerade von den US-Meisterschaften und einem Nachwuchscamp zurĂŒck nach Washington fliegen. Das sagt Doug Zeghibe, der Chef eines Schlittschuhvereins in Boston, bei dem auch Spencer Lane aktiv ist. Neben dem jungen Mann sterben dessen Teamkollegin Jinna Han und die MĂŒtter der beiden.

Russische Ex-Weltmeister Schischkowa und Naumow unter Opfern

Und auch zwei frĂŒhere Eiskunstlauf-Stars sind unter den Opfern: Die ehemaligen PaarlĂ€ufer Jewgenija Schischkowa und Wadim Naumow, die 1994 fĂŒr Russland WM-Gold geholt hatten, wollten ebenfalls ĂŒber Washington zurĂŒck nach Boston. Dort waren sie seit 2017 als Trainer in dem Verein angestellt, dort wartete auch ihr Sohn Maxim, der Tage zuvor noch selbst in Wichita bei den US-Meisterschaften angetreten war. «Das ist eine sehr schreckliche Tragödie», sagte Zeghibe, dem vor Journalisten mehrmals die Stimme stockte.

Der SportfunktionÀr schildert, dass die Eiskunstlauf-Gemeinde in Amerika sehr eng vernetzt sei. Nach vielen nÀchtlichen Telefonaten konnte er daher berichten, dass neben den sechs Toten aus seinem Verein noch acht weitere EiskunstlÀufer ums Leben kamen. Unklar blieb zunÀchst, ob es sich bei ihnen um Sportlerinnen oder Sportler, Betreuer oder Familienangehörige handelte.

Auch Kreml berichtet ĂŒber verunglĂŒckte Ex-Weltmeister

Dass sechs junge Menschen und Betreuer aus seinem Verein starben, sei eine «furchtbare» Zahl, sagte er. Aber «irgendwie bin ich froh, dass es nur sechs sind», ergÀnzte er. Zuvor hatten russische Medien bereits berichtet, dass Schischkowa und Naumow in Washington ums Leben kamen. Auch ein Sprecher des Kreml in Moskau bestÀtigte, dass Russen unter den Opfern waren.

Feuerwehr rechnet nicht mit Überlebenden

Nach BehördeneinschĂ€tzungen kamen bei dem Unfall alle 67 Passagiere des kommerziellen Flugzeugs und des Helikopters ums Leben. «Zum jetzigen Zeitpunkt glauben wir nicht, dass es Überlebende gibt», sagte Feuerwehrchef John Donnelly. Die Bergungsarbeiten am Fluss Potomac, in den das Flugzeug nach der Kollision stĂŒrzte, dauerten am Morgen nach dem Crash an.

«Wir sind erschĂŒttert ĂŒber diese unsĂ€gliche Tragödie und schließen die Familien der Opfer in unser Herz», hieß es in der ErklĂ€rung des amerikanischen Eiskunstlaufverbandes. Der Weltverband ISU teilte in einem Statement mit, dass die Eislauf-Welt «tief geschockt» sei. «Es bricht uns das Herz, zu erfahren, dass EiskunstlĂ€ufer zusammen mit ihren Familien, Freunden und Trainern an Bord waren.»

Zweiter Flugzeugabsturz fĂŒr US-EiskunstlĂ€ufer

Auch das Internationale Olympische Komitee kondolierte. «Unsere Gedanken sind bei den Opfern, deren Familien und deren Liebsten in dieser unglaublich schweren Zeit», sagte IOC-PrÀsident Thomas Bach in einer Mitteilung.

«Wir haben Familienmitglieder verloren», sagte Doug Zeghibe vom Skating Club of Boston. Er ist sich sicher, dass dieses UnglĂŒck lange nachhallen wird in seinem Verein und im US-Eiskunstlaufen. Schon 1961 hatte es einen Flugzeugabsturz gegeben, bei dem das ganze amerikanische Eiskunstlaufteam in Belgien ums Leben kam. Auch damals waren Sportlerinnen und Sportler aus Boston unter den Opfern, wie Zeghibe schilderte.

@ dpa.de