Investition, VerbÀnde

Kurzstudie zum Sondervermögen: Überschaubarer Wachstumseffekt - steigender Bedarf an Baurohstoffen - keine weitere Zweckentfremdung

26.03.2026 - 10:04:13 | presseportal.de

Berlin - Das "Sondervermögen Infrastruktur und KlimaneutralitĂ€t" (SVIK) wird deutlich weniger wirtschaftliche Impulse auslösen als politisch erwartet. Grund ist die Zweckentfremdung der Investitionen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Kurzstudie des RWI - Leibniz-Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung im Auftrag des Bundesverbands Baustoffe - Steine und Erden e.V. (BBS).

Kurzstudie zum Sondervermögen: Überschaubarer Wachstumseffekt - steigender Bedarf an Baurohstoffen - keine weitere Zweckentfremdung - Foto: presseportal.de
Kurzstudie zum Sondervermögen: Überschaubarer Wachstumseffekt - steigender Bedarf an Baurohstoffen - keine weitere Zweckentfremdung - Foto: presseportal.de

Die Autoren gehen davon aus, dass rund 40 Prozent der Mittel des SVIK ĂŒber die gesamte Laufzeit von 12 Jahren tatsĂ€chlich zusĂ€tzliche Investitionen auslösen. Der Rest ersetzt bereits geplante Ausgaben oder kompensiert KĂŒrzungen im regulĂ€ren Bundeshaushalt. Dadurch fĂ€llt der gesamtwirtschaftliche Effekt nur gering aus: Das Bruttoinlandsprodukt wĂ€chst laut Studie mit SVIK im Durchschnitt lediglich um 0,2 Prozent pro Jahr stĂ€rker als ohne Sondervermögen.

"Angesichts der historischen Verschuldung ist das ein ernĂŒchterndes Ergebnis", sagt Matthias Frederichs, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des BBS. "Wenn die Mittel lediglich bestehende Haushaltslöcher stopfen, wird aus dem Sondervermögen kein Wachstumstreiber." Der Verband verweist mit Sorge auf die jĂŒngeren Untersuchungen des IW Köln und des ifo-Institutes und fordert deshalb eine konsequente ZusĂ€tzlichkeit der Investitionen. "Die Mittel mĂŒssen vollstĂ€ndig zusĂ€tzlich eingesetzt werden - ohne KĂŒrzungen im Kernhaushalt. SpĂ€testens im Bundeshaushalt 2027 muss die Bundesregierung dafĂŒr sorgen", so Frederichs. Ebenso entscheidend seien deutlich schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie eine abgestimmte Investitionsplanung. Zwar befinden sich Beschleunigungsmaßnahmen wie das Infrastruktur-Zukunftsgesetz oder Änderungen im Umweltrechtsbehelfsgesetz im politischen Verfahren. "Doch die Wirkung droht durch politische Kompromisse verwĂ€ssert zu werden. In Teilen von Bundesregierung und Bundestag ist der Ernst der Lage offenbar noch nicht angekommen", kritisiert Frederichs.

Deutlicher Rohstoffbedarf durch Infrastrukturinvestitionen

Positive Effekte des Sondervermögens zeigen sich aufgrund der Ausrichtung noch am ehesten im Tiefbau. Laut RWI-Studie wachse dieser im Projektionszeitraum im Durchschnitt um 2,0 Prozent pro Jahr - rund 0,4 Prozentpunkte stĂ€rker als ohne SVIK. Die zusĂ€tzlichen BauaktivitĂ€ten erhöhen zugleich den Bedarf an mineralischen Rohstoffen. Ausgehend von einer PrimĂ€rrohstoffgewinnung 2022 von 554 Mio. Tonnen dĂŒrfte die Rohstoffnachfrage durch das SVIK bis 2030 auf 583 Mio. Tonnen steigen und damit 45 Mio. Tonnen oberhalb des Szenarios ohne SVIK liegen. Auch in den Folgejahren setze sich dieser Effekt fort: 2035 lĂ€ge die Nachfrage um 43 Millionen Tonnen, 2040 noch um 29 Millionen Tonnen ĂŒber dem Szenario ohne Sondervermögen.

Der BBS verweist darauf, dass der Bedarf bei steigender ZusĂ€tzlichkeit der Investitionen sogar noch deutlich höher liegen könnte: "Mineralische Rohstoffe sind die Grundlage jeder Infrastruktur. Wenn das Sondervermögen wirken soll, muss auch die Rohstoffgewinnung am Beginn der Wertschöpfungskette Bau politisch mitgedacht werden", betont Frederichs. Der Verband verweist auf die hĂ€ufig jahrelang dauernden Planungs- und Genehmigungsverfahren und fordert deshalb, die Rohstoffgewinnung rechtlich zu stĂ€rken und (analog zum Ausbau von erneuerbaren Energien) als ĂŒberragendes öffentliches Interesse einzustufen. Die Bundesregierung plane dies aktuell fĂŒr Infrastrukturprojekte - ohne jedoch die dafĂŒr notwendigen Rohstoffvorhaben mit einzubeziehen. Auch der Einsatz von rund 100 Millionen Tonnen SekundĂ€rrohstoffen pro Jahr leiste bereits heute einen wichtigen Beitrag zur Rohstoffversorgung, könne jedoch den zusĂ€tzlichen Bedarf nicht kompensieren, so Frederichs abschließend.

Über die Studie

Die Kurzstudie "Auswirkungen des Sondervermögen Infrastruktur und KlimaneutralitÀt (SVIK) auf die Baurohstoffnachfrage in Deutschland" wurde vom RWI im Auftrag des Bundesverbands Baustoffe - Steine und Erden e.V. erstellt und steht unter www.baustoffindustrie.de zum Download bereit.

Pressekontakt:

Bundesverband Baustoffe - Steine und Erden e.V.
Luke Voutta
Leiter Politik & Kommunikation
Tel.: (030) 7261999-23
E-Mail: info@bvbaustoffe.de
www.baustoffindustrie.de

Original-Content von: Bundesverband Baustoffe - Steine und Erden e.V. ĂŒbermittelt durch news aktuell

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