Berlin-Wahl, Die Linke

Berlin-Wahl: Linke mit 25,3 Prozent vor CDU bei Prognosen

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 18:21 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Linke liegt laut ersten Prognosen mit 25,3 Prozent deutlich vor der bislang regierenden CDU und stellt mit Elif Eralp die künftige stärkste Kraft im Berliner Abgeordnetenhaus in Aussicht. Eralp kündigt einen Kurs an, der Berlin zu einem gerechteren und solidarischeren Ort machen soll.

Linke kündigt nach Wahlsieg Veränderungen in Berlin an
Elif Eralp am 20.09.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Linke liegt nach ersten Prognosen zur Abgeordnetenhauswahl in Berlin deutlich vor der bislang regierenden CDU und kündigt umfassende Veränderungen für die Hauptstadt an. Spitzenkandidatin Elif Eralp sprach bei der Wahlparty ihrer Partei von einem gemeinsamen Aufbruch für ein besseres Berlin.

Linke setzt auf Veränderung und Gerechtigkeit

„Ab heute verändern wir gemeinsam unser Berlin und machen es zu einem besseren Ort“, sagte Eralp am Sonntag vor den Anhängern ihrer Partei. Sie betonte, in der Stadt hätten „die Liebe und die Gerechtigkeit über den Hass gewonnen“ und knüpfte damit an den Wahlkampf an, in dem soziale Themen und der Einsatz gegen Diskriminierung zentrale Rollen spielten.

Prognosen sehen Linke klar vorne

Im Durchschnitt kommt die Partei von Eralp laut den Prognosen von ARD und ZDF auf 25,3 Prozent und liegt damit vor der noch regierenden CDU, die auf 20,0 Prozent kommt. Die Grünen erreichen 15,3 Prozent und landen auf Platz drei, gefolgt von der AfD mit 14,8 Prozent.

SPD und BSW abgeschlagen, FDP nur unter „Sonstigen“

Die SPD erzielt den Prognosen zufolge 12,0 Prozent und verpasst damit klar den Status als führende linke Kraft im Land. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kommt auf 5 Prozent. Die Sonstigen, zu denen auch die FDP gehört, erreichen gemeinsam 7,8 Prozent und bleiben damit deutlich hinter den größeren Parteien zurück.

Weichenstellung für die künftige Regierungsbildung

Mit dem prognostizierten Ergebnis zeichnet sich eine neue politische Konstellation im Berliner Abgeordnetenhaus ab. Die Linke könnte künftig die Regierungsbildung anführen und versucht, ihre Ankündigung eines gerechteren, solidarischeren Berlin in konkrete Koalitions- und Politikangebote zu übersetzen. Welche Parteien letztlich Teil einer neuen Landesregierung werden, hängt von den endgültigen Wahlergebnissen und den anschließenden Verhandlungen ab.

Der deutliche Vorsprung der Linken in den ersten Prognosen zur Abgeordnetenhauswahl markiert einen politischen Einschnitt für Berlin. Erstmals seit Jahren liegt eine klar links positionierte Partei vor der bislang regierenden CDU und könnte die Richtung der Landespolitik spürbar verändern. Bemerkenswert ist dabei, dass mit Elif Eralp eine Spitzenkandidatin antritt, die stark auf soziale Gerechtigkeit, Antidiskriminierung und eine progressive Stadtgesellschaft setzt.

Die nun prognostizierten 25,3 Prozent geben der Linken voraussichtlich eine starke Ausgangsposition für Koalitionsverhandlungen. Rechnerisch wären unterschiedliche Bündnisse möglich, etwa mit Grünen und SPD oder – je nach endgültigem Ergebnis – Konstellationen, in denen die CDU in die Opposition gedrängt wird. Dass CDU, SPD und FDP zusammen deutlich hinter der Linken liegen, deutet auf eine Verschiebung der politischen Gewichte hin: Themen wie bezahlbares Wohnen, soziale Infrastruktur und ein klarer Kurs gegen Rechtsextremismus werden voraussichtlich stärker in den Vordergrund rücken.

Hintergrund und mögliche Folgen

Berlin war in den vergangenen Jahren von wechselnden Bündnissen geprägt: Rot-Rot-Grün, später eine von der CDU geführte Koalition. Der nun absehbare Wahlsieg der Linken könnte einen Kurswechsel bedeuten, etwa bei Wohn- und Mietenpolitik, Verkehr und Integrationsfragen. Die von Eralp bei der Wahlparty betonte Verbindung von „Liebe und Gerechtigkeit“ steht programmatisch für eine Politik, die sich stärker an Minderheitenschutz, sozialem Ausgleich und klarer Abgrenzung gegenüber populistischen und extremistischen Kräften orientiert.

Für die Berlinerinnen und Berliner ist vor allem entscheidend, wie sich diese programmatischen Ziele in konkrete Maßnahmen übersetzen: mögliche Verschärfungen beim Mieterschutz, Investitionen in Schulen und Kitas, Sozialprogramme gegen Armut sowie eine Neujustierung der Sicherheitspolitik. Zugleich wird die Linke sich an der Regierungsverantwortung messen lassen müssen – die Erwartungen nach einem so klaren Sieg sind hoch, ebenso der Druck, sichtbare Verbesserungen im Alltag der Menschen zu erreichen.

Disclaimer...

de | politik | 70138785 |