Gesundheitspolitik, VerbÀnde

Apotheken: Erst stÀrken, dann sparen?

11.06.2026 - 11:45:00 | presseportal.de

Berlin - Die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher ApothekerverbĂ€nde kritisiert die widersprĂŒchliche Gesundheitspolitik der Bundesregierung - und fordert sie dazu auf, sich klar zur notwendigen StĂ€rkung der Apotheken zu bekennen. WĂ€hrend die Kompetenzen der Apothekenteams durch das Apothekenreformgesetz noch stĂ€rker in die Versorgung eingebunden werden sollen, drohen ihnen durch ein Kassenspargesetz neue finanzielle Belastungen. Am morgigen Freitag werden beide Gesetze parallel in Bundestag und Bundesrat beraten.

Apotheken: Erst stÀrken, dann sparen? - Bild: presseportal.de
Apotheken: Erst stÀrken, dann sparen? - Bild: presseportal.de

"Die Politik will die Apotheken stĂ€rken - und nimmt ihnen gleichzeitig wieder Geld weg. Das passt nicht zusammen", sagt ABDA-PrĂ€sident Thomas Preis: "Wer in Zukunft neue pharmazeutische Dienstleistungen, mehr Impfungen und Gesundheitstests von den Apotheken erwartet, muss gleichzeitig dafĂŒr sorgen, dass die Apotheken auf einer wirtschaftlich gesunden Basis agieren. FĂŒr die Erbringung neuer Versorgungsleistungen, von denen die Menschen in unserem Land profitieren werden, mĂŒssen die Apothekenbetriebe investieren - mehr Personal, die geeigneten RĂ€umlichkeiten, etc. Neue finanzielle Belastungen sind daher ein falsches Signal fĂŒr die Versorgung vor Ort. Die Apotheken brauchen Planungssicherheit - keine WidersprĂŒche. Bund und LĂ€nder mĂŒssen die angekĂŒndigte StĂ€rkung der Apotheken konsequent umsetzen und dĂŒrfen sie nicht durch Sparmaßnahmen unterlaufen."

Zur ErklĂ€rung: Am morgigen Freitag befasst sich der Bundesrat als letztem Schritt im laufenden Gesetzgebungsverfahren mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG). Das ApoVWG sieht vor, den Apotheken mehr Kompetenzen in PrĂ€vention, Diagnostik und Versorgung zu ĂŒbertragen - und somit ihre Rolle in der wohnortnahen Gesundheitsversorgung der Patientinnen und Patienten zu stĂ€rken. Ebenfalls morgen berĂ€t der Bundestag in 1. Lesung ĂŒber das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Dieses umfassende Sparpaket fĂŒr die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sieht eine Erhöhung des so genannten Apothekenabschlags von derzeit 1,77 Euro auf kĂŒnftig 2,07 Euro pro zulasten der GKV abgegebenem, rezeptpflichtigem Medikament vor. Mit der Erhöhung des Apothekenabschlags wĂŒrde das Apothekenhonorar faktisch abgesenkt und somit eine kĂŒrzlich erlassene Verordnung zur Erhöhung der ApothekenvergĂŒtung konterkariert werden.

ABDA-PrĂ€sident Preis weiter: "Ende Februar haben wir als ABDA eine Petition gestartet, in der wir die Politik öffentlich dazu aufgerufen haben, die Apotheken - wie im Koalitionsvertrag versprochen - wirtschaftlich zu stĂ€rken. Rund 315.000 BundesbĂŒrgerinnen und BundesbĂŒrger haben bis heute die Petition gezeichnet - das ist ein unfassbar großer RĂŒckhalt aus der Bevölkerung und zeigt, wie wichtig den Menschen die wohnortnahe Versorgung durch die heilberuflich gefĂŒhrte Apotheke ist. Mit dem Abschluss der Apothekenreform und dem gleichzeitigen Beschluss des GKV-Spargesetzes beenden wir diese Petition nun mit einem klaren Signal an die Politik: Die Apotheken werden gebraucht - setzen Sie die versprochene Stabilisierung des Apothekensystems ohne AbschwĂ€chungen und Verzögerungen um!"

Mehr Informationen unter www.abda.de

Pressekontakt:

Benjamin Rohrer, Pressesprecher, 030 40004-132, presse@abda.de

Christian Splett, Stv. Pressesprecher, 030 40004-137, c.splett@abda.de

Original-Content von: ABDA Bundesvgg. Dt. ApothekerverbĂ€nde ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/600409

de | politik | 69520084 |