Stark-Watzinger, Exmatrikulation

Stark-Watzinger fordert Exmatrikulation von Antisemiten

07.02.2024 - 14:53:05

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) fordert eine Anpassung der Hochschulgesetze, damit TÀter nach antisemitischen VorfÀllen auch durch die UniversitÀten exmatrikuliert werden können.

Die Freiheit und der Schutz der jĂŒdischen Studenten "darf nicht im Pingpong zwischen Hochschule und Landesgesetzgeber - also hier dem Senat in Berlin - hin und her gehen, sondern es muss eine klare Regelung geben", sagte sie dem Fernsehsender "Welt". Die Hochschule mĂŒsse so gestĂ€rkt werden, dass sie gegen Antisemitismus und die daraus resultierende Gewalt vorgehen könne. "Die Hochschulgesetze sollten angepasst werden." Nach einem tĂ€tlichen Angriff auf einen jĂŒdischen Studenten der FU Berlin waren zuvor Forderungen laut geworden, den TĂ€ter zu exmatrikulieren, was aber das Berliner Hochschulgesetz bislang nicht vorsieht. Mit Blick auf die Berliner Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD), die "Exmatrikulationen aus politischen GrĂŒnden" ablehnt, verwies Stark-Watzinger darauf, dass Antisemitismus die an sich wĂŒnschenswerte Freiheit der Lehre ja sogar einschrĂ€nke. Viele UniversitĂ€ten hĂ€tten sich klar gegen Antisemitismus positioniert, nun mĂŒssten sie auch rechtliche Klarheit darĂŒber haben, wie sie mit antisemitischen VorfĂ€llen umgehen können: "Wir sehen, dass ja zumindest in einigen Hochschulgesetzen die Konsequenzen nicht klar definiert sind: Was ist möglich?" Und deswegen seien die LĂ€nder jetzt gefordert.

"Sie sollten ihre Hochschulgesetze ĂŒberprĂŒfen, damit klar ist, dass eben Antisemitismus und daraus entstehende Gewalt keinen Platz an den Hochschulen haben", so Stark-Watzinger. Zuletzt waren RĂŒcktrittsforderungen gegen Berlins Wissenschaftssenatorin laut geworden: "Die Äußerungen der Wissenschaftssenatorin sind derart haarstrĂ€ubend, sie begrĂŒnden einen RĂŒcktritt", sagte FDP-Landesvize Sebastian Czaja der "Bild". Wer Antisemitismus so verharmlose, dĂŒrfe nicht an fĂŒhrender politischer Stelle fĂŒr die Wissenschaft zustĂ€ndig sein. Bayerns Antisemitismusbeauftragter Ludwig Spaenle (CSU) sagte der Zeitung: "Von Frau Czyborra hĂ€tte ich eine klare Ansage an die FU Berlin erwartet und keine Beschwichtigung. Es bleibt nur der RĂŒcktritt." Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak sagte, dass die Einlassung von Czyborra "in keiner Weise akzeptabel" sei. "Hier von einem `Konflikt auf dem Campus` zu sprechen und eine Exmatrikulation aus `politischen GrĂŒnden` abzulehnen, verdreht in gefĂ€hrlicher Weise die Tatsachen." Wenn Hochschulen offene RĂ€ume der Kommunikation und der Debatte bleiben sollen, mĂŒsse mit aller Konsequenz und HĂ€rte gegen Studenten vorgegangen werden, die ihren Judenhass mit Gewalt ausleben, so Luczak. "Der TĂ€ter muss Hausverbot bekommen und exmatrikuliert werden. Wenn dies das Hochschulgesetz nicht hergibt, muss es geĂ€ndert werden. DafĂŒr steht die Senatorin in der Verantwortung." Die CDU Berlin strebt eine Änderung des Hochschulgesetzes an, um Exmatrikulationen wieder möglich zu machen, nachdem erst 2021 der damals rot-rot-grĂŒne Senat dieses Mittel gesperrt hatten. "Antisemitismus ist keine Politik und hat an unseren UniversitĂ€ten nichts verloren. Wenn wir dafĂŒr Gesetze Ă€ndern mĂŒssen, sollten wir dies tun", sagte CDU-Fraktionschef Dirk Stettner der "Bild".

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