Lauterbach, Verzögerung

Lauterbach warnt vor Verzögerung der Cannabis-Freigabe

17.03.2024 - 17:01:15 | dpa.de

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat davor gewarnt, die geplante Legalisierung von Cannabis zum 1.

April im Bundesrat zu verzögern. "Jedes von SPD und GrĂŒnen mitregierte Land muss wissen, dass das Cannabis-Gesetz am nĂ€chsten Freitag stirbt, wenn man den Vermittlungsausschuss anruft", schrieb der SPD-Politiker am Samstag auf der Plattform X (frĂŒher Twitter). "Die UnionslĂ€nder wĂŒrden sich bedanken und mit allen Verfahrenstricks das Gesetz im Vermittlungsausschuss beerdigen."

Er verwies auf eine Äußerung von Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU): Dieser schrieb ebenfalls auf X, sein Ziel sei, dass das Gesetz niemals wieder aus dem Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat herauskomme.

Der Bundestag hatte die umstrittene Legalisierung von Cannabis am 23. Februar beschlossen. Das Gesetz steht fĂŒr den 22. MĂ€rz auf der Tagesordnung des Bundesrates. ZustimmungsbedĂŒrftig ist es nicht, die LĂ€nderkammer könnte jedoch den Vermittlungsausschuss mit dem Bundestag anrufen und damit das Verfahren bremsen.

Bedenken sind aus den BundeslĂ€ndern unter anderem gegen eine geplante Amnestie fĂŒr AltfĂ€lle laut geworden, die nach dem neuen Recht nicht mehr strafbar wĂ€ren und einzeln geprĂŒft werden mĂŒssten. Lauterbach hielt dagegen, durch die Cannabis-Legalisierung fielen jĂ€hrlich Zehntausende Konsumdelikte weg, die Gerichte wĂŒrden entlastet. "Bei EinfĂŒhrung ist Amnestie zwar eine Belastung. Aber Verschieben bringt da nichts, die Arbeit bleibt gleich."

Nach Angaben der "Deutschen Richterzeitung" mĂŒssen bundesweit mehr als 210 000 Strafakten ĂŒberprĂŒft werden. Die Zeitung stĂŒtzt sich auf Angaben der Justizministerien der LĂ€nder beziehungsweise in Sachsen-Anhalt der Generalstaatsanwaltschaft. Richterbund-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Sven Rebehn sagte der dpa: "FĂŒr die Staatsanwaltschaften bedeuten die AmnestieplĂ€ne konkret, dass sie alle Strafakten mit Bezug zum BetĂ€ubungsmittelgesetz nochmals hĂ€ndisch daraufhin auswerten mĂŒssen, ob die betroffenen Sachverhalte nach der neuen Rechtslage straflos wĂ€ren." Es mĂŒsse ermittelt werden, ob es bei dem BetĂ€ubungsmittelverstoß um Cannabis ging und um welche Menge es sich dabei handelte.

Nach den PlÀnen der Ampel-Koalition soll grundsÀtzlich der Besitz von bis zu 25 Gramm Cannabis zum Eigenkonsum erlaubt sein. In der eigenen Wohnung sollen drei lebende Cannabispflanzen legal werden und bis zu 50 Gramm Cannabis zum Eigenkonsum. Kiffen im öffentlichen Raum soll unter anderem in Schulen, SportstÀtten und in Sichtweite davon verboten werden - in 100 Metern Luftlinie um den Eingangsbereich.

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hofft, dass der Bundesrat die PlĂ€ne verhindern wird. "Wir bedauern insbesondere, dass das Gesetz keinerlei Übergangsfristen vorsieht, die ermöglichen wĂŒrden, dass sich Polizei, Zoll, Justizbehörden und JugendĂ€mter hierzulande auf die neue Gesetzeslage vorbereiten können", heißt es in einem Brief des stellvertretenden GdP-Bundeschefs, Alexander Poitz, an die BundesratsprĂ€sidentin, Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig (SPD). Sie solle sich dafĂŒr einsetzen, dass der Vermittlungsausschuss angerufen werde, um wichtige offene Fragen zu klĂ€ren.

Andernfalls droht laut GdP Rechts- und Handlungsunsicherheit. Die Gewerkschaft befĂŒrchtet außerdem, dass sich kriminelle Banden, sollte das Gesetz unverĂ€ndert in Kraft treten, schnell auf die neue Rechtslage einstellen, ihr Gewinnmodell anpassen und womöglich neue ZielmĂ€rkte erschließen könnten. Nicht abschließend geklĂ€rt sei auch, wie sich der Cannabiskonsum auf den Straßenverkehr auswirken werde. Neben einem abgestimmten Grenzwert fehle geeignete Ausstattung zum Nachweis von Cannabis bei FahrzeugfĂŒhrern.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
politik | 64983728 |