Gesundheitspolitik, Arzneimittel

2025: Apothekenzahl sinkt auf 16.601 BetriebsstÀtten

13.01.2026 - 11:54:10

Berlin - Das Apothekensterben in Deutschland hĂ€lt an. Zum Jahresende 2025 gab es bundesweit nur noch 16.601 Apotheken. Das sind 440 Apotheken oder 2,6 Prozent weniger als Ende 2024 (17.041). Den 502 Apothekenschließungen standen lediglich 62 Neueröffnungen im Laufe des Jahres 2025 gegenĂŒber. Das zeigen Zahlen der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher ApothekerverbĂ€nde auf Basis von Meldungen der Landesapothekerkammern. Mittlerweile ist der niedrigste Stand an Apotheken seit fast 50 Jahren erreicht - im Jahr 1977 gab es in Ost- und Westdeutschland zusammen 16.374 Apotheken. Seit der Umstellung der Arzneimittelpreisverordnung auf das heute fixe Packungshonorar vor 22 Jahren gab es eine einzige Erhöhung: 2013 wurde die VergĂŒtung minimal um 3,1 Prozent erhöht. Dieser Stillstand hat zur Folge, dass seit 2013 jede fĂŒnfte Apotheke schließen musste (minus 19,7 Prozent). Damals gab es 20.662 Apotheken in Deutschland - das waren 4.061 Apotheken mehr als heute.

"Die Zahl der Apotheken sinkt immer weiter. Das heißt, dass immer mehr Menschen immer weitere Wege bis zur nĂ€chsten Apotheke zurĂŒcklegen mĂŒssen", sagt ABDA-PrĂ€sident Thomas Preis: "Gerade bei außerordentlichen Wetterlagen wie in diesen Tagen kann das fĂŒr Ă€ltere oder immobile Patientinnen und Patienten sehr beschwerlich sein. Die Botendienste der Apotheken sind in solchen Situationen eine zentrale SĂ€ule in der Versorgung dieser Menschen. Sie können aber das Dienstleistungssortiment eines persönlichen Apothekenbesuchs nur teilweise ersetzen. Selbst wenn sich das Apothekensterben im vergangenen Jahr leicht abgeschwĂ€cht hat, sind auch 2025 wieder rund 500 Betriebe unwiederbringlich aus der Versorgung verschwunden. Das ist eine gefĂ€hrliche Entwicklung, denn die Resilienz unserer Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung wird mit jeder Apothekenschließung weiter geschwĂ€cht. Die Versorgung durch ausreichend viele Apotheken gehört zur Daseinsvorsorge der Menschen in unserem Land."

Preis weiter: "Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Seit der letzten Erhöhung des Festhonorars im Jahr 2013 sind die Kosten in den Apotheken um 65 Prozent gestiegen. Dass genau in diesem Zeitraum das Apothekensterben immer dramatischere Dimensionen erreicht, ist daher nicht verwunderlich. FĂŒr immer mehr Apotheken ist ein wirtschaftlicher GeschĂ€ftsbetrieb nicht mehr darstellbar." Im Koalitionsvertrag von Union und SPD aus dem Mai 2025 ist eine Erhöhung des Apothekenhonorars auf 9,50 Euro festgeschrieben. Der ABDA-PrĂ€sident dazu: "Vor dem Hintergrund weiter anhaltender Apothekenschließungen ist es vollkommen unverstĂ€ndlich, dass die Bundesregierung die Erhöhung des Fixhonorars im laufenden Vorhaben der Apothekenreform gĂ€nzlich ausklammert."

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