Berliner Linke, Sondierungsgespräche

Berliner Linke beschließt Sondierungen mit Grünen und SPD

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 19:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Berliner Linke hat nach ihrem Wahlsieg beschlossen, mit Grünen und SPD über eine mögliche Regierungsbildung zu sondieren. Vor den Gesprächen stehen zentrale Streitfragen – darunter Antisemitismus, Sicherheit und Wohnungspolitik.

Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp will nach dem Wahlsieg ins Rote Rathaus.  - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp will nach dem Wahlsieg ins Rote Rathaus. - Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Die Berliner Linke will nach ihrem Wahlsieg mit Grünen und SPD Sondierungsgespräche zur Regierungsbildung führen.

Parteitag stimmt für Gespräche

Die Delegierten beschlossen den Schritt am Freitagabend auf einem Parteitag mit breiter Mehrheit. Damit soll ausgelotet werden, ob ein Bündnis unter Führung der Linken politisch und organisatorisch möglich ist.

Die Linke war bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus stärkste Kraft geworden. Eine Koalition mit Grünen und SPD wäre rechnerisch möglich; über die Aufnahme formeller Koalitionsverhandlungen ist mit dem Parteitagsbeschluss noch nicht entschieden.

Grüne bereits vorbereitet

Zwischen Linken und Grünen hatte es zuvor erste Gespräche gegeben. Dabei sollten zunächst Sicherheit, der Schutz jüdischen und queeren Lebens sowie der Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus im Mittelpunkt stehen.

Die Grünen haben für mögliche Sondierungen bereits ein Team zusammengestellt. Auch in der SPD gibt es Stimmen für ein Bündnis, zugleich bestehen dort Vorbehalte gegen eine Zusammenarbeit mit der Linken.

Streit über Wohnungspolitik

Zu den weiteren Konfliktthemen gehört die Forderung der Linken, große Wohnungskonzerne gegen Entschädigung zu vergesellschaften. Die Grünen unterstützen das Vorhaben grundsätzlich, während die SPD im Wahlkampf eine andere Position vertreten hatte.

Erster Schritt zur Regierungsbildung

Mit dem Parteitagsbeschluss beginnt für die Berliner Linke die nächste Phase nach ihrem Wahlsieg. Sondierungen sind noch keine Koalitionsverhandlungen: Die Parteien prüfen zunächst, ob gemeinsame politische Ziele und ausreichend Vertrauen für formelle Gespräche bestehen.

Eine rechnerische Mehrheit für ein Bündnis aus Linken, Grünen und SPD ist im Abgeordnetenhaus möglich. Inhaltlich liegen die größten Konfliktlinien bei der inneren Sicherheit, dem Umgang mit Antisemitismus und dem Schutz jüdischen und queeren Lebens. Auch die Forderung der Linken, große Wohnungskonzerne gegen Entschädigung zu vergesellschaften, dürfte die Gespräche belasten.

Hoher Druck auf mögliche Partner

Die Grünen haben bereits ein Sondierungsteam bestimmt und wollen ihre Mitglieder eng einbinden. In der SPD gibt es zugleich Befürworter und Gegner eines Bündnisses. Damit steht die Linke vor der Aufgabe, nicht nur ihre Regierungsfähigkeit zu zeigen, sondern auch innerparteiliche Spannungen zu begrenzen.

Für die Berlinerinnen und Berliner geht es vor allem um die politische Richtung der kommenden Legislaturperiode: Ein Linksbündnis könnte einen Schwerpunkt auf soziale Entlastung, Mietenpolitik und öffentliche Daseinsvorsorge legen. Scheitern die Gespräche, bliebe als weitere rechnerische Option ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Berliner Linke entscheidet auf Parteitag über Sondierungen“ (25.09.2026)

Der Bericht bestätige den Parteitagsbeschluss und ordne ein, dass Sondierungen zunächst keine Koalitionsverhandlungen seien. Er hebe zudem hervor, dass die Grünen bereits ein Team bestimmt hätten, während Antisemitismusdebatten und die Wohnungspolitik als zentrale Belastungsproben gelten könnten.

n-tv: „Die eigenen Leute sind das größte Risiko für die Berliner Linke“ (23.09.2026)

Der Artikel habe den Blick stärker auf innerparteiliche Konflikte und mögliche Risiken für die Regierungsfähigkeit gerichtet. Er bestätige die rechnerische Mehrheit eines rot-rot-grünen Bündnisses, betone aber, dass einzelne Abgeordnete und politische Streitfragen die Gespräche erschweren könnten.

Beide Berichte gingen davon aus, dass die Linke als Wahlsiegerin den ersten Schritt zu möglichen Bündnisgesprächen mache. Unterschiede lägen vor allem im Schwerpunkt: Während der eine Beitrag den institutionellen Ablauf und die Positionen der Parteien betone, konzentriere sich der andere auf innerparteiliche Konfliktlinien.

Disclaimer...

de | politik | 70185062 |