Lauterbach verteidigt Transparenzgesetz gegen Kritik aus den LĂ€ndern
22.11.2023 - 15:24:42"Wir haben in Deutschland lange in der Illusion gelebt, jede Klinik wĂ€re in der Krebsbehandlung so gut wie die Harvard Medical School." Ihm gehe es nicht um eine Art Ranking. "Wir veröffentlichen Daten dazu, wie hĂ€ufig konkrete Eingriffe gemacht werden, wie gut das Personal dafĂŒr qualifiziert ist und wie hĂ€ufig Komplikationen auftreten." An diesem Freitag soll das Transparenzgesetz im Bundesrat beraten werden. In den LĂ€ndern stöĂt das Gesetz auf Widerstand und es wird mit einer Blockade im Bundesrat gerechnet. "Manche LĂ€nder haben Sorge, dass KrankenhĂ€user, die da nicht so gut abschneiden und jetzt schon ökonomische Probleme haben, dann noch mehr ökonomische Probleme bekommen könnten", sagte der Gesundheitsminister. Lauterbach entkrĂ€ftete BefĂŒrchtungen, dass es zu einem massiven Kliniksterben kommen werde, bevor die geplante Reform der Krankenhausfinanzierung wirkt. "Zumindest fĂŒr 2024 haben wir mit dem Gesetz einen Lösungsvorschlag auf dem Tisch liegen. Mit dem Transparenzgesetz bringen wir kurzfristig erhebliche Mittel in die Kliniken: Neben Energiehilfen in Milliardenhöhe bringen wir zusĂ€tzlich 6 Milliarden Euro fĂŒr bessere Bezahlung der Pflege in die KrankenhĂ€user." Laut dem Bundesgesundheitsminister sind diese 6 Milliarden nicht von der aktuellen Haushaltssperre im Nachgang des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zum Haushalt betroffen. "Aber wenn die LĂ€nder jetzt am Freitag den Vermittlungsausschuss anrufen, dann mĂŒsste der Bundestag noch einmal ĂŒber das Gesetz abstimmen. Angesichts der Haushaltslage rechne ich nicht automatisch mit Zustimmung. Dann gĂ€be es auch die zusĂ€tzlichen 6 Milliarden fĂŒr die Pflege möglicherweise nicht", sagte Lauterbach. Das Transparenzgesetz ist ein Baustein der groĂangelegten Klinikreform, deren erklĂ€rtes Ziel es sei, dass die Ăkonomisierung wieder mehr in den Hintergrund tritt und die QualitĂ€t der Medizin gefördert wird. "DafĂŒr reformieren wir zum einen die Finanzierung und zum anderen machen wir in einem ersten Schritt die QualitĂ€t der KrankenhĂ€user fĂŒr bestimmte Eingriffe transparent." UrsprĂŒnglich sollte die Krankenhausfinanzierungsreform noch in diesem Jahr beschlossen werden und zum 1. Januar 2024 in Kraft treten. Der Zeitplan verzögert sich nun. "Wir werden die Reform hoffentlich bis Ostern beschlieĂen", sagte Lauterbach. "Es wird weiter so sein, dass die LĂ€nder in 2025 und 2026 die Leistungsgruppen zuweisen und dass die Reform 2027, 2028 Geld transportiert und 2029 komplett umgesetzt sein wird." Am Donnerstag will Lauterbach mit Vertretern aus den LĂ€ndern zusammenkommen, um ĂŒber die nĂ€chsten Schritte der Klinikreform zu sprechen.


