Woidke, Grenzkontrollen

Woidke sieht wegen Grenzkontrollen keine gravierenden Nachteile

15.07.2025 - 13:01:26

Brandenburgs MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke (SPD) hĂ€lt die Warnungen der Wirtschaft vor negativen Auswirkungen der deutsch-polnischen Grenzkontrollen fĂŒr ĂŒbertrieben.

"Momentan sehen wir noch keine gravierenden wirtschaftlichen SchĂ€den - und wir sollten sie nicht herbeireden", sagte Woidke dem "Handelsblatt". Grenzkontrollen seien ein wichtiges Instrument zur Begrenzung irregulĂ€rer Migration, die nicht weiter anwachsen dĂŒrfe. "Das Thema hat die soziale und politische Balance in Deutschland gefĂ€hrdet", so der SPD-Politiker.

Deshalb sei die Kontrolle der deutschen Außengrenzen "immens wichtig". "Aber genauso klar ist: Wir mĂŒssen alles dafĂŒr tun, die Auswirkungen auf die Grenzregionen, die Menschen vor Ort und die Wirtschaft so gering wie möglich zu halten", sagte Woidke weiter. Nötig sei etwa eine bessere Regelung auf der Autobahn Richtung polnische Grenze. "Hier ist die Autobahn GmbH des Bundes gefordert, eine zusĂ€tzliche Fahrbahn einzurichten", sagte der Regierungschef. "Es muss möglich sein, Kontrollen so zu organisieren, dass sie den Verkehrsfluss nicht beeintrĂ€chtigen." FĂŒr Pendler brauche man zudem eine Passierscheinregelung wie schon in der Corona-Zeit. Das habe damals gut funktioniert. Woidke rĂ€umte Fehler in der deutschen Migrationspolitik ein. "Unsere Politik der offenen Grenzen in den vergangenen Jahren hat viel Unmut erzeugt", sagte er. "Es haben sich viele ĂŒber die offensichtliche NaivitĂ€t auf deutscher Seite gewundert." Zu wenige hĂ€tten die Dimension des Problems erkannt - mit all den Folgen fĂŒr den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

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