ĂlmĂŒhlen fordern zukunftsfĂ€hige Standortpolitik
13.01.2025 - 11:05:17 | presseportal.deOVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland hat heute seine Positionen und Forderungen an die Politik fĂŒr die neue Legislaturperiode des Deutschen Bundestages veröffentlicht.
"In Zeiten geopolitischer Krisen und schwelender Handelskonflikte gewinnen heimische Produktion und resiliente Infrastrukturen an Bedeutung. Doch der Wirtschaftsstandort Deutschland ist bedroht. Daher mĂŒssen wir jetzt die richtigen politischen Weichen stellen, um die WettbewerbsfĂ€higkeit einer ganzen Branche nicht zu gefĂ€hrden. Seit 125 Jahren sind die deutschen ĂlmĂŒhlen verbandlich organisiert und wollen Deutschland auch zukĂŒnftig verlĂ€sslich mit Lebens- und Futtermitteln versorgen", so OVID-PrĂ€sidentin Jaana Kleinschmit von Lengefeld.
Um die Agrar- und ErnÀhrungswirtschaft wieder zum Zentrum von Innovationen und wirtschaftlicher Spitzenleistung in Deutschland zu machen, stellt OVID vier zentrale Forderungen auf:
1. StÀrkung heimischer Erzeugung und Infrastruktur
OVID fordert eine verstĂ€rkte heimische Produktion von EiweiĂpflanzen, um die Selbstversorgung mit proteinreichen Futtermitteln auf 50 Prozent zu erhöhen. Dies gelingt durch bessere Anbaubedingungen, den Einsatz moderner Technologien und eine stĂ€rkere Digitalisierung. Um die Agrar-Lieferketten in Deutschland zu stĂ€rken, sollten zudem der Ausbau von See- und BinnenhĂ€fen sowie die Förderung der Schieneninfrastruktur priorisiert werden.
2. Freihandel und Innovationsförderung
Einen Green Deal mit mehr AugenmaĂ, der BĂŒrokratie abbaut und neue Technologien fördert. Dazu zĂ€hlt ein modernes Gentechnikrecht, das die Nutzung neuer Techniken wie CRISPR/Cas9 regelt. Dies ermöglicht den sicheren, wettbewerbsfĂ€higen und wertschöpfenden Umgang mit genomeditierten Pflanzen und Rohstoffen. Auch der Abschluss neuer Handelsabkommen und die Vermeidung von protektionistischen Barrieren sind wesentliche Punkte im Positionspapier.
3. Senkung der Energiekosten und Sicherung der WettbewerbsfÀhigkeit
Ein zentrales Anliegen der ĂlmĂŒhlenindustrie ist die Senkung der Energiekosten. OVID fordert einen fairen Wettbewerb fĂŒr energieintensive Lebensmittelbetriebe und wettbewerbsfĂ€hige Gaspreise fĂŒr prozesswĂ€rmeintensive Industrien. Zudem soll die Strompreiskompensation auf diese Sektoren erweitert und eine praxisorientierte Ausgestaltung der Industrie-Netzentgelte umgesetzt werden. Das hilft den Unternehmen, ihre Energieversorgung zu flexibilisieren und langfristig konkurrenzfĂ€hig zu bleiben.
4. Nachhaltigkeit und Bioökonomie als Wachstumstreiber
FĂŒr die ĂlmĂŒhlen steht fest: Es braucht einen Politikwechsel, der Nachhaltigkeit und Wachstum in Einklang bringt und Barrieren durch bĂŒrokratische Vorgaben und unklare Rechtsnormen beseitigt. OVID setzt sich daher fĂŒr eine praxisnahe Umsetzung von Regulierungen zu Lieferketten und Nachhaltigkeitsbericht- erstattungen sowie der EU-Entwaldungsverordnung ein. ZusĂ€tzlich bedarf es eines starken PlĂ€doyers fĂŒr die Nutzung von Biokraftstoffen, um den Klimaschutz auf der StraĂe zu halten. Auch gilt es, das Innovationspotenzial der Bioökonomie zu stĂ€rken, indem biobasierte Produkte in der öffentlichen Beschaffung berĂŒcksichtigt und die Forschungsförderung ausgebaut wird.
Positionspapier:
Positionen und Forderungen zur 21 Legislaturperiode des Deutschen Bundestages 2025 - 2029
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