YouTube, PrÀventionskanal

YouTube löscht schwulen PrĂ€ventionskanal - pĂŒnktlich zum Pride Month

17.06.2025 - 12:33:00

Berlin - Die Deutsche Aidshilfe fordert: Schluss mit sexualfeindlicher Zensur in sozialen Medien. Die Politik muss endlich klare Regeln festlegen.

Die Videoplattform Youtube hat Anfang Juni ohne Vorwarnung den Kanal von ICH WEISS WAS ICH TU (IWWIT) gelöscht. Der Rauswurf der PrĂ€ventionskampagne der Deutschen Aidshilfe (DAH) fĂŒr schwule MĂ€nner und andere queere Menschen erfolgte pĂŒnktlich zum Beginn des Pride Months Juni - Hochsaison fĂŒr PrĂ€vention und Zeit der Demonstrationen gegen Ausgrenzung, fĂŒr queere Sichtbarkeit.

"Die Löschung unseres Kanals zu Beginn der CSD-Saison ist ein Schlag ins Gesicht der queeren Community. Youtube schadet damit der Gesundheit vieler Menschen. AufklĂ€rung ĂŒber HIV und andere sexuell ĂŒbertragbare Infektionen lebt davon, dass wir in der Öffentlichkeit offen und wertschĂ€tzend ĂŒber SexualitĂ€t sprechen können", sagt Winfried Holz vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe.

Staatlich finanzierte PrÀvention

YouTube begrĂŒndet den Schritt in einer Standardmail mit VerstĂ¶ĂŸen gegen die YouTube-Richtlinien zu "Sex und Nacktheit". Weder gab es vorher Beanstandungen einzelner Inhalte, noch eine Vorwarnung. Im Kanal waren keinerlei pornografische oder sonstwie anstĂ¶ĂŸige Inhalte zu sehen. Wo von SexualitĂ€t die Rede und nackte Haut zu sehen war, diente dies dem Zweck der PrĂ€vention - auf Basis wissenschaftlicher Grundlagen.

Die Inhalte der PrĂ€ventionskampagne werden in der Regie der Deutschen Aidshilfe von schwulen MĂ€nnern und anderen queeren Menschen selbst produziert. Die Kampagne wird ĂŒber das Bundesinstitut fĂŒr öffentliche Gesundheit (BIÖG) gefördert und mit diesem fachlich abgestimmt.

Trauriger Höhepunkt der Sexualfeindlichkeit

Die Löschung des YouTube-Kanals von ICH WEISS WAS ICH TU ist ein trauriger Höhepunkt einer sexualfeindlichen Politik der großen Social-Media-Konzerne aus den USA. Was mit Sex zu tun hat, wird gnadenlos geblockt und gelöscht. Organisationen, die ĂŒber SexualitĂ€t aufklĂ€ren, sind schon lange gezwungen, ihre Inhalte zu chiffrieren, etwa durch kreative Schreibweisen oder mehrdeutige Emoticons.

"Unter diesen Bedingungen ist es fast unmöglich, lebensnahe PrĂ€vention zu machen. In unserer Arbeit greifen wir die RealitĂ€t unserer Zielgruppen auf, sprechen klar und deutlich ĂŒber Sex, Schutzstrategien und Gesundheit und ermutigen zu einem selbstbewussten Umgang mit der eigenen SexualitĂ€t. Dabei stoßen wir stĂ€ndig an die Grenzen von Google, Meta und Co. Es kann nicht sein, dass gesundheitliche AufklĂ€rung in Deutschland von den moralischen Vorstellungen US-amerikanischer Konzerne abhĂ€ngt", erklĂ€rt DAH-Vorstand Winfried Holz.

Hass ist ok, SexualitÀt gefÀhrlich

WĂ€hrend Inhalte zum Thema SexualitĂ€t schnell zensiert werden, bleiben diskriminierende Äußerungen, etwa gegen queere Menschen, oft stehen. Menschenfeindlichkeit wird geduldet und mit Meinungsfreiheit begrĂŒndet. VerschĂ€rft hat sich dieses Problem seit Beginn der zweiten Amtszeit Donald Trumps. So hat etwa Meta Moderationsregeln zum Schutz vor Minderheitenfeindlichkeit stark gelockert.

"In der Summe wird die fatale Botschaft vermittelt: Hass ist okay, SexualitĂ€t ein No-Go. In einer offenen, demokratischen Gesellschaft mĂŒsste es umgekehrt sein. Hier ist die Politik gefragt: Wir brauchen klare Gesetze, die freie Rede ermöglichen, ihr aber genau dann Grenzen setzen, wenn das Wohl anderer Menschen gefĂ€hrdet ist", so Holz.

Offener Brief an Youtube

Die Deutsche Aidshilfe hat Youtube in einem offenen Brief aufgefordert, den Kanal umgehend wiederherzustellen. Beanstandungen mĂŒssen transparent, offen und begrĂŒndet erfolgen - nicht pauschal und ohne Möglichkeit, Stellung zu beziehen.

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