SPD-Politiker, Westphal

SPD-Politiker Westphal gibt Autokonzernen Schuld an ihrer Krise

11.10.2024 - 15:34:57

Bernd Westphal, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, lehnt Schutzzölle oder lockerere Klimavorgaben zur UnterstĂŒtzung der krisengeplagten deutschen Autobranche ab.

"Wer die Flottengrenzwerte fĂŒr Auto-Emissionen und das Aus des Verbrennungsmotors stĂ€ndig infrage stellt, verhindert Innovationen und bestraft innovative Unternehmen", sagte er dem "Spiegel". Damit widerspricht Westphal neben CDU und FDP auch seinem Parteikollegen Sigmar Gabriel. Der ehemalige Wirtschaftsminister und Vizekanzler hatte sich unlĂ€ngst gegen das Verbrenner-Aus und fĂŒr einen Erhalt des Dieselantriebs ausgesprochen.

Westphal hingegen ist der Meinung: "Es nĂŒtzt nichts, alte Technologien zu konservieren." Falsch sind aus seiner Sicht auch die möglichen EU-Zölle auf chinesische E-Autos. Die EU-Kommission kritisiert, dass die Regierung in Peking Elektroautos chinesischer Hersteller massiv subventioniert und damit europĂ€ischen Produzenten erheblich schadet. Aus Westphals Sicht ist das kein ausreichendes Argument, da die deutschen Hersteller ihre Lage selbst verschuldet hĂ€tten: "Warum sollten wir damit eine Autoindustrie schĂŒtzen, die zu lange auf den Verbrenner gesetzt hat." Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sich gegen die Zölle ausgesprochen, konnte sich auf EU-Ebene aber nicht durchsetzen. Ver-gangene Woche gab eine Mehrheit der EU-Staaten der Kommission grĂŒnes Licht fĂŒr die Zölle. Ob die Behörde sie tatsĂ€chlich erhebt, ist noch offen - die Verhandlungen mit Peking laufen.

@ dts-nachrichtenagentur.de