Berlin-Wahl: NeuauszÀhlung in Spandau lÀsst Parlament auf 153 Sitze schrumpfen
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 15:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach der NeuauszĂ€hlung im Berliner Wahlkreis Spandau 1 dĂŒrfte das Abgeordnetenhaus kĂŒnftig 153 statt der bislang erwarteten 158 Sitze haben.
AfD-Kandidat gewinnt Direktmandat
Landeswahlleiter Stephan Bröchler teilte auf dpa-Anfrage mit, dass jeweils ein Sitz bei CDU, SPD und GrĂŒnen sowie zwei Sitze bei der Linken entfallen wĂŒrden. Die Angaben gelten zunĂ€chst vorbehaltlich der Entscheidung des Landeswahlausschusses.
Hintergrund ist die NachzĂ€hlung im Wahlkreis Spandau 1. Dabei stellte sich heraus, dass der AfD-Kandidat Tommy Tabor die meisten Stimmen und damit das Direktmandat erreicht hat â nicht die CDU-Kandidatin Bettina MeiĂner.
Telefonische Schnellmeldung war abweichend
Auslöser fĂŒr die NeuauszĂ€hlung war laut Bröchler, dass die telefonisch ĂŒbermittelte Schnellmeldung nicht mit dem Ergebnis in der Niederschrift des Wahlvorstands ĂŒbereinstimmte.
Weil MeiĂner kein Direktmandat erhalten habe, entfalle ein Ăberhangmandat der CDU. Dadurch mĂŒsse auch die Zahl der Ausgleichsmandate neu berechnet werden, was die voraussichtliche Verringerung der Sitzzahl auslöse.
Landeswahlausschuss entscheidet
Bröchler betonte, die Zahlen seien noch nicht endgĂŒltig. Der Landeswahlausschuss soll die Sitzverteilung in seiner Sitzung am 12. Oktober beschlieĂen.
NeuauszÀhlung verÀndert die Sitzberechnung
Die Korrektur betrifft nicht nur den Ausgang im Wahlkreis Spandau 1. Weil ein CDU-Direktmandat entfĂ€llt, verĂ€ndert sich die Grundlage fĂŒr Ăberhang- und Ausgleichsmandate. Diese Mandate sollen das VerhĂ€ltnis der Sitze zum Zweitstimmenergebnis ausgleichen und können ein Landesparlament deutlich vergröĂern.
Nach dem vorlĂ€ufigen Stand wĂŒrde das Berliner Abgeordnetenhaus von 158 auf 153 Sitze schrumpfen. Die fĂŒnf wegfallenden Mandate verteilten sich demnach auf CDU, SPD, GrĂŒne und Linke. FĂŒr die politische Arbeit bedeutet das keine grundlegende VerĂ€nderung der MehrheitsverhĂ€ltnisse, die rechnerischen SpielrĂ€ume wĂŒrden jedoch kleiner.
EndgĂŒltige Entscheidung am 12. Oktober
Die Sitzverteilung ist noch nicht endgĂŒltig. Der Landeswahlausschuss soll das Ergebnis am 12. Oktober feststellen. Bis dahin können sich insbesondere bei der Berechnung der Ausgleichsmandate noch Ănderungen ergeben.
FĂŒr die betroffenen Bewerber ist die Neuberechnung unmittelbar relevant: Mandate, mit denen sie nach dem vorlĂ€ufigen Wahlergebnis rechnen konnten, können entfallen. Zugleich zeigt der Vorgang, wie stark eine einzelne Korrektur bei einem knappen Direktmandat auf die GröĂe des gesamten Parlaments durchschlagen kann.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Der Bericht bestĂ€tige den Wechsel des Direktmandats von Bettina MeiĂner zu Tommy Tabor und nenne als Ergebnis der NachzĂ€hlung 5184 zu 5150 Stimmen. Er setze einen zusĂ€tzlichen Schwerpunkt auf mögliche Folgen fĂŒr Mehrheiten sowie auf die voraussichtlichen Namen der fĂŒnf ausscheidenden Abgeordneten.
n-tv: âAfD gewinnt nach NeuauszĂ€hlung Mandat in Berlin-Spandauâ (02.10.2026)
Der Artikel bestĂ€tige ebenfalls den Wahlsieg Tabors nach der NeuauszĂ€hlung und stelle heraus, dass das Parlament voraussichtlich auf 153 Sitze schrumpfe. Anders als der Tagesspiegel betone n-tv, Tabor wĂ€re auch ĂŒber die Landesliste eingezogen, wĂ€hrend bei MeiĂner offenbleibe, ob sie ĂŒber die Bezirksliste im Parlament vertreten sein werde.
Beide Berichte stimmten beim korrigierten Direktmandat, der geringeren Sitzzahl und der noch ausstehenden endgĂŒltigen Feststellung ĂŒberein; offen blieben vor allem die endgĂŒltige Verteilung der Mandate und die Folgen fĂŒr einzelne Kandidaten.
