Borussia Dortmund, Fußball-Bundesliga

Bundesliga: Borussia Dortmund nach Sieg in Stuttgart wieder Tabellenführer

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 12:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Borussia Dortmund hat mit einem 1:0-Auswärtssieg in Stuttgart die Tabellenführung in der Bundesliga übernommen und setzt damit ein frühes Zeichen im Titelkampf. Sportchef Lars Ricken nutzt den gelungenen Saisonstart für eine selbstbewusste, aber kontrollierte Ansage in Richtung München.

  • Machte den Unterschied: BVB-Torschütze Maximilian Beier (r). - Bild: Jan-Philipp Strobel/dpa
    Machte den Unterschied: BVB-Torschütze Maximilian Beier (r). - Bild: Jan-Philipp Strobel/dpa
  • Der von den VfB-Fans ausgepfiffene Dortmunder Abwehrspieler Waldemar Anton zeigte an alter Wirkungsstätte eine starke Leistung. - Bild: Jan-Philipp Strobel/dpa
    Der von den VfB-Fans ausgepfiffene Dortmunder Abwehrspieler Waldemar Anton zeigte an alter Wirkungsstätte eine starke Leistung. - Bild: Jan-Philipp Strobel/dpa
Machte den Unterschied: BVB-Torschütze Maximilian Beier (r). - Bild: Jan-Philipp Strobel/dpa Der von den VfB-Fans ausgepfiffene Dortmunder Abwehrspieler Waldemar Anton zeigte an alter Wirkungsstätte eine starke Leistung. - Bild: Jan-Philipp Strobel/dpa

Mit einem 1:0-Auswärtssieg beim VfB Stuttgart hat Borussia Dortmund nach mehr als drei Jahren wieder die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga übernommen.

BVB feiert Rückkehr an die Tabellenspitze

Der Erfolg in Stuttgart brachte den BVB erstmals nach 1.212 Tagen wieder auf Platz eins. Siegtorschütze Maximilian Beier sprach im Fernsehsender Sky davon, dass sich die Spitzenposition gut anhöre und der Moment nun genossen werde. Abwehrspieler Waldemar Anton betonte, die Mannschaft habe sich diese Situation erarbeitet.

Gedämpfte Freude trotz Traumstart

Im Verein blieb die Euphorie dennoch kontrolliert. Sportdirektor Nils-Ole Book mahnte, man solle noch nicht zu sehr auf den Mai schauen und erinnerte daran, dass in Deutschland eine weitere Mannschaft erhebliche Titelansprüche habe – mit Blick auf den FC Bayern, der aktuell zwei Punkte hinter Dortmund rangiert. Nach vier Spieltagen sei ein Meistertitel noch weit entfernt.

Ricken will Bayern und Stuttgart herausfordern

Sport-Geschäftsführer Lars Ricken äußerte sich offensiver und kündigte an, der BVB wolle für alle Konkurrenten ein Herausforderer sein. Stuttgart sei nun neun Punkte zurück, auch die Bayern wolle man fordern. Ricken griff dabei augenzwinkernd eine Äußerung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf, wonach die Münchner möglichst schnell wieder vor Dortmund stehen sollten.

Bester BVB-Start seit elf Jahren

Die Dortmunder nehmen das Hochgefühl mit in die Länderspielpause. Vier Siege aus den ersten vier Spielen bedeuten den besten Saisonstart seit elf Jahren. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus bewertete den Erfolg in Stuttgart als Zeichen dafür, dass die Mannschaft gefährlich für die Bayern werden könne, wenn sie solche engen Spiele für sich entscheide.

Defensivreife statt Spektakel

In Stuttgart zeigte der BVB kein besonders spektakuläres, dafür ein reifes Spiel mit starker Defensive. Ricken sprach davon, der Club habe den „Stresstest“ bestanden und zog den Vergleich zu einem 2:0-Sieg in Stuttgart Anfang April, bei dem man gar nicht so recht gewusst habe, warum es erfolgreich gewesen sei. Nun sei klarer zu erkennen, welche Leistungen zum Erfolg geführt hätten.

Anton trotzt Pfiffen, Beier setzt sportliche Antwort

Ricken lobte die Mannschaft als Einheit, die sich gewehrt und mutig nach vorne verteidigt habe. Besonders hob er die Widerstandsfähigkeit hervor, die Waldemar Anton zeigte, obwohl der frühere Stuttgarter von den VfB-Fans bei jeder Ballberührung ausgepfiffen wurde. Anton erklärte, er ziehe aus solchen Situationen Energie. Für die aus Dortmunder Sicht richtige sportliche Antwort sorgte Maximilian Beier, der in der 70. Minute nach Vorlage von Jobe Bellingham traf.

Kovac sieht „schönste Geschichten“

BVB-Trainer Niko Kovac verwies darauf, dass Beier nach der Nichtnominierung durch Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp zunächst enttäuscht gewesen sei. Das Tor in Stuttgart sei nun eine Belohnung für den Offensivspieler, sagte Kovac mit Blick darauf, dass das Leben oft die schönsten Geschichten schreibe. Beier könne nun einige Tage pausieren und seine Länderspielpause im Homeoffice verbringen.

Historischer Start für Borussia Dortmund

Der Sprung von Borussia Dortmund an die Spitze der Bundesliga-Tabelle nach dem 1:0 in Stuttgart markiert einen besonderen Moment für den Club. Erstmals seit über drei Jahren steht der BVB wieder auf Platz eins und knüpft damit an die starken Saisonphasen früherer Jahre an. Vier Siege aus vier Spielen sind für Dortmund keine Selbstverständlichkeit und erinnern an Zeiten, in denen der Verein dauerhaft als erste Kraft hinter oder neben dem FC Bayern galt.

Ansage Richtung München, aber gebremste Euphorie

Bemerkenswert ist das Zusammenspiel aus selbstbewussten und zugleich vorsichtigen Tönen aus dem Dortmunder Umfeld. Während Sport-Geschäftsführer Lars Ricken den Anspruch formuliert, die Bayern herauszufordern, mahnen andere Verantwortliche zur Ruhe und warnen vor voreiligen Titelträumen nach nur vier Spieltagen. Diese Mischung aus offensivem Anspruch und kontrollierter Erwartungshaltung ist typisch für die Phase einer frühen Tabellenführung, in der sportliche Stabilität wichtiger ist als große Schlagzeilen.

Defensive Stabilität und mentale Stärke als Signal

Sportlich deutet der Sieg in Stuttgart auf eine strategische Neuausrichtung hin: Dortmund gewinnt kein spektakuläres, aber ein reifes Auswärtsspiel, getragen von Defensive und Widerstandskraft. Dass ausgerechnet der von den VfB-Fans ausgepfiffene Ex-Stuttgarter Waldemar Anton und der zunächst übergangene Offensivspieler Maximilian Beier im Mittelpunkt stehen, unterstreicht die Bedeutung mentaler Stabilität. Für die Liga bedeutet die neue Konstellation, dass der Titelkampf früh zusätzliche Spannung erhält – mit einem BVB, der sich nicht nur auf Offensive, sondern zunehmend auf Robustheit und Effizienz stützt.

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