BND-Reform: Josef Hoch sieht âwirkliche ZĂ€surâ
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 18:49 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSNeue Aufsicht fĂŒr deutsche Nachrichtendienste
- Josef Hoch bezeichnet die geplanten BND-Befugnisse als wirkliche ZĂ€sur.
- Der UnabhĂ€ngige Kontrollrat soll GebĂ€ude betreten und Unterlagen einsehen dĂŒrfen.
- Der Kontrollrat ist als oberste Bundesbehörde keinem Ministerium unterstellt.
Josef Hoch sieht BND-Reform als tiefen Einschnitt
Der PrĂ€sident des UnabhĂ€ngigen Kontrollrats, Josef Hoch, sieht in den geplanten neuen Befugnissen fĂŒr den Bundesnachrichtendienst einen tiefgreifenden Einschnitt. âDas ist eine wirkliche ZĂ€surâ, sagte Hoch der âWelt am Sonntagâ.
BND soll kĂŒnftig auch handeln dĂŒrfen
Hoch erklĂ€rte, der BND habe bisher lediglich zuschauen dĂŒrfen, wenn er Angriffe auf Deutschland erkannte. KĂŒnftig solle der Dienst handeln dĂŒrfen, wobei er zugleich kontrolliert werde.
âDer BND erhĂ€lt keine Lizenz zum Tötenâ, sagte Hoch. Der Unterschied zwischen dem Geheimdienst eines Rechtsstaates und dem einer Diktatur bleibe nach seiner Darstellung klar bestehen.
Mehr Befugnisse und neue Kontrolle
Mit der geplanten Geheimdienstreform sollen BND und Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz mehr Befugnisse erhalten. Zugleich wird ihre rechtliche Kontrolle neu geordnet und ausgeweitet, wobei der UnabhĂ€ngige Kontrollrat eine zentrale Rolle ĂŒbernehmen soll.
âBefugnisse und Kontrolle bedingen einanderâ, sagte Hoch. Wenn der BND mehr dĂŒrfe als bisher, mĂŒsse auch die Kontrolle mehr können.
Kontrolleure erhalten weitreichenden Zugang
Die Kontrolleure sollen jederzeit GebĂ€ude der Nachrichtendienste betreten, sich Unterlagen zeigen lassen und Mitarbeiter befragen können. Hoch bezeichnete dies als âauch im internationalen Vergleich eine robuste Kontrolleâ.
Schutz vor politischem Missbrauch
Hoch sieht in der UnabhÀngigkeit des Kontrollrats zudem eine Absicherung gegen einen möglichen politischen Missbrauch der Nachrichtendienste. Der Kontrollrat ist als oberste Bundesbehörde keinem Ministerium unterstellt.
Diese Konstruktion sei auch eine starke Sicherung fĂŒr den Fall, dass eine radikale Regierung an die Macht komme und versuche, die Geheimdienste gegen politische Gegner einzusetzen, sagte Hoch.
Anzeige | trading-house Börsenakademie
Kostenlose Trading-Webinare fĂŒr Privatanleger
Live lernen, live fragen. Erfahrene Trader zeigen Dir ihre Strategien beim Handel mit Aktien, Indizes und Rohstoffen in Echtzeit und beantworten Deine Fragen direkt - zum Beispiel, wie Du Nachrichten wie diese fĂŒr Deine Entscheidungen an der Börse richtig einordnest. 100 % kostenlos, live und interaktiv, jeden Mittwoch um 15:15 Uhr, von der trading-house Börsenakademie, die Privatanleger seit 28 Jahren ausbildet.
Die geplante Reform betrifft zwei zentrale deutsche Nachrichtendienste: den Bundesnachrichtendienst und das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz. Im Mittelpunkt steht ein TauschgeschĂ€ft aus erweiterten Handlungsmöglichkeiten und einer neu geordneten Kontrolle. Der UnabhĂ€ngige Kontrollrat soll dabei nicht nur nachtrĂ€glich prĂŒfen, sondern die Arbeit der Dienste umfassender begleiten können.
Politisch relevant ist vor allem die Frage, wie weit Nachrichtendienste bei der Abwehr von Gefahren selbst tĂ€tig werden dĂŒrfen. Hoch beschreibt den bisherigen Zustand als begrenzt, wĂ€hrend die Reform nach seiner Darstellung ein aktiveres Vorgehen ermöglichen soll. Zugleich sollen die Kontrolleure jederzeit DienstgebĂ€ude betreten, Unterlagen einsehen und BeschĂ€ftigte befragen können.
Kontrolle als institutionelle Absicherung
Die Konstruktion des Kontrollrats als oberste Bundesbehörde ohne ministerielle Unterstellung soll die Kontrolle organisatorisch unabhĂ€ngig halten. Das gewinnt besondere Bedeutung, weil Nachrichtendienste ĂŒber weitreichende Informationen und verdeckte FĂ€higkeiten verfĂŒgen. Eine wirksame Aufsicht muss deshalb sowohl rechtlich belastbar als auch praktisch in der Lage sein, Entscheidungen und ArbeitsablĂ€ufe zeitnah zu ĂŒberprĂŒfen.
FĂŒr die Ăffentlichkeit entscheidet sich die Bedeutung der Reform daran, ob zusĂ€tzliche Befugnisse mit nachvollziehbaren Grenzen, dokumentierten Verfahren und wirksamen Konsequenzen bei VerstöĂen verbunden werden. Die Aussage des KontrollratsprĂ€sidenten macht zugleich deutlich, dass die Reform nicht nur ZustĂ€ndigkeiten der Dienste, sondern auch die Architektur ihrer demokratischen Kontrolle verĂ€ndert.
