Berlin-Wahl: Linke siegt klar vor der CDU und peilt Regierungschefamt an
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 04:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Linke hat die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus klar gewonnen und liegt vor der CDU. Mit Spitzenkandidatin Elif Eralp könnte erstmals eine Linke Regierungschefin in Berlin werden.
Linke gewinnt Rekordergebnis
Nach dem vorläufigen Ergebnis kommt die Linke auf 25,7 Prozent und erzielt damit ihr bestes Ergebnis bei einer Abgeordnetenhauswahl. Eralp kündigte an, Regierende Bürgermeisterin werden zu wollen. Die CDU landet mit 18,8 Prozent auf Platz zwei und verzeichnet deutliche Verluste gegenüber der Wiederholungswahl 2023.
Gespräche über neue Mehrheit
CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers kündigte Gespräche mit den anderen Parteien an. In einer möglichen Dreierkoalition könnten Grüne und SPD Partner werden. Der Linke-Fraktionsvorsitzende Tobias Schulze dringt darauf, dass eine neue Regierungskoalition bis Weihnachten steht.
AfD und BSW im neuen Abgeordnetenhaus
Die AfD erreicht 16,3 Prozent und wird drittstärkste Kraft. Die Grünen kommen auf 14,3 Prozent, die SPD auf 12,1 Prozent. Das BSW verpasst den erstmaligen Einzug ins Abgeordnetenhaus knapp, die FDP scheitert erneut an der Fünfprozenthürde.
Wahlbeteiligung deutlich gestiegen
Rund 2,5 Millionen Menschen waren zur Wahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 Prozent und damit deutlich höher als bei der Wahl 2023.
Koalitionsarithmetik nach dem Wahlsieg
Der Sieg der Linken verschiebt die politische Statik in Berlin deutlich. Mit 25,7 Prozent liegt die Partei klar vor der CDU und kann Gespräche über die Bildung eines neuen Senats anstoßen; rechnerisch wären mehrere Dreierbündnisse möglich, politisch dürfte aber vor allem die Frage entscheiden, welche Kombinationen tragfähig genug für eine stabile Mehrheit sind.
Hoher Erwartungsdruck auf alle Beteiligten
Besonders wichtig ist, dass der Wahlabend nicht nur über das Spitzenpersonal entschieden hat, sondern auch über die Machtverhältnisse im Abgeordnetenhaus. Die CDU hat stark verloren, die SPD ist deutlich geschwächt, und die Grünen könnten nun trotz mittlerer Stärke zum entscheidenden Faktor werden. Für die Linke ist das Ergebnis ein Prestigegewinn, zugleich steigt der Druck, aus dem Protest- und Aufstiegsnarrativ rasch konkrete Verhandlungslinien zu machen.
Wohnungspolitik als zentrale Konfliktlinie
Inhaltlich dürfte der Streit über Mieten, Wohnen und mögliche Enteignungen die Sondierungen prägen. Gerade in Berlin ist das ein Thema mit hoher sozialer Sprengkraft, weil die Wohnkosten viele Haushalte direkt treffen und Wahlentscheidungen überlagerte. Für Leser bedeutet das: Die nächsten Tage entscheiden nicht nur über Namen und Ämter, sondern auch darüber, ob die Stadtpolitik einen deutlich links geprägten Kurs einschlägt oder am Ende doch bei einer moderateren Dreierkonstellation landet.
