Sudan, Nahrungsmittel

Wadephul will bei humanitĂ€rer Hilfe fĂŒr den Sudan vorangehen

15.04.2026 - 18:48:48 | dts-nachrichtenagentur.de

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) will die humanitĂ€re Hilfe fĂŒr die Zivilbevölkerung im Sudan erhöhen."Wir werden unsere Hilfe um mehr als 230 Millionen Euro aufstocken", sagte er am Mittwoch nach der Berliner Sudan-Konferenz.

Johann Wadephul am 13.04.2026 - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Wir verbinden das natĂŒrlich mit der Bitte, dass auch alle anderen Akteure ihrer humanitĂ€ren Verantwortung gerecht werden." Es sei ein gutes Zeichen, dass die Teilnehmer der Konferenz "in einer Welt schrumpfender humanitĂ€rer Mittel bereits UnterstĂŒtzungszusagen in Höhe von ĂŒber 1,3 Milliarden Euro abgegeben haben".

Die humanitĂ€ren Mittel fĂŒr den Sudan lagen zuletz weit unter dem Bedarf. Im Jahr 2025 war der Hilfsplan der Vereinten Nationen nur zu 35 Prozent finanziert. FĂŒr das Jahr 2026 wird mit einem Bedarf von 2,8 Milliarden Dollar gerechnet.

Wadephul kĂŒndigte auch an, die Krise im Sudan auf der Agenda des UN-Sicherheitsrats halten. Im Sudan spiele sich die grĂ¶ĂŸte menschengemachte humanitĂ€re Katastrophe der Welt ab. Die Zahl der seit 2023 Getöteten liege "wohl in den Hunderttausenden", sagte der Bundesaußenminister. "Mehr als 20 Millionen Menschen leiden akut Hunger - die HĂ€lfte der Bevölkerung." Die internationale Gemeinschaft werde die FriedensbemĂŒhungen weiter verstĂ€rken und sich bemĂŒhen, so schnell wie möglich die Gewalt zu stoppen, humanitĂ€re Hilfe zu ermöglichen und eine Waffenruhe zu erreichen, erklĂ€rte er.

Nach Angaben der UN-FlĂŒchtlingsagentur UNHCR mussten seit Beginn des Konflikts zwischen den sudanesischen StreitkrĂ€ften (SAF) und den paramilitĂ€rischen Rapid Support Forces (RSF) im April 2023 rund 14 Millionen Menschen, also ein Viertel der Bevölkerung, fliehen. 9 Millionen sind demnach weiterhin innerhalb des Sudans auf der Flucht, 4,4 Millionen haben das Land verlassen und sich vor allem im Tschad, im SĂŒdsudan und in Ägypten niedergelassen. Laut der ErnĂ€hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sind derzeit 21 Millionen Sudanesen von akuter ErnĂ€hrungsunsicherheit betroffen sind. 6,3 Millionen von ihnen befinden sich in einer besonders prekĂ€ren Notlage. In den drei Jahren des Krieges hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 200 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen dokumentiert, die 2.052 Todesopfer forderten.

Ein UN-Bericht war im Februar zu dem Schluss gekommen, dass es Anzeichen fĂŒr einen Völkermord in Al-Faschir gibt. Dort sind nach Angaben der Koordinatorin fĂŒr humanitĂ€re Hilfe der Vereinten Nationen im Sudan, Denise Brown, innerhalb von drei Tagen mindestens 6.000 Menschen ermordet worden.

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