Bundesliga-Krise: Gladbach verliert spektakulÀr 3:4 gegen Mainz und bleibt punktlos
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 17:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBorussia Mönchengladbach hat auch das erste Spiel nach der Trennung von Trainer Eugen Polanski verloren und unterlag dem FSV Mainz 05 im Borussia-Park mit 3:4.
Gladbach bleibt punktlos â Mainz feiert AuswĂ€rtssieg
Unter Interimstrainer Jan-Moritz Lichte blieb die Elf vom Niederrhein auch nach vier Bundesligapartien ohne Punktgewinn. Vor 50.717 Zuschauern im Borussia-Park geriet Gladbach trotz dreier eigener Treffer erneut auf die VerliererstraĂe und steht als einziges Team der Liga weiterhin ohne ZĂ€hler da. Mainz hingegen kann mit dem Saisonstart zufrieden sein und sammelte mit dem Erfolg in Mönchengladbach insgesamt sieben Punkte.
FĂŒr die GĂ€ste trafen Phillip Tietz in der 18. Minute, Sheraldo Becker in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, Eric Martel in der 78. Minute und Danny da Costa kurz vor Schluss in der 89. Minute. FĂŒr Gladbach waren Florian Neuhaus frĂŒh in der 11. Minute, Isac Lidberg in der 59. Minute sowie Shuto Machino per Handelfmeter in der fĂŒnften Minute der Nachspielzeit erfolgreich.
Vergebene Chancen und wacklige Defensive
Gladbach begann druckvoll und ging durch Neuhaus nach einem Schuss von Lukas Ullrich, den der Mittelfeldspieler unhaltbar abfĂ€lschte, in FĂŒhrung. In dieser Phase verhinderte Mainz-Keeper Alexander Schwolow mit einer starken Parade gegen einen Kopfball von Jan Leszczynski das mögliche 2:0. AnschlieĂend nutzte Tietz eine Unachtsamkeit der Gladbacher Defensive nach einem Einwurf zum Ausgleich.
In der Nachspielzeit der ersten HĂ€lfte offenbarte die neu formierte Dreierkette erneut SchwĂ€chen: Becker hatte im Strafraum viel Platz und köpfte eine Flanke von rechts zur Mainzer 2:1-FĂŒhrung ins Tor. Nach dem Seitenwechsel erhielt Gladbach nach einem Handspiel von Tietz und Videostudium einen StrafstoĂ, doch Kevin Diks traf in der 57. Minute nur den Pfosten.
Gladbach-Aufholjagd bleibt unbelohnt
Die Gastgeber steckten den vergebenen Elfmeter zunĂ€chst weg und erhöhten den Druck. Der Einsatz zahlte sich durch den Ausgleich zum 2:2 aus, den Kleindienst-Vertreter Lidberg erzielte. Trotz der OffensivbemĂŒhungen reichte dies am Ende nicht fĂŒr einen Punkt.
In der Schlussphase schlug Mainz erneut zu: ZunĂ€chst sorgte Martel mit seinem Treffer fĂŒr Jubel bei den mitgereisten Fans, bevor der eingewechselte da Costa das vierte Tor fĂŒr die GĂ€ste markierte. Mit insgesamt 16 Gegentoren nach vier Spielen bleibt die Gladbacher Abwehr deutlich hinter Bundesliganiveau zurĂŒck, das spĂ€te 3:4 von Machino bedeutete nur noch Ergebniskosmetik.
Schröder ĂŒber den neuen Trainer â Lichte verĂ€ndert die Startelf
Vor der Partie hatte Sportchef Rouven Schröder eine zeitnahe Verpflichtung eines neuen Cheftrainers angekĂŒndigt. Er sprach von einem klaren Favoriten fĂŒr die Nachfolge Polanskis und hob âErfahrungâ als wichtigen Faktor hervor, nannte aber keinen konkreten Namen. Die erste Partie des neuen Trainers soll nach der anstehenden LĂ€nderspielpause das rheinische Derby beim 1. FC Köln sein.
Interimscoach Lichte musste beim Spiel gegen seinen frĂŒheren Klub Mainz auf den gesperrten KapitĂ€n Tim Kleindienst verzichten und stellte seine Mannschaft im Vergleich zum 0:5 in Freiburg auf vier Positionen um. Unter anderem kehrte Neuhaus in die Startelf zurĂŒck, obwohl der 29-JĂ€hrige ursprĂŒnglich verkauft werden sollte und zuvor in dieser Saison keine Rolle gespielt hatte. Gegen Mainz meldete er sich mit einem frĂŒhen Tor eindrucksvoll zurĂŒck, konnte die nĂ€chste Niederlage seines Teams aber nicht verhindern.
Tabellenlage und sportliche Bedeutung
Die erneute Niederlage gegen Mainz verschĂ€rft die sportliche Krise von Borussia Mönchengladbach erheblich. Nach vier Spieltagen steht die Mannschaft ohne Punkt da und hat bereits 16 Gegentore kassiert â ein Wert, der frĂŒh in der Saison auf massive strukturelle Probleme in der Defensive hinweist. Das spektakulĂ€re 3:4 verdeutlicht, dass die Offensive durchaus in der Lage ist zu treffen, wĂ€hrend die Abwehr eine hohe AnfĂ€lligkeit zeigt.
FĂŒr Mainz hingegen bestĂ€tigt der AuswĂ€rtssieg den gelungenen Saisonstart. Sieben Punkte aus vier Spielen und die FĂ€higkeit, in einem torreichen und wechselhaften Spiel mehrfach zurĂŒckzuschlagen, stĂ€rken die Position von Trainer Urs Fischer und geben der Mannschaft Selbstvertrauen. Der Erfolg auswĂ€rts in einem emotional aufgeladenen Umfeld wie dem Borussia-Park unterstreicht zudem die StabilitĂ€t des Mainzer Kaders.
Trainersuche und sportliche Perspektive
Die Aussagen von Sportchef Rouven Schröder zur Trainersuche sind vor dem Hintergrund des Spiels besonders bedeutsam. Nach der Trennung von Eugen Polanski soll zeitnah ein neuer Cheftrainer prĂ€sentiert werden, der direkt nach der LĂ€nderspielpause mit dem rheinischen Derby beim 1. FC Köln eine Ă€uĂerst anspruchsvolle Premiere erhĂ€lt. Der Fokus auf âErfahrungâ als zentrales Kriterium zeigt, dass der Klub in der aktuellen Situation einen StabilitĂ€ts- und Krisenmanager sucht, der sowohl mit hohem Druck als auch mit Erwartungen im Umfeld umgehen kann.
Der starke Auftritt des zuvor auĂen vor gelassenen Florian Neuhaus illustriert, dass der Kader grundsĂ€tzlich QualitĂ€t besitzt, aber bisher nicht optimal genutzt wurde. FĂŒr die Fans und das Umfeld bedeutet die Lage, dass kurzfristig vor allem Schadensbegrenzung und das Verhindern eines Fehlstarts historischen AusmaĂes im Vordergrund stehen. Zugleich eröffnet der Trainerwechsel die Chance auf einen Neustart in Spielidee, Rollenverteilung und MentalitĂ€t â allerdings unter der Voraussetzung, dass zentrale defensive Probleme konsequent angegangen werden.
