Steuern

Wagenknecht: PlĂ€ne bei SozialbeitrĂ€gen fĂŒr Reiche halbherzig

06.09.2025 - 15:06:15

BSW-Parteichefin Sahra Wagenknecht hat PlĂ€ne der Bundesregierung fĂŒr höhere SozialbeitrĂ€ge fĂŒr Gutverdiener als unzureichend kritisiert.

"Das ist halbherzig und wird nicht ausreichen, um die steigenden SozialbeitrÀge zu stoppen", sagte Wagenknecht den Funke-Zeitungen. "Das bewegt sich ja lediglich im Rahmen der normalen jÀhrlichen Anpassungen der Beitragsbemessungsgrenzen." Bundesarbeitsministerin BÀrbel Bas (SPD) will einem "Politico"-Bericht zufolge im kommenden Jahr die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung erhöhen. "Warum zahlen Gering- und Normalverdiener auf ihr komplettes Einkommen Sozialabgaben und Spitzenverdiener nur auf einen Teil, meist sogar nur auf den kleineren?", kritisierte Wagenknecht.

"Es ist inakzeptabel, dass Geringverdiener und die Mittelschicht weit ĂŒberproportional den Sozialstaat finanzieren." Wagenknecht forderte den Einstieg in eine BĂŒrgerversicherung: "Alle zahlen ein, und zwar proportional zu ihren Einkommen", sagte die BSW-Chefin. "Schwarz-Rot sollte bei sich selbst anfangen und mit gutem Beispiel vorangehen. Alle Mitglieder der Bundesregierung und des Bundestages sollten zum Beispiel verpflichtend ab 1. Januar in die Rentenkasse einzahlen." Die Union hĂ€lt die Erhöhung von Bemessungsgrenzen fĂŒr SozialbeitrĂ€ge fĂŒr nötig, warnt aber vor Doppelbelastungen: "Die Bundesregierung vollzieht die Lohnentwicklung nach und hat in der Sache wenig Gestaltungsspielraum", sagte Dennis Radtke (CDU), Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft Deutschlands, dem "Tagesspiegel". "Das Dilemma ist: Parallel zur Anhebung der Bemessungsgrenze zeichnet sich die Erhöhung der ZusatzbeitrĂ€ge in der GKV ab. Somit werden viele BeschĂ€ftigte gleich doppelt getroffen, statt endlich entlastet." Die Koalition, so Radtke, mĂŒsse neben der Außenpolitik endlich einen klaren Schwerpunkt auf Wachstum und Entlastung setzen. "Viele haben einfach die Nase voll, weil sie trotz harter Arbeit kaum noch vom Fleck kommen." Der "Bund der Steuerzahler" kritisiert die PlĂ€ne. "Die Idee von Bas ist Bullshit", sagte Reiner Holznagel, PrĂ€sident der Lobbyorganisation, der "Bild". Eine Erhöhung treffe vor allem Facharbeiter und SelbstĂ€ndige - ihre KrankenversicherungsbeitrĂ€ge stiegen "sofort", wenn die Grenze bald auf rund 70.000 Euro brutto klettere. Bas plant laut einem Entwurf ihres Ministeriums, die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung 2026 auf 8.450 Euro zu erhöhen. Derzeit liegt sie bei 8.050 Euro. FĂŒr die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung soll die Beitragsbemessungsgrenze von aktuell 5.512,50 Euro im kommenden Jahr auf 5.812,50 Euro steigen.

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