Berlin-Wahl, Linke

Berlin-Wahl: Linke siegt klar vor der CDU und peilt Regierungschefamt an

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 04:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Linke gewinnt die Wahl zum Abgeordnetenhaus klar vor der CDU und kann in Gespräche über die Bildung eines neuen Senats gehen. Rechnerisch sind mehrere Dreierbündnisse möglich, politisch steht vor allem die Frage nach einer tragfähigen Mehrheit im Raum.

  • Direkt nach der Wahl ging es wie im Wahlkampf um Enteignungen.  - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
    Direkt nach der Wahl ging es wie im Wahlkampf um Enteignungen. - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
  • Auch CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers verpasste das Direktmandat in seinem Wahlkreis.  - Bild: Britta Pedersen/dpa
    Auch CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers verpasste das Direktmandat in seinem Wahlkreis. - Bild: Britta Pedersen/dpa
  • Elif Eralp konnte am Abend tanzen und lachen.  - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
    Elif Eralp konnte am Abend tanzen und lachen. - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
  • Nina Stahr und die Grünen könnten Königsmacher für eine neue Koalition werden.  - Bild: Annette Riedl/dpa
    Nina Stahr und die Grünen könnten Königsmacher für eine neue Koalition werden. - Bild: Annette Riedl/dpa
  • Elif Eralp wäre die erste Regierende Bürgermeisterin in Berlin mit Migrationsgeschichte. - Bild: Britta Pedersen/dpa
    Elif Eralp wäre die erste Regierende Bürgermeisterin in Berlin mit Migrationsgeschichte. - Bild: Britta Pedersen/dpa
  • Franziska Giffey verpasste das Direktmandat in ihrem Wahlkreis.  - Bild: Christoph Soeder/dpa
    Franziska Giffey verpasste das Direktmandat in ihrem Wahlkreis. - Bild: Christoph Soeder/dpa
Direkt nach der Wahl ging es wie im Wahlkampf um Enteignungen.  - Bild: Sebastian Gollnow/dpa Auch CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers verpasste das Direktmandat in seinem Wahlkreis.  - Bild: Britta Pedersen/dpa Elif Eralp konnte am Abend tanzen und lachen.  - Bild: Sebastian Gollnow/dpa Nina Stahr und die Grünen könnten Königsmacher für eine neue Koalition werden.  - Bild: Annette Riedl/dpa Elif Eralp wäre die erste Regierende Bürgermeisterin in Berlin mit Migrationsgeschichte. - Bild: Britta Pedersen/dpa Franziska Giffey verpasste das Direktmandat in ihrem Wahlkreis.  - Bild: Christoph Soeder/dpa

Die Linke hat die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus klar gewonnen und liegt vor der CDU. Mit Spitzenkandidatin Elif Eralp könnte erstmals eine Linke Regierungschefin in Berlin werden.

Linke gewinnt Rekordergebnis

Nach dem vorläufigen Ergebnis kommt die Linke auf 25,7 Prozent und erzielt damit ihr bestes Ergebnis bei einer Abgeordnetenhauswahl. Eralp kündigte an, Regierende Bürgermeisterin werden zu wollen. Die CDU landet mit 18,8 Prozent auf Platz zwei und verzeichnet deutliche Verluste gegenüber der Wiederholungswahl 2023.

Gespräche über neue Mehrheit

CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers kündigte Gespräche mit den anderen Parteien an. In einer möglichen Dreierkoalition könnten Grüne und SPD Partner werden. Der Linke-Fraktionsvorsitzende Tobias Schulze dringt darauf, dass eine neue Regierungskoalition bis Weihnachten steht.

AfD und BSW im neuen Abgeordnetenhaus

Die AfD erreicht 16,3 Prozent und wird drittstärkste Kraft. Die Grünen kommen auf 14,3 Prozent, die SPD auf 12,1 Prozent. Das BSW verpasst den erstmaligen Einzug ins Abgeordnetenhaus knapp, die FDP scheitert erneut an der Fünfprozenthürde.

Wahlbeteiligung deutlich gestiegen

Rund 2,5 Millionen Menschen waren zur Wahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 Prozent und damit deutlich höher als bei der Wahl 2023.

Koalitionsarithmetik nach dem Wahlsieg

Der Sieg der Linken verschiebt die politische Statik in Berlin deutlich. Mit 25,7 Prozent liegt die Partei klar vor der CDU und kann Gespräche über die Bildung eines neuen Senats anstoßen; rechnerisch wären mehrere Dreierbündnisse möglich, politisch dürfte aber vor allem die Frage entscheiden, welche Kombinationen tragfähig genug für eine stabile Mehrheit sind.

Hoher Erwartungsdruck auf alle Beteiligten

Besonders wichtig ist, dass der Wahlabend nicht nur über das Spitzenpersonal entschieden hat, sondern auch über die Machtverhältnisse im Abgeordnetenhaus. Die CDU hat stark verloren, die SPD ist deutlich geschwächt, und die Grünen könnten nun trotz mittlerer Stärke zum entscheidenden Faktor werden. Für die Linke ist das Ergebnis ein Prestigegewinn, zugleich steigt der Druck, aus dem Protest- und Aufstiegsnarrativ rasch konkrete Verhandlungslinien zu machen.

Wohnungspolitik als zentrale Konfliktlinie

Inhaltlich dürfte der Streit über Mieten, Wohnen und mögliche Enteignungen die Sondierungen prägen. Gerade in Berlin ist das ein Thema mit hoher sozialer Sprengkraft, weil die Wohnkosten viele Haushalte direkt treffen und Wahlentscheidungen überlagerte. Für Leser bedeutet das: Die nächsten Tage entscheiden nicht nur über Namen und Ämter, sondern auch darüber, ob die Stadtpolitik einen deutlich links geprägten Kurs einschlägt oder am Ende doch bei einer moderateren Dreierkonstellation landet.

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