Neustart, Toni

Neustart mit Toni Nadal? Becker sieht Chance fĂŒr Zverev

21.07.2025 - 15:38:11

Boris Becker glaubt, dass Alexander Zverev mit einem neuen Trainer neuen Schwung bekommen kann. Seinen offenen Umgang mit mentalen Problemen findet er mutig, obwohl er anderes empfohlen hÀtte.

Tennis-Legende Boris Becker sieht in der möglichen Zusammenarbeit von Alexander Zverev mit Toni Nadal eine vielversprechende Chance fĂŒr einen Neustart. «Das ist vielleicht ein ganz neuer Blickwinkel fĂŒr Sascha Zverev, wie man Tennis liebt, wie man Tennis trainiert», sagte der 57-JĂ€hrige bei einem Talk am Rande der «FISU World Univeristy Games» in Essen. 

Zverev hatte zuletzt – wie Bilder und Videos zeigten und auch Becker bestĂ€tigte – in der Rafa Nadal Academy auf Mallorca trainiert. «Ich wĂŒrde das begrĂŒĂŸen, wenn Toni Nadal eine sportliche Rolle bei ihm spielen wĂŒrde. Vielleicht auch im Hintergrund mit Rafael», betonte Becker. Zverev habe nach wie vor das Potenzial, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen und die Nummer eins zu werden, «wenn er eben die Weichen stellt. Und wenn das eben mit Toni und im Hintergrund mit Rafael der Fall ist, dann hat er alles richtig gemacht.»

Becker hĂ€tte Zverev nach Aus ZurĂŒckhaltung empfohlen

Der Weltranglisten-Dritte wurde bisher hauptsĂ€chlich von seinem Vater Alexander Zverev Senior trainiert, Bruder Mischa ist sein Manager. Nach dem Erstrunden-Aus in Wimbledon sprach Zverev offen ĂŒber mentale Probleme. FĂŒr Becker ein mutiger, wenn auch nicht komplett nachvollziehbarer Schritt. «Im Idealfall öffnet man sein Herz nicht, wenn man die erste Runde von Wimbledon verliert. Aber er hat das bewusst gemacht und gebraucht. Es war seine Art und Weise, mit dieser EnttĂ€uschung umzugehen», sagte Becker. 

Er selbst hĂ€tte zunĂ€chst zu ZurĂŒckhaltung geraten. «WĂ€re ich sein Trainer gewesen, hĂ€tte ich ihn wahrscheinlich umarmt und gesagt: Sag jetzt nichts Falsches. Sag deine fĂŒnf SĂ€tze oder gar nichts und lass uns in Ruhe diskutieren. Aber okay, er hat das gemacht.» Doch die Ehrlichkeit des Olympiasiegers von 2021 habe Eindruck hinterlassen: «Ich finde, er hat dadurch an Sympathie gewonnen. Man hat den Menschen gesehen – nicht den Superstar.»

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