Gesundheitspolitik, Arzneimittel

Apothekenreform stĂ€rkt Apotheken nicht - ABDA kĂŒndigt Widerstand an

17.12.2025 - 13:41:47

Berlin - Die heute vom Bundeskabinett beschlossene Apothekenreform wird die sehr angespannte Situation der Apotheken aus Sicht der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher ApothekerverbĂ€nde nicht verbessern. Die zukunftsfeste und krisensichere Arzneimittelversorgung fĂŒr Millionen Menschen in ganz Deutschland wird durch die Reform sogar gefĂ€hrdet. So ignoriert der Entwurf der Bundesregierung fĂŒr ein Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) den Koalitionsvertrag, demzufolge das Apothekenhonorar nach Jahren des Stillstands von 8,35 auf 9,50 Euro angehoben werden soll, um die Apotheken finanziell zu stĂ€rken. Deshalb appelliert die Apothekerschaft nun an Bundestag und Bundesrat, die zahlreichen MĂ€ngel des vorliegenden Reformpakets im Gesetzgebungsverfahren zu beseitigen. Denn nicht nur durch die komplett ausgeklammerte Honorarfrage ist die Reform in gefĂ€hrlicher Weise unzulĂ€nglich. Auch die vom Bundesgesundheitsministerium geplanten strukturellen VerĂ€nderungen greifen die GrundsĂ€ulen des sicheren Apothekensystems fundamental an.

ABDA-PrĂ€sident Thomas Preis sagt: "Der Kabinettsentwurf enttĂ€uscht uns. Wir brauchen dringend eine wirtschaftliche StĂ€rkung der Apotheken. Aufgrund der chronischen Unterfinanzierung des Apothekensystems haben wir seit 2013 schon fast 20 Prozent aller Apotheken verloren. Jede Apotheke, die aufgeben muss, erschwert die Wege fĂŒr Patientinnen und Patienten zum benötigten Arzneimittel. Auch die PlĂ€ne des Ministeriums, die Leitung einer Apotheke zeitweise aus den HĂ€nden von Apothekerinnen und Apothekern zu geben, lehnen wir ab. Apothekerinnen und Apotheker mĂŒssen zu jeder Zeit anwesend sein, denn ohne sie können viele Leistungen gar nicht erbracht werden. Der Gesetzgeber muss nun entschlossen handeln, um das vorliegende Apothekenreformgesetz doch noch zu einem ApothekenstĂ€rkungsgesetz zu machen! Wir werden die kommenden Monate nutzen, um mit den Bundestagsabgeordneten ins GesprĂ€ch zu kommen."

Preis weiter: "Es ist hingegen begrĂŒĂŸenswert, dass die Bundesregierung die Apotheken noch stĂ€rker in die PrimĂ€rversorgung einbinden will. Die Apotheken können den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern so noch mehr Gesundheitsleistungen anbieten. Dazu zĂ€hlen Dienstleistungen im Bereich von PrĂ€vention, Impfungen und FrĂŒherkennungstests in Apotheken. Es bleibt aber dabei: Nur wirtschaftlich gesunde Betriebe können solche Leistungen erbringen. Wenn die Bundesregierung die Apotheken stĂ€rker in die Versorgung einbinden will, dann mĂŒssen die Apothekenbetriebe auch die wirtschaftlichen Grundlagen dafĂŒr haben. Dies sicherzustellen ist die Aufgabe der Bundesregierung, der sie jetzt unmittelbar nachkommen muss."

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