Wirtschaftsweise, Grimm

Wirtschaftsweise Grimm: Rente mit 63 einschrÀnken

02.03.2024 - 08:14:26

Bereits mit 63 Jahren in die Rente gehen? Das klingt fĂŒr viele Menschen attraktiv. Doch das Modell verschĂ€rft den FachkrĂ€ftemangel, sagt die Wirtschaftsweise. Sie plĂ€diert fĂŒr strengere Regeln.

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat sich dafĂŒr ausgesprochen, die «Rente mit 63» nur noch Menschen mit gefĂ€hrdeter Gesundheit zu ermöglichen. «Ein frĂŒhzeitiger Renteneintritt ohne AbschlĂ€ge sollte dann möglich sein, wenn es gesundheitliche GrĂŒnde gibt», sagte die Ökonomin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die jetzige Regelung zur «Rente mit 63» schaffe fĂŒr viele einen Anreiz, frĂŒher in den Ruhestand zu gehen, ob mit oder ohne AbschlĂ€ge. «Vor allem Gutverdiener machen davon Gebrauch. Das verschĂ€rft den FachkrĂ€ftemangel», beklagte Grimm.  

Die damalige Koalition von Union und SPD hatte die vorgezogene Altersrente ohne AbschlĂ€ge ab 45 Jahren Versicherungszeit 2014 eingefĂŒhrt. Bei der EinfĂŒhrung hatte die Regierung jĂ€hrlich rund 200.000 Antragsteller prognostiziert - die Prognosen werden Jahr fĂŒr Jahr deutlich ĂŒbertroffen. Arbeitgeber, die Union, aber auch Politiker von GrĂŒnen und FDP hatten sich fĂŒr eine Abkehr von der «Rente mit 63» ausgesprochen. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat solche Forderungen aber zurĂŒckgewiesen. 

Grimm kritisierte, in den vergangenen Jahren seien «viele Rentengeschenke» verteilt worden. Der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung sei nicht zuletzt deshalb zwischen 2003 und 2021 von 77 auf 112 Milliarden Euro jÀhrlich angestiegen. Jetzt stehe der Renteneintritt der Babyboomer-Generation bevor. Das Renteneintrittsalter sollte an die Lebenserwartung angepasst werden, forderte Grimm.

@ dpa.de