Berlin, Jusos

Berlin: Jusos weisen Unionskritik an Rot-Grün-Rot zurück

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 11:19 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Juso-Chef Philipp Türmer verteidigt ein mögliches Bündnis von SPD, Grünen und Linken in Berlin. Zugleich greift er die CDU wegen ihrer Haltung zur AfD und ihrer Wohnungspolitik an.

Berliner Parteigremien vor Koalitionsentscheidung

  • Die Berliner CDU, Grünen und SPD werden von Türmer als nicht tragfähige Bündniskonstellation bewertet.
  • Türmer fordert von der CDU eine klare Abgrenzung zur AfD auch auf Länderebene.
  • Bei der Berliner Linken stellt sich für ihn die Frage nach ihrer Regierungsbereitschaft.
Philipp Türmer (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Türmer verteidigt Berliner Dreierbündnis

Juso-Chef Philipp Türmer hat die Kritik der Union an einer möglichen rot-grün-roten Koalition in Berlin zurückgewiesen. Ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD komme wegen des zentralen Wahlkampfthemas Wohnen nicht infrage, sagte er dem Sender Phoenix.

Angriff auf die CDU

Türmer warf der CDU vor, zunächst die eigene Haltung zur AfD klären zu müssen. Er wünsche sich, dass die Union „erst mal vor der eigenen Türe kehrt“ und für eine klare Abgrenzung auch auf Länderebene sorgt.

Mit Blick auf die Berliner Linke stellte der Juso-Chef zugleich die Frage, ob sie überhaupt regierungswillig sei. Die Wahl habe jedoch vor allem gezeigt, dass sich die Berliner eine andere Regierung als die bisher von der CDU geführte wünschten.

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Wohnen als zentraler Streitpunkt

Als Grund gegen ein Bündnis mit CDU und Grünen nannte Türmer die Berliner Wohnungspolitik. Die CDU sei politisch und personell „ja fast überhaupt nicht von der Berliner Vermieterlobby zu trennen“.

Er habe erlebt, wie die Interessen der Vermögenden „mit Zähnen und Klauen“ verteidigt würden. Zugleich werde sich nicht ausreichend darum gekümmert, dass sich viele Berliner ihre Miete nicht mehr leisten könnten.

Koalitionsgespräche rücken näher

Linke, Grüne und SPD haben ihre Sondierungen beendet und wollen Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Die Parteigremien müssen dem Vorhaben noch zustimmen; bei einem positiven Votum könnten die Gespräche Anfang November beginnen.

Das mögliche Bündnis hätte im Abgeordnetenhaus eine komfortable Mehrheit. Die weiteren Entscheidungen der Parteien und die Verhandlungen über Inhalte, insbesondere in der Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik, bestimmen den nächsten Abschnitt der Berliner Regierungsbildung.

Die Berliner Regierungsbildung steht nach dem Abschluss der Sondierungen vor der nächsten formalen Hürde. Linke, Grüne und SPD wollen Koalitionsverhandlungen aufnehmen; die zuständigen Parteigremien müssen diesem Schritt noch zustimmen. Bei einem positiven Votum könnten die Gespräche Anfang November beginnen.

Politisch verfügt das mögliche Bündnis im Abgeordnetenhaus über eine komfortable Mehrheit. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht neben der grundsätzlichen Zusammenarbeit mit der Linken vor allem die Wohnungs- und Mietenpolitik. Damit berührt die Debatte ein Thema, das für viele Berliner im Alltag unmittelbar spürbar ist und im Wahlkampf eine zentrale Rolle gespielt hat.

Mehrheit und offene Hürden

Die Zustimmung der Parteien ist nicht automatisch garantiert. Bei den Grünen und der Linken stehen Entscheidungen ihrer Gremien an, während innerhalb der SPD ebenfalls Kritik an einem Bündnis mit der Linken geäußert wird. Türmers Äußerungen ordnen die Debatte damit in einen innerparteilichen und bundespolitischen Streit über mögliche Koalitionen ein.

Für die CDU verschiebt sich der Schwerpunkt zugleich auf die Oppositionsrolle, sollte das Dreierbündnis zustande kommen. Die von Türmer angesprochene Abgrenzung zur AfD verweist auf einen Konflikt, der über Berlin hinausreicht: Union und SPD ringen in mehreren Ländern darum, wie politische Zusammenarbeit und Abgrenzung zu den Rechtsaußenparteien praktisch gestaltet werden. Entscheidend für den weiteren Verlauf sind nun die Parteitagsentscheidungen, der konkrete Koalitionsvertrag und die Frage, ob sich die drei Parteien insbesondere bei Wohnen und Stadtentwicklung verständigen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

STERN: „Juso-Chef Türmer verteidigt Rot-Grün-Rot in Berlin auch gegen Kritik aus der SPD“ (19.10.2026)

Der Beitrag bestätigt Türmers Unterstützung für ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken und stellt heraus, dass die Kritik nicht nur aus der Union kommt. Damit legt er einen anderen Schwerpunkt auf den innerparteilichen Streit innerhalb der Sozialdemokratie.

BR24: „Juso-Chef Türmer verteidigt Rot-Grün-Rote Koalitionsverhandlungen in Berlin“ (19.10.2026)

BR24 hebt Türmers Argument hervor, ein rot-rot-grünes Bündnis könne gegen hohe Mieten vorgehen. Anders als der STERN-Beitrag rückt die Darstellung damit stärker die wohnungspolitische Begründung in den Mittelpunkt.

Beide Beiträge bestätigen Türmers Unterstützung für die geplanten Gespräche. Unterschiede ergeben sich vor allem beim Schwerpunkt: Im Vordergrund stehen entweder der parteiinterne Widerstand oder die erwarteten wohnungspolitischen Ziele.

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