Brandenburg, Deutschland

Brandenburg stimmt in Koalitionskrise ĂŒber Rundfunkreform ab

19.11.2025 - 05:00:20

Bis auf Brandenburg haben alle LĂ€nderparlamente bereits ĂŒber die Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks entschieden. Kommt die Reform im Brandenburger Landtag trotz Bedenken des BSW durch?

  •  MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke (r.) und BSW-Finanzminister Robert Crumbach sind fĂŒr die ReformdafĂŒr, im BSW gibt es mehrheitlich Bedenken. (Archivbild) - Foto: Fabian Sommer/dpa

    Fabian Sommer/dpa

  • Wagenknecht rĂ€umt Fehler ein. (Archivbild) - Foto: Michael Kappeler/dpa

    Michael Kappeler/dpa

  • Die vier Ausgetretenen wollen den Saal verlassen. (Archivbild) - Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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 MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke (r.) und BSW-Finanzminister Robert Crumbach sind fĂŒr die ReformdafĂŒr, im BSW gibt es mehrheitlich Bedenken. (Archivbild) - Foto: Fabian Sommer/dpaWagenknecht rĂ€umt Fehler ein. (Archivbild) - Foto: Michael Kappeler/dpaDie vier Ausgetretenen wollen den Saal verlassen. (Archivbild) - Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Brandenburg entscheidet mitten in einer Krise der SPD/BSW-Koalition als letztes Bundesland ĂŒber die Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die Fraktion des BĂŒndnisses Sahra Wagenknecht (BSW) ist jedoch mehrheitlich dagegen – damit hĂ€tte die Koalition keine eigene Mehrheit. Doch voraussichtlich wird die CDU-Opposition die Reform von ARD, ZDF und Deutschlandradio retten. Es geht außerdem um eine Ausweitung des Jugendmedienschutzes. 

SPD und BSW regieren in Brandenburg seit knapp einem Jahr. Sie haben im Landtag zwei Stimmen Mehrheit. Nachdem das Kabinett im FrĂŒhjahr mit BSW-Beteiligung zugestimmt hatte und zunĂ€chst ein Ja zu den beiden MedienstaatsvertrĂ€gen besprochen war, kĂŒndigte die BSW-Fraktion Anfang November das Mehrheits-Nein an. Der BSW-Bundesvorstand hatte zuvor die beiden VertrĂ€ge zur Rundfunkreform und zum Jugendmedienschutz abgelehnt.

Krise im BĂŒndnis Sahra Wagenknecht

Die BSW-Fraktion war wegen des Parteiaustritts von vier Abgeordneten in der vergangenen Woche in die Krise gestĂŒrzt und ist gespalten. Die vier gaben als GrĂŒnde fĂŒr den Austritt unter anderem «autoritĂ€re Tendenzen» im BSW an, wollen aber nach eigenen Angaben in der Fraktion bleiben und stehen zur Koalition. Bei der Abstimmung planen sie, den Saal zu verlassen, um die Mehrheitslinie nicht zu gefĂ€hrden.

BSW-Finanzminister Robert Crumbach wird voraussichtlich mit Ja stimmen. Die SPD will das Verhalten des BSW tolerieren, fordert aber kĂŒnftig eine einheitliche Linie der Koalition. BSW-Fraktionsvize Christian Dorst forderte Crumbach am Dienstag auf, er solle freiwillig auf sein Mandat verzichten, weil er nicht der Mehrheitslinie folgt. Das wies Ex-Landeschef Crumbach zurĂŒck.

Wagenknecht: HĂ€tten frĂŒhzeitiger Bedenken anmelden mĂŒssen 

BSW-GrĂŒnderin Sahra Wagenknecht rĂ€umte mit Blick auf die Koalitionskrise in Brandenburg VersĂ€umnisse ein. «Bei den MedienstaatsvertrĂ€gen etwa hĂ€tten wir frĂŒhzeitiger unsere Bedenken anmelden mĂŒssen», sagte Wagenknecht dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). «Das hatte aber keiner wirklich auf dem Schirm, weil wir eben eine so junge Partei sind und noch nicht diesen Referenten-Apparat haben, der in etablierten Parteien solche Aufgaben erledigt.»

BSW-Landeschefin Friederike Benda verwies darauf, dass der Parteivorstand die MedienstaatsvertrĂ€ge ablehnt. Es sei «Teil dieses Problems», dass die BSW-Minister im FrĂŒhjahr im Kabinett den VertrĂ€gen «zugestimmt haben», sagte sie dem RBB-Inforadio. Sie stellte sich zugleich hinter Minister Crumbach und wies die Forderung nach Mandatsverzicht zurĂŒck. «Robert Crumbach war unser Spitzenkandidat zur Landtagswahl und hat selbstverstĂ€ndlich auch einen festen Platz in der Fraktion.» Den Vorwurf autoritĂ€rer Tendenzen der vier ausgetretenen Abgeordneten wies sie als «schwierig» zurĂŒck. 

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk soll effizienter werden 

Der von MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke (SPD) mit ausgehandelte Reformstaatsvertrag sieht fĂŒr ARD, ZDF und Deutschlandradio vor, dass sie digitaler und effizienter werden. Das Programmangebot soll gestrafft werden. Ein weiterer Staatsvertrag soll den Jugendmedienschutz ausweiten. Das BSW dringt auf weitergehende Reformen und befĂŒrchtet bei den PlĂ€nen fĂŒr mehr Jugendmedienschutz zu große staatliche Eingriffe. Die geplante Reform soll am 1. Dezember in Kraft treten. 

Der Landtag in Niedersachsen hatte am Dienstag der Reform mehrheitlich zugestimmt. In Sachsen hatte das BSW dagegen gestimmt, in ThĂŒringen dafĂŒr.

@ dpa.de

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