EuropÀischer, Gesundheitsdatenraum

EuropÀischer Gesundheitsdatenraum: BPI fordert konsequente EU-weite Harmonisierung

24.04.2024 - 13:40:47

Berlin - Der EuropĂ€ische Gesundheitsdatenraum ist ein wichtiger Schritt fĂŒr die StĂ€rkung der Gesundheitsversorgung in Europa. Allerdings betont Dr. Kai Joachimsen, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI), die dringende Notwendigkeit einer konsequenten europĂ€ischen Harmonisierung im Bereich der Forschungsdaten.

Die heute im EuropĂ€ischen Parlament verabschiedete Memberstate-Kompetenz-Klausel zum European Health Data Space (EHDS) stĂ¶ĂŸt auf Kritik seitens des BPI. "Die Entscheidung der Mitgliedstaaten, Patienten die Ablehnung des Zugriffs auf ihre Gesundheitsdaten durch Angehörige der Gesundheitsberufe oder fĂŒr Forschungszwecke zu ermöglichen, schwĂ€cht die Grundidee eines EuropĂ€ischen Gesundheitsdatenraums", erklĂ€rt Joachimsen. "Eine solche Entwicklung fĂŒhrt klar zu einem QualitĂ€tsverlust bei der Nutzung gemeinsamer Daten und steht nicht im Einklang mit einer optimalen und innovativen Patientenversorgung der Zukunft."

Der beschlossene Gesetzentwurf im EuropĂ€ischen Parlament sieht wesentliche Änderungen und ErgĂ€nzungen zum ursprĂŒnglichen Kommissionsvorschlag vor. Insbesondere wird den Mitgliedstaaten die Befugnis eingerĂ€umt, den Zugriff auf Gesundheitsdaten fĂŒr Forschungszwecke eigenstĂ€ndig anzupassen oder abzulehnen, mit Ausnahme bestimmter öffentlicher Interessen. Diese Entscheidungen liegen in der Verantwortung der Mitgliedstaaten, wodurch die sogenannte Memberstate-Kompetenz erhalten bleibt. Diese Entwicklung könnte zu einer unvollstĂ€ndigen Datengrundlage fĂŒhren und den Fortschritt bei der Entwicklung wichtiger Medikamente und Therapien behindern.

DarĂŒber hinaus haben die Mitgliedstaaten die Möglichkeit, strengere Maßnahmen fĂŒr den Zugang zu sensiblen Daten, wie genetischen Informationen, einzufĂŒhren. Um den Verwaltungsaufwand möglichst zu minimieren, können sie sogenannte "trusted data holders" einsetzen, um AntrĂ€ge auf Zugang zu Gesundheitsdaten sicher zu bearbeiten. Dennoch fĂŒhrt die EinfĂŒhrung solcher Mechanismen zu einem administrativen Mehraufwand auf europĂ€ischer Ebene und verkompliziert den Austausch zwischen Mitgliedstaaten zusĂ€tzlich.

Joachimsen warnt vor den Konsequenzen einer VerwĂ€sserung der ursprĂŒnglichen Intention des EuropĂ€ischen Gesundheitsdatenraums. "Eine solche Entwicklung gefĂ€hrdet das volle Potenzial des EHDS und fĂŒhrt zu einem europĂ€ischen Flickenteppich, der die Forschungslandschaft nicht fördert", betont er. "Statt einer harmonisierten Zusammenarbeit droht eine administrative Herausforderung."

Der BPI wird sich daher weiter fĂŒr eine effiziente und effektive patientenzentrierte Versorgung im Rahmen des EuropĂ€ischen Gesundheitsdatenraums einsetzen und fordert eine erneute PrĂŒfung der beschlossenen Maßnahmen.

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Andreas Aumann (Pressesprecher), Tel. 030 27909-123, [email protected]

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