Wuppertal, Synagoge

Brand an Wuppertaler Synagoge: Ermittler sehen Hinweise auf Antisemitismus

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 11:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach dem Feuer an der Wuppertaler Synagoge verdichten sich für die Ermittler die Hinweise auf ein antisemitisches Motiv. Zwei Frauen sollen als Zeuginnen helfen, den Ablauf der Tat zu klären.

  • Spurensicherung am Tatort. (Archivbild) - Bild: Christoph Petersen/dpa
    Spurensicherung am Tatort. (Archivbild) - Bild: Christoph Petersen/dpa
  • Spuren der Brandstiftung. (Archivbild) - Bild: Matthias Rosenkranz/dpa
    Spuren der Brandstiftung. (Archivbild) - Bild: Matthias Rosenkranz/dpa
Spurensicherung am Tatort. (Archivbild) - Bild: Christoph Petersen/dpa Spuren der Brandstiftung. (Archivbild) - Bild: Matthias Rosenkranz/dpa

Nach dem Feuer an der Wuppertaler Synagoge sehen die Ermittler Hinweise auf Antisemitismus als Tatmotiv.

Verdächtiger festgenommen

Ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft sagte, neben dem Tatort selbst deute auch eine Äußerung des Verdächtigen auf ein antisemitisches Motiv hin. Die Wohnung des 37-jährigen Afghanen sei durchsucht worden, dabei sei ein Mobiltelefon gefunden worden, dessen Auswertung noch andauere.

Brand an Nebeneingang

Der Brand sei auf einer Treppe an einem Nebeneingang der Bergischen Synagoge gelegt worden. Das Feuer habe schnell gelöscht werden können, verletzt worden sei niemand, der Sachschaden sei gering.

Zeuginnen gesucht

Die Polizei suche zwei junge Frauen, die sich zur Tatzeit in unmittelbarer Nähe der Synagoge aufgehalten haben sollen. Der Mann soll am Donnerstag gegen 14.00 Uhr eine brennbare Flüssigkeit auf die Treppenstufen vor der Tür geschüttet und angezündet haben.

Vorgeschichte des Falls

Der Verdächtige habe eine Vorstrafe wegen der Bedrohung einer Nachbarin, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Zentralrat der Juden in Deutschland bezeichnete die Tat als Brandanschlag, bereits 2014 war die Synagoge Ziel eines Anschlags geworden.

Antisemitische Tatverdachtsmomente

Die Ermittler sehen nach dem Feuer an der Wuppertaler Synagoge Hinweise auf ein antisemitisches Motiv. Der Verdacht wiegt besonders schwer, weil der Tatort selbst und eine Äußerung des 37-jährigen Verdächtigen den Kern der bisherigen Bewertung bilden.

Signalwirkung über Wuppertal hinaus

Für die jüdische Gemeinde in Wuppertal trifft der Vorfall auf eine ohnehin sensible Lage. Synagogen gelten in Deutschland seit Jahren als besonders schutzbedürftige Orte; jeder Angriff auf sie löst deshalb über den konkreten Schaden hinaus Sicherheitsdebatten und politische Reaktionen aus.

Ermittlungen mit Blick auf Umfeld und Zeuginnen

Hinzu kommt die Suche nach zwei Frauen, die sich zur Tatzeit in der Nähe aufgehalten haben sollen. Ihre Aussagen können helfen, den Ablauf zu präzisieren und die Frage zu beantworten, ob der Verdächtige aus einem spontanen Entschluss handelte oder ob es weitere Vorbereitung gab. Der geringe Sachschaden ändert an der Bedeutung des Falls wenig: Entscheidend ist die gezielte Attacke auf einen religiösen Ort in einer Phase erhöhter Aufmerksamkeit rund um jüdische Feiertage.

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