Masken-Beschaffung: Lauterbach verspricht vollstÀndige AufklÀrung
29.03.2024 - 13:51:54Alles werde zu 100 Prozent aufgeklĂ€rt, nichts werde zurĂŒckgehalten, schrieb der SPD-Politiker am Freitag auf der Plattform X (vormals Twitter). Lauterbach reagierte damit auf einen neuen Bericht des Bundesrechnungshofs vom Donnerstag, ĂŒber den zunĂ€chst der "Spiegel" berichtete.
Der Rechnungshof ĂŒbt darin scharfe Kritik an der Maskenbeschaffung durch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) in der Corona-Pandemie. Das Ministerium beschaffte dem Bericht zufolge im Jahr 2020 unter dem damaligen Ressortchef Jens Spahn (CDU) SchutzausrĂŒstung fĂŒr 6,7 Milliarden Euro. Es seien allein 5,7 Milliarden Schutzmasken angeschafft worden, von denen jedoch nur 2 Milliarden verteilt worden seien - davon 1,7 Milliarden in Deutschland.
"Es ist nicht festzustellen, wie viele tatsĂ€chlich genutzt wurden und zur effektiven PandemiebekĂ€mpfung beitrugen. 1,2 Milliarden Schutzmasken wurden inzwischen vernichtet, weitere 1,7 Milliarden sind dafĂŒr vorgesehen", heiĂt es in dem Bericht.
Die Folgekosten fĂŒr die Verwaltung dieser sogenannten Ăberbeschaffung beliefen sich demnach bis Ende 2023 auf 460 Millionen Euro. FĂŒr die 800 Millionen noch verwendbaren Masken gebe es kein Nutzungs- und Verteilungskonzept.
Der Bundesrechnungshof verweist in seinem Bericht zwar auf die vor allem in den ersten Monaten des Jahres 2020 groĂe Ungewissheit ĂŒber Schwere und Verlauf der Pandemie. Viele Entscheidungen seien aber gerade nicht in den schwierigen ersten Wochen der Pandemie entstanden. "Der Bundesrechnungshof vermisst insoweit eine angemessene kritische Auseinandersetzung des BMG mit diesen VorgĂ€ngen", heiĂt es darin.
Das Ministerium solle seine Beschaffung wĂ€hrend der Pandemie und FolgemaĂnahmen kritisch aufarbeiten und fĂŒr kĂŒnftige Krisenlagen rechtssichere Strategien entwickeln, heiĂt es in dem Bericht.
Lauterbach schrieb bei X, bislang sei bei der Aufarbeitung noch nicht alles auf den Tisch gekommen, weil das Ministerium noch in Schadensersatzklagen in dreifacher Millionenhöhe stecke. "Wir können nicht offenlegen, wo wir noch in laufenden Prozessen kÀmpfen."
Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte der Staat hÀnderingend nach Schutztextilien gesucht. In vielen FÀllen verweigerte das Ministerium spÀter die Bezahlung der Waren und berief sich auf QualitÀtsmÀngel, die es nach Darstellung zahlreicher HÀndler aber gar nicht gegeben hatte. Dutzende Lieferanten und HÀndler reichten Klagen gegen das Gesundheitsministerium ein.

